Fünf Lebensbilder an Stelle eines Wochenkommentars

Einen eigentlichen Wochenkommentar gibt es heute nicht – der Wochenkommentar macht Sommerferien. Dafür gibt es aktuelle Lesetipps. Heute: fünf Biografien – also fünf höchst anregende Lebensbilder. Alle fünf haben mich inspiriert, jedes auf seine Weise. Das erste Buch hat mich in einer alten Liebe bestätigt – und das fünfte ist zart im Thema, aber wuchtig in der Wirkung. Wenn Sie trotzdem einen Wochenkommentar lesen möchten, empfehle ich Ihnen diese drei Kommentare der letzten Wochen, die immer noch aktuell sind:

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Fünf Denkanstösse an Stelle eines Wochenkommentars

Einen eigentlichen Wochenkommentar gibt es heute nicht – der Wochenkommentar macht Sommerpause. Dafür gibt es aktuelle Lesetipps. Heute: fünf Denkanstösse – also fünf höchst anregende Sachbücher. Es sind Bücher, nach deren Lektüre sie die Welt anders sehen werden. Das erste Buch eröffnet Ihnen die Welt der Tiere auf eine ganz neuartige Weise: Es widmet sich den Sprachen der Tiere, aber dies aus philosophischer Sicht. Das fünfte Buch widmet sich dem drängendsten Problem unserer Zeit: dem Verhältnis von Europa zu Afrika und der Verantwortung, die Europa aus der Kolonialzeit zu tragen hat. Ein schwieriges Thema – es ist deshalb gut, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Roman handelt.

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Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan

In erschreckendem Tempo öffnen sich in und um Europa Gräben. Zum Teil sind es alte Gräben, die wir längst zugeschüttet glaubten, zum Teil sind es neue Risse, die sich zwischen Ländern und Völkergemeinschaften auftun. Manche der Gräben verlaufen entlang von Grenzen, andere gehen mitten durch Ortschaften, ja durch Familien.

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Wohlstand auf Kosten unserer Werte

Europa hat sich in den letzten Wochen selbst abgeschafft: Die EU-Länder haben der Europäischen Charta ins Gesicht gespuckt, in der von der unteilbaren und universellen Würde des Menschen die Rede ist. Die Länder der EU wollen mit den Flüchtenden nichts zu tun haben, sie am liebsten bereits in Nordafrika festhalten. Die Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer betrachten sie als Flüchtlings-Shuttles. In Deutschland macht das böse Wort vom Asyltourismus die Runde. In der Schweiz ist abschätzig von Wirtschaftsflüchtlingen die Rede. Gemeinsam ist beiden Ländern das grosse Schulterzucken: Was geht uns das an? Hauptsache, Ferien. Und mit den Flüchtenden ertrinkt im Mittelmeer die Menschlichkeit.

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Wurzeln. Die trügerischen Mythen der Identität

Es ist wieder oft von Tradition die Rede. Von unserer Herkunft, unseren Wurzeln. Maurizio Bettini erklärt und dekonstruiert in diesem klugen Buch das so verführerische Bild der kulturellen Wurzeln. Er vermutet, dass das neu erwachte Interesse an der Tradition eine Reaktion ist auf die zunehmende Homogenisierung von Ländern und Kulturen.

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Die scheinheiligen Patrioten

Die Fifa behauptet, ihr Fussballfest sei sauber. Gefühle ja, aber streng geregelt. Doch das ist scheinheilig: Die nationalen Hochgefühle fördern Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit. All die Fahnen, Flaggen und Farben an der Fussball-WM mögen vor Ort harmlos aussehen. Das patriotische Allotria führt in der Welt jedoch zu Nationalismus und Ausgrenzung. Das haben in der Schweiz die Reaktionen auf die Doppeladlergeste von Xhaka und Shaqiri gezeigt. Und die Zeit für Spiele mit dem nationalistischen Feuer könnte ungünstiger nicht sein.

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Kein Grabjubel für die BaZ: Eine Replik zu Roland Stark

Jeweils am Donnerstag wetzt Alt-SP-Grossrat Roland Stark in der BaZ seinen Griffel und kolumniert über alles und jeden. Manchmal lustig, manchmal daneben und manchmal, wie heute, völlig daneben. Heute mokiert sich Stark über ein Medienfest, das die Organisation Rettet Basel morgen Freitag auf dem Dreispitz aus Freude darüber ausrichtet, dass Christoph Blocher sich medial aus Basel zurückzieht. Stark schreibt zwar, er habe ein gewisses Verständnis für die harten Vorwürfe an die Adresse der BaZ. Aber: Die Jubelarien und zynischen Sprüche über deren Verschwinden zeugen von medienpolitischer Verantwortungslosigkeit und Unreife.

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Demokratie – jetzt erst recht!

Alt-Bundesrat Kaspar Villiger (FDP) stellt in seinem neuen Buch drei grosse Fragen. Die erste Frage dreht sich um die Werte: Haben die eher bieder wirkenden Schweizer Werte wie Anstand, Fleiss, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Einhalten von Versprechen und Hilfsbereitschaft in der globalisierten Wirtschaftswelt noch irgendeine Bedeutung?

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Maturrede Gymnasium Muttenz

Für einmal habe ich eine Rede nicht nur geschrieben, sondern auch selbst gehalten: Die Maturrede für 158 Maturandinnen und Maturanden am Gymnasium Muttenz, gehalten am Freitag, 22. Juni 2018 in Pratteln. Ich habe darin zu beantworten versucht, was diese Matura eigentlich ist, was diese 158 Schülerinnen und Schüler geschafft haben und warum das wichtig ist – kurz: Ich habe zu erklären versucht, was Bildung ist. Was das mit einem Berggipfel und mit Tupperwareboxen zu tun hat – hier lesen Sie es.

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Warum der Lärm um den Doppeladler-Jubel scheinheilig ist

Eigentlich könnten die Schweizerinnen und Schweizer heute feiern. Die Schweizer Nationalmannschaft steht mit einem Bein im Achtelfinal: Gegen Costa Rica genügt jetzt ein Unentschieden. Eigentlich grossartig – aber: Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben nach ihren Toren einen Doppeladler gezeigt. Xhaka und Shaqiri fehlt die politische Sensibilität, rügt die NZZ die beiden Spieler in einem Kommentar. Die Aargauer Zeitung / bz Basel schreibt von einer Provokation und dass die beiden Fussballer damit die Diskussionen um Identität, um Herkunft und Heimat wieder neu entflammen. Und SVP-Natiuonalrätin Natalie Rickli schreibt sogar, sie könne sich nach dem Doppeladlerzeichen nicht richtig freuen, weil die beiden Fussballer ihre Tore ja offensichtlich nicht für die Schweiz, sondern für den Kosovo geschossen hätten:

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