Schlagwort-Archive: Schweiz

Warum der Lärm um den Doppeladler-Jubel scheinheilig ist

Eigentlich könnten die Schweizerinnen und Schweizer heute feiern. Die Schweizer Nationalmannschaft steht mit einem Bein im Achtelfinal: Gegen Costa Rica genügt jetzt ein Unentschieden. Eigentlich grossartig – aber: Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben nach ihren Toren einen Doppeladler gezeigt. Xhaka und Shaqiri fehlt die politische Sensibilität, rügt die NZZ die beiden Spieler in einem Kommentar. Die Aargauer Zeitung / bz Basel schreibt von einer Provokation und dass die beiden Fussballer damit die Diskussionen um Identität, um Herkunft und Heimat wieder neu entflammen. Und SVP-Natiuonalrätin Natalie Rickli schreibt sogar, sie könne sich nach dem Doppeladlerzeichen nicht richtig freuen, weil die beiden Fussballer ihre Tore ja offensichtlich nicht für die Schweiz, sondern für den Kosovo geschossen hätten:

Veröffentlicht unter Journalismus | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Blind im Wandel

Die Schweiz befindet sich selbstverschuldet in einer Sackgasse. Das Land, so Steffen Klatt, ist satt und zufrieden geworden – und unbeweglich. Für Klatt steht die Schweiz deshalb beispielhaft für jene Staaten in Europa, die sich nicht an wandelnde Umstände anpassen können – oder nicht anpassen wollen. Stefan Klatt macht in seinem Buch rasch klar: In der Schweiz fehlt der Wille.

Veröffentlicht unter Buchtipp | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Keine Hauptstadt für die Schweiz – auch keine Medienhauptstadt

Es ist immer wieder eine lustige Frage: Welche Stadt ist die Hauptstadt der Schweiz? Antwort: Keine. Die Schweiz hat seit 1803 keine Hauptstadt mehr. Bern ist lediglich Bundesstadt. Und die Schweiz hat nicht nur politisch keine Hauptstadt, sondern auch kulturell und wirtschaftlich. Unser Land ist bis auf die Knochen föderal: Die Kompetenzen sind verteilt. Dass sich Zürich in grossen Schritten zur Medienhauptstadt der Schweiz entwickelt, passt deshalb nicht zur Schweiz. Ja, es ist nicht nur unpassend, es ist kontraproduktiv.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

1291. Geschichte eines Jahres

Für Schweizerinnen und Schweizer ist klar: 1291 ist das Gründungsjahr der Eidgenossenschaft. Die Jahreszahl gilt geradezu als Chiffre für Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität. Doch hat die Zahl 1291 zu Recht einen so hohen Stellenwert in der Schweiz?

Veröffentlicht unter Buchtipp | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Computer statt Sturmgewehre

Die EU will halbautomatische Waffen mit hoher Ladekapazität verbieten. Die Schweiz muss die Regeln übernehmen, wenn sie im Schengenraum verbleiben will. Der Bundesrat hat zwar butterweiche Ausnahmeregeln für das Schweizer Sturmgewehr verhandelt, trotzdem wehrt sich die Schweizer Waffenlobby Pro Tell mit Händen und Füssen gegen das neue Waffenrecht. Sie verteidigt die Vorstellung von einem Bürger, der frei ist, weil er bewaffnet ist. Das ist nicht nur gefährlich, sondern im 21. Jahrhundert geradezu absurd. Auch die Schweiz muss endlich einsehen, dass unsere Freiheit längst nicht mehr vom Sturmgewehr im Putzschrank abhängig ist. Viel wichtiger wäre es, für mehr Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum zu sorgen.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Wenn Ihnen beim Stichwort Migration nur Italiener, Türken und Tamilen einfallen, dann sollten sie dieses Buch lesen. Es erzählt die Geschichte der Migration in der Schweiz und beginnt damit beim römischen Reich. Es beweist damit, dass die Geschichte der Schweiz ohne Migration nicht denkbar ist. Das sind sich viele Menschen heute nicht bewusst: Sie verstehen Migration als zeitgenössisches Phänomen.

Veröffentlicht unter Buchtipp | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Wie christlich ist die Schweiz?

Vor Pfingsten stellen sich jedes Jahr dieselben Fragen: Sollen wir in den Süden fahren? Was essen wir am Montag? Und überhaupt: Was wird da eigentlich gefeiert? Kein Zweifel: Die meisten Schweizer wissen mehr über den Stau am Gotthard als über Pfingsten. Grund genug, einmal zu fragen: Wie christlich ist die heutige Schweiz? Wird das Christentum nur ausgegraben, wenn es gegen den Islam geht? Oder haben wir, wie das Bayern von sich behauptet, eine christlich geprägte Identität, eine Leitkultur? Und macht das die Schweiz zu einem christlichen Land?

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Warum die Einigkeit zwischen Basel und Zürich ein Missverständnis ist

Es ist schon fast unheimlich, wieviel Einigkeit plötzlich zwischen Basel und Zürich besteht. Rivalität im Fussball? Banken versus Pharma? Grosser Landkanton versus Miniatur-Stadt-Kanton? Denkste. Die letzten verbleibenden Unterschiede beseitigen Bier und Weisswein, schreibt die bzBasel. Basel und Zürich seien eben zusammengewachsen, weil viele Menschen in der einen Stadt wohnen und in der anderen arbeiten, erklärt Andreas Spillmann, der Basler Direktor des Landesmuseums in Zürich gegenüber dem Regionaljournal Basel. Die Basler schwärmen in höchsten Tönen vom Sechseläuten und die Zürcher schwärmen von den Basler «Masken». So richtig haimelig.

Veröffentlicht unter Basel | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Warum Aufmerksamkeit der BaZ (und anderen Zeitungen) nichts bringt

Die Schweizer Zeitungen erreichen auf Papier laut Wemf insgesamt 329’000 Leserinnen und Leser weniger als noch vor einem Jahr. Zu den Verliererinnen gehört auch die Basler Zeitung: Sie weist zum ersten Mal weniger als 100’000 Leser aus. Hansi Voigt findet deshalb, dass Blochers BaZ-Experiment gescheitert sei. Was zu einem Wutausbruch von BaZ-Verwaltungsratspräsident Rolf Bollmann in der eigenen Zeitung führte. Fakt ist: Zeitungen haben massiv an Bedeutung verloren. Natürlich. Das Internet. Der Strukturwandel. Aber die Zeitungen sind auch selber schuld daran. Denn die Zeitungen meinen, es gehe um Aufmerksamkeit. Doch eigentlich geht es um Vertrauen.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Martin Luther King hatte einen Traum. Und Sie?

50 Jahre nach der Ermordung von Martin Luther King tun sich die USA immer noch schwer mit der Umsetzung von Kings Traum: Das Land ist weit weg von einer gleichberechtigten Gesellschaft. Seit Donald Trump Präsident ist sowieso. Doch das ist kein Grund, sich in wohltuender Aufregung über die USA zu ergehen. Denn so viel besser sieht es bei uns nicht aus. Unsere «Schwarzen» sind derzeit die Muslime. Aber während die USA weiterhin den Traum des Martin Luther King träumen, sind vielen Menschen in der Schweiz die Träume abhanden gekommen. Hier wird in Franken und Rappen gerechnet und nicht geträumt. Es ist Zeit, das zu ändern.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare