Schlagwort-Archive: Tageszeitung

Der Abschied vom Papier hat begonnen

Wer Zeitung sagt, denkt an Papier – und manchmal auch an Altpapier. Das dürfte bald vorbei sein: Auch in deutschsprachigen Raum ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Zeitungen weitgehend digital erscheinen. Der erste Titel, der öffentlich so umwälzende Pläne wälzt, ist die deutsche Tageszeitung «taz»: Zum 40. Geburtstag schaut sie vorwärts in Jahr 2022 – und sieht digital. Warum der Abschied vom Papier ausgerechnet bei der linken, kapitalismuskritischen «taz» beginnt, lesen Sie in meinem Medientipp von dieser Woche.

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Die Mustermesse hat ausgedient – wie die Zeitung auch

Vor 50 Jahren strömte noch über eine Million Besucher an die Muba. Aus der ganzen Schweiz fuhren sie in Extrazügen nach Basel, um hier Muster von Kaffeemaschinen und Kühlschränken anzusehen. Heute suchen Herr und Frau Schweizer ihre Kaffeemaschinen im Internet. Die Messe hat ihren Nutzen verloren. Es geht ihr damit gleich wie den Tageszeitungen: Stellen, Wohnungen und Autos findet man heute im Internet – und Nachrichten auch. Wie die Mustermesse sollten sich auch Tageszeitungen von den guten, alten Zeiten endgültig verabschieden und sich rasch und radikal neu denken. Eine Möglichkeit wäre die 3E-Formel. Was das ist? Lesen Sie selbst.

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Die Macht der Manipulation

Von Manipulation ist dieser Tage viel die Rede. Zum Beispiel soll Camebridge Analytica über Facebook Millionen von Nutzer manipuliert haben. Wie soll das funktionieren? Wer mit wenigen, aber richtigen Worten arbeitet, verbessert die Erfolgsquote von Freundschaftsanfragen auf Facebook um sagenhafte 240 Prozent, erhöht die Erfolgschance in einer Verhandlung um 25 Prozent und die Chance, dass Kunden einer Verkaufsempfehlung folgen, um 50 Prozent.

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Die Verlegerin. Wie die Chefin der ‚Washington Post‘ Amerika veränderte.

So stellen wir uns Verleger(innen) vor – von solchen Zeitungen träumen wir: Dies ist die atemberaubende Geschichte von Katherine Graham, die nach dem Selbstmord ihres Mannes mit 46 unverhofft Verlegerin der «Washington Post» wurde. Niemand traute ihr zu, die Hauptstadt-Zeitung erfolgreich zu steuern.

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Eine kleine Bewertung der grossen AZ/NZZ-Hochzeit

AZ Medien und NZZ gründen ein Joint Venture: Zusammengeführt werden:

  • Die Regionalzeitungen (Aargauer Zeitung, Solothurner Zeitung, BZ Basel, Basellandschaftliche Zeitung, Oltner Tagblatt, Grenchner Tagblatt sowie St. Galler Tagblatt und Luzerner Zeitung mit ihren Kopfblättern)
  • Die Online-Portale dieser Titel.
  • Die nichtkonzessionierten Radio- und TV-Stationen.
  • Die Zeitschriften.
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Die Zeit der Anker-Medien ist vorbei — jetzt kommen Anker-Inhalte

Es gab eine Zeit, da schalteten die Schweizerinnen und Schweizer um 12’30 Uhr die Radioapparate ein, um das „Rendezvous am Mittag“ zu hören, die mittägliche Radiosendung des Schweizer Radios DRS. Dabei herrschte andächtige Stille — wer zu laut mit Messer und Gabel klapperte, wurde mit strafenden Blicken zur Ruhe gebracht. Ähnliches wiederholte sich am Abend, entweder um 18’00 Uhr zum „Echo der Zeit“, oder um 19’30 Uhr zur „Tagesschau“. Das ist heute nicht mehr so: Die Sendungen verlieren Hörer und Zuschauer, die Rituale sind erodiert.

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Aufmerksamkeit kontra Vertrauen

Nach dem Suizid von Swisscom-Chef Carsten Schloter wusste eine ganze Reihe von Journalisten sofort, warum Schloter sich umgebracht hatte: Burnout. Allenthalben tauchten Zitate aus Interviews auf, die beweisen sollten, dass der Swisscom-Chef nicht mehr weiter wusste und ausgebrannt war. Freihändig stellten Medien die Diagnose Burnout, suchten die Ursache im sich beständig schneller drehenden Wirtschaftsleben und setzten die Verben dazu nicht einmal in den Konjunktiv. Dazu gab es Interviews mit Spezialisten zu Depression und Managerkrankheiten wie dieses hier. Heute ist bekannt geworden, dass Schloter einen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Offenbar hat er die Trennung von seinen Kindern nicht verdaut. Die Ursache für den Suizid (wenn es den eine einzige Ursache gibt) scheint eher im Privatleben zu suchen zu sein.

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Gibt es noch Massenmedien?

Zunächst: Ich verwende hier den Begriff „Massenmedien“ falsch. Gemeint ist nicht das, was man im medientheoretischen Sinn als „Massenmedium“ bezeichnet (also ein Medium, das potenziell gleichzeitig eine Masse von Menschen erreicht, weil es sich im weitesten Sinn um ein Broadcast-Medium handelt, also um ein Medium, das sich dadurch auszeichnet, dass ein Inhalt einmal gefertigt und dann gleichzeitig an viele Menschen verbreitet wird). Nein, ich meine eigentlich: Gibt es noch Medienprodukte, die eine Masse von Menschen, die Mehrheit an einem Ort, erreichen?

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