Warum die «Basler Zeitung» und Facebook uns schaden

Viele Basler jubeln: Christoph Blocher und Markus Somm sind mit ihrer rechtsbürgerlichen «BaZ» gescheitert und haben ihre Zeitung an Tamedia verkauft. Auch wenn Blocher und Somm ihre politischen Ziele nicht erreicht haben – Jubel ist nicht angebracht: Sie haben tiefe Spuren hinterlassen. Der Misserfolg der «BaZ» in der Region Basel hat nämlich dieselbe Konsequenz wie der Erfolg von Facebook in der ganzen Schweiz: Es ist Öffentlichkeit vernichtet worden. Das schadet uns; der ganzen Gesellschaft, insbesondere aber der Demokratie. Warum wir starke Medien brauchen, die in der Lage sind, Öffentlichkeit herzustellen.

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Tamedia übernimmt die BaZ. Was das für Basel bedeutet

Alt-SVP-Bundesrat Christoph Blocher beendet sein Basel-Abenteuer und verkauft die «Basler Zeitung» an Tamedia. Im Gegenzug übernimmt Blocher von Tamedia deren Beteiligung am «Tagblatt der Stadt Zürich», sowie die Gratiszeitungen «Furttaler» und «Rümlanger»und in der Romandie die Beteiligungen an «GHI» und «Lausanne Cités». Markus Somm wird die «BaZ» nach der Übernahme noch sechs Monate als Chefredaktor führen und dann nach einem Sabbatical als Autor für Tamedia schreiben. Siehe hier.

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Warum die Einigkeit zwischen Basel und Zürich ein Missverständnis ist

Es ist schon fast unheimlich, wieviel Einigkeit plötzlich zwischen Basel und Zürich besteht. Rivalität im Fussball? Banken versus Pharma? Grosser Landkanton versus Miniatur-Stadt-Kanton? Denkste. Die letzten verbleibenden Unterschiede beseitigen Bier und Weisswein, schreibt die bzBasel. Basel und Zürich seien eben zusammengewachsen, weil viele Menschen in der einen Stadt wohnen und in der anderen arbeiten, erklärt Andreas Spillmann, der Basler Direktor des Landesmuseums in Zürich gegenüber dem Regionaljournal Basel. Die Basler schwärmen in höchsten Tönen vom Sechseläuten und die Zürcher schwärmen von den Basler «Masken». So richtig haimelig.

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Die Macht der Manipulation

Von Manipulation ist dieser Tage viel die Rede. Zum Beispiel soll Camebridge Analytica über Facebook Millionen von Nutzer manipuliert haben. Wie soll das funktionieren? Wer mit wenigen, aber richtigen Worten arbeitet, verbessert die Erfolgsquote von Freundschaftsanfragen auf Facebook um sagenhafte 240 Prozent, erhöht die Erfolgschance in einer Verhandlung um 25 Prozent und die Chance, dass Kunden einer Verkaufsempfehlung folgen, um 50 Prozent.

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Warum Aufmerksamkeit der BaZ (und anderen Zeitungen) nichts bringt

Die Schweizer Zeitungen erreichen auf Papier laut Wemf insgesamt 329’000 Leserinnen und Leser weniger als noch vor einem Jahr. Zu den Verliererinnen gehört auch die Basler Zeitung: Sie weist zum ersten Mal weniger als 100’000 Leser aus. Hansi Voigt findet deshalb, dass Blochers BaZ-Experiment gescheitert sei. Was zu einem Wutausbruch von BaZ-Verwaltungsratspräsident Rolf Bollmann in der eigenen Zeitung führte. Fakt ist: Zeitungen haben massiv an Bedeutung verloren. Natürlich. Das Internet. Der Strukturwandel. Aber die Zeitungen sind auch selber schuld daran. Denn die Zeitungen meinen, es gehe um Aufmerksamkeit. Doch eigentlich geht es um Vertrauen.

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Martin Luther King

Zu Martin Luther King finden Sie Dutzende von Buchtiteln. Das macht es manchmal fast so schwer, wie wenn sich keine Literatur findet: Man sieht vor lauter Bibliothek das Buch nicht mehr. Wenn Sie sich kurz und sachlich mit dem Leben und den Gedanken von Martin Luther King vertraut machen wollen, empfehle ich Ihnen das kleine Buch von Claudia Mocek, das im Hinblick auf seinen 50. Geburtstag bei Reclam erschienen ist.

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Martin Luther King hatte einen Traum. Und Sie?

50 Jahre nach der Ermordung von Martin Luther King tun sich die USA immer noch schwer mit der Umsetzung von Kings Traum: Das Land ist weit weg von einer gleichberechtigten Gesellschaft. Seit Donald Trump Präsident ist sowieso. Doch das ist kein Grund, sich in wohltuender Aufregung über die USA zu ergehen. Denn so viel besser sieht es bei uns nicht aus. Unsere «Schwarzen» sind derzeit die Muslime. Aber während die USA weiterhin den Traum des Martin Luther King träumen, sind vielen Menschen in der Schweiz die Träume abhanden gekommen. Hier wird in Franken und Rappen gerechnet und nicht geträumt. Es ist Zeit, das zu ändern.

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Der Abstieg des Westens

Wir lesen es jeden Tag: Die globale Machtordnung verändert sich derzeit in gewaltigen Schritten. Die USA ist nicht mehr länger Weltmacht und Weltpolizist. China drängt sich auf, wirtschaftlich, aber auch militärisch. Für Joschka Fischer, den ehemaligen Aussenminister Deutschlands, ist deshalb klar: Derzeit entsteht die neue Weltordnung des 21. Jahrhunderts.

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Eine Orange als Rezept gegen Nationalismus

Das wirksamste Rezept gegen Nationalismus ist Subsidiarität. Das ist zwar etwa so, wie wenn ein Steinerschüler den Schlägern im Quartier mit Eurythmie droht – trotzdem: Es ist der richtige Weg. Allerdings nicht nur gegen unten, sondern auch gegen oben. Und das muss die Schweiz zuerst noch lernen. Denn ausgerechnet die Schweiz, die sich als Musterschülerin der Subsidiarität gibt, tut sich bei Lichte besehen ausgesprochen schwer damit. Schuld daran sind die Orangenschnitze. Aber der Reihe nach.

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Die Verlegerin. Wie die Chefin der ‚Washington Post‘ Amerika veränderte.

So stellen wir uns Verleger(innen) vor – von solchen Zeitungen träumen wir: Dies ist die atemberaubende Geschichte von Katherine Graham, die nach dem Selbstmord ihres Mannes mit 46 unverhofft Verlegerin der «Washington Post» wurde. Niemand traute ihr zu, die Hauptstadt-Zeitung erfolgreich zu steuern.

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