Schlagwort-Archive: Schweiz

Die Industrialisierung des Journalismus ist dessen Tod

Seit Gutenberg ist die Entwicklung der Medien eng mit dem Fortschritt der Technik verbunden. Dabei ging es immer um die Beschleunigung von Druck und Vertrieb, also der Verbreitung der Medien. Bis jetzt. Eine neue Generation von Medienmanagern will jetzt auch die Inhalte industrialisieren. Das Resultat sind Hors-Sol-Zeitungen und automatisierte Websites. Das ist effizient, aber tödlich für den Journalismus. Denn im Zeitalter von Fake News ist das wichtigste Gut der Medien ihre Glaubwürdigkeit. Und die können nur Menschen sicherstellen. Echte Menschen.

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Die Weko macht der «BaZ» Probleme

Indem die Weko es besonders richtig machen will, macht sie es besonders falsch: Die Weko prüft die Übernahme der «BaZ» durch Tamedia vertieft. Meine kleine Analyse.

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Für eine Stadt mit menschlichem Mass

Diesen Sommer war ich in Kopenhagen und ich muss Ihnen sagen: Ich bin begeistert. Kopenhagen fühlt sich völlig anders an als Schweizer Städte: Man fühlt sich als Fussgänger und als Velofahrer wohl und sicher. Das ist kein Zufall, sondern Konzept. Verantwortlich dafür war der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl. Er sagt: Wir müssen unsere Städte den Menschen zurückgeben. Architekten und Planer müssen ihre Häuser und Städte wieder für die Menschen planen. Er hat recht. In der Schweiz habe ich immer wieder das Gefühl, die Stadt sei eigentlich für die Autos da. Als Fussgänger und Velofahrer sei ich nur geduldet. Das muss sich ändern. Bitte bald.

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Meine Erst-Augustrede 2018, gehalten in Riehen (BS)

Die Festansprache gehört zum Ersten August wie Schweizerfahne, Feuerwerk und Landeshymne. Als dieses Jahr die Gemeinde Riehen (BS) mich anfragte, ob ich die Festrede an der Erst-Augustfeier in Riehen halten möchte, sagte ich deshalb gerne zu: Es ist mir eine Ehre. Zudem ist es lehrreich, ab und zu selbst eine Rede zu halten und nicht, wie sonst, Reden für andere zu schreiben. Gelernt habe ich, dass so ein Festzelt eine echte Bewährungsprobe für eine Rede ist. Da steht die Blasmusik im Zentrum und der Weisswein und die Geselligkeit. Eine Rede funktioniert da nur, wenn Sie gut verständlich ist und auf den Punkt kommt. Meine kleine Rede schlug sich wacker – so schien mir wenigstens. Sie war danach etwas zerknittert, aber wohlauf. Wollen Sie einen Blick reinwerfen? Hier ist sie:

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Warum es Heimat nur in der Vergangenheit gibt

Bald ist 1. August – Zeit für ein paar Zeilen über Heimat. Immer mehr Menschen fühlen sich in ihrer Heimat gestört durch Zugewanderte, Fremde, Andere. Entsprechend kritisch werden die behandelt. Die sollen sich doch bitte anständig integrieren. Doch was ist mit uns selbst? Was ist, so kurz vor dem 1. August gefragt, mit uns Schweizern? Gab es diese Schweizer Heimat je, von der wir immer reden, – oder ist das alles vielmehr eine Frage der Gewöhnung? Gedanken über die anderen und uns und die Heimat aus Anlass des Schweizer Nationalfeiertags.

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Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan

In erschreckendem Tempo öffnen sich in und um Europa Gräben. Zum Teil sind es alte Gräben, die wir längst zugeschüttet glaubten, zum Teil sind es neue Risse, die sich zwischen Ländern und Völkergemeinschaften auftun. Manche der Gräben verlaufen entlang von Grenzen, andere gehen mitten durch Ortschaften, ja durch Familien.

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Wohlstand auf Kosten unserer Werte

Europa hat sich in den letzten Wochen selbst abgeschafft: Die EU-Länder haben der Europäischen Charta ins Gesicht gespuckt, in der von der unteilbaren und universellen Würde des Menschen die Rede ist. Die Länder der EU wollen mit den Flüchtenden nichts zu tun haben, sie am liebsten bereits in Nordafrika festhalten. Die Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer betrachten sie als Flüchtlings-Shuttles. In Deutschland macht das böse Wort vom Asyltourismus die Runde. In der Schweiz ist abschätzig von Wirtschaftsflüchtlingen die Rede. Gemeinsam ist beiden Ländern das grosse Schulterzucken: Was geht uns das an? Hauptsache, Ferien. Und mit den Flüchtenden ertrinkt im Mittelmeer die Menschlichkeit.

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Demokratie – jetzt erst recht!

Alt-Bundesrat Kaspar Villiger (FDP) stellt in seinem neuen Buch drei grosse Fragen. Die erste Frage dreht sich um die Werte: Haben die eher bieder wirkenden Schweizer Werte wie Anstand, Fleiss, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Einhalten von Versprechen und Hilfsbereitschaft in der globalisierten Wirtschaftswelt noch irgendeine Bedeutung?

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Warum der Lärm um den Doppeladler-Jubel scheinheilig ist

Eigentlich könnten die Schweizerinnen und Schweizer heute feiern. Die Schweizer Nationalmannschaft steht mit einem Bein im Achtelfinal: Gegen Costa Rica genügt jetzt ein Unentschieden. Eigentlich grossartig – aber: Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben nach ihren Toren einen Doppeladler gezeigt. Xhaka und Shaqiri fehlt die politische Sensibilität, rügt die NZZ die beiden Spieler in einem Kommentar. Die Aargauer Zeitung / bz Basel schreibt von einer Provokation und dass die beiden Fussballer damit die Diskussionen um Identität, um Herkunft und Heimat wieder neu entflammen. Und SVP-Natiuonalrätin Natalie Rickli schreibt sogar, sie könne sich nach dem Doppeladlerzeichen nicht richtig freuen, weil die beiden Fussballer ihre Tore ja offensichtlich nicht für die Schweiz, sondern für den Kosovo geschossen hätten:

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Blind im Wandel

Die Schweiz befindet sich selbstverschuldet in einer Sackgasse. Das Land, so Steffen Klatt, ist satt und zufrieden geworden – und unbeweglich. Für Klatt steht die Schweiz deshalb beispielhaft für jene Staaten in Europa, die sich nicht an wandelnde Umstände anpassen können – oder nicht anpassen wollen. Stefan Klatt macht in seinem Buch rasch klar: In der Schweiz fehlt der Wille.

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