Schlagwort-Archive: Internet

Wir klicken uns zu Tode

Im Schnitt sind wir heute über drei Stunden am Tag online und schauen 84 mal pro Tag aufs Handy. Das viele Surfen und Klicken ist beste Unterhaltung – und schlimmste Zerstreuung: Es lenkt vom Eigentlichen ab. Von der Arbeit, vom Denken, vom Empfinden – kurz: vom Leben. Die Krux dabei: Ohne Handy und Internet geht es nicht. So sehen wir uns in der Situation von Alkoholikern, die lernen müssen, massvoll zu trinken. Und das am Gratisbuffet. Ein Schlüssel gegen die Handysucht: Wir müssen uns wieder in Langeweile üben, denn die Langeweile ist das Tor zur Phantasie.

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Bücherfreaks auf Youtube: Die Booktuber kommen

Die 70. Frankfurter Buchmesse war trotz Krisenstimmung in der Buchbranche ein Erfolg. Denn das gute alte Buch lebt – gerade auch in den neuen Medien. Besonders beliebt bei vielen lesenden Jugendlichen sind Booktuber: Meist junge Menschen sprechen in Youtube-Videos über neue Bücher und über ihre Leseerlebnisse. Mein Medientipp von dieser Woche bietet deshalb Links zu den interessantesten Booktubes auf deutsch, französisch und englisch.

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Die Dilemmata der «bzBasel» – eine Analyse

Schon wieder ein neuer Chefredaktor für die «bzBasel» – schon wieder stimmt die Positionierung der Zeitung und die Chemie mit dem Verleger nicht. Was ist da los? Ich glaube, die Entlassung von David Sieber bei der «bzBasel» hat wenig mit seiner Person zu tun, sie ist vielmehr ein Symptom für strukturelle Probleme, die in dieser Form nicht nur bei der «bz» auftreten. Sie sind typisch für Regionalzeitungen dieser Grösse. Es lohnt sich deshalb einen Blick auf die drei Dilemmata zu werfen, in denen (nicht nur) die «bzBasel» steckt.

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Die «Republik»: Eine App für die Nacktschnecke

Inhaltlich hat die «Republik» von Anfang an Massstäbe gesetzt. Medientechnisch hat das digitale Magazin jedoch noch Luft nach oben. Eine grosse Lücke hat die «Republik» dieser Tage gestopft: Es gibt das Magazin jetzt als App. Bloss: Abgesehen von einem vereinfachten Anmeldeprozess bietet die App keinerlei Mehrwert. Warum ich die «Republik» als Nacktschnecke empfinde und die App trotzdem empfehle.

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Informationssouveränität statt Ernährungssouveränität

Medien sind der Sauerstoff der Demokratie. Bis in ihre Kapillaren muss eine Demokratie mit Informationen versorgt werden, sonst sterben ihre Glieder ab. Genau das droht aber in der Schweiz, denn das Mediensystem ist nicht mehr überlebensfähig. Es ist schön, dass wir über Ernährungssouveränität nachdenken – was wir wirklich brauchen, ist aber eine Diskussion über Informationssouveränität: Die Schweiz muss ihre Medien und damit ihr kapillares Informationssystem unterstützen, sonst erstickt die Demokratie. Überlegungen zur Informationssouveränität.

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Zum Google-Geburtstag bei «10vor10»

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Change the Game. Wie wir uns das Netz von Facebook und Google zurückerobern

Was kann man in Europa tun, um das europäische System mit Demokratie, Pressefreiheit, sozialer Sicherheit und fairen Regeln zu erhalten und die positiven Seiten von Youtube und Facebook, von Google und Amazon so zu lenken, dass sie diesen Zielen nützen, statt sie zu zerstören? Und wie kann man dazu beitragen, dass europäische Medien, die nach europäischen Grundsätzen funktionieren, nicht verschwinden?

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Google: Einfluss ohne Verantwortung

Nächste Woche wird Google Inc. 20 Jahre alt. In den letzten Jahren hat sich Google von der fröhlich-bunten Suchmaschine zum Internet-Riesen gewandelt, zu einer der mächtigsten Firmen der Welt, die von immer mehr Menschen als gefährlich betrachtet wird. Ich habe mich in den letzten  20 Jahren publizistisch und wissenschaftlich immer wieder mit Google beschäftigt. Ich persönlich nutze Google intensiv und sehe die Rolle, die Google spielt, dennoch sehr kritisch. Zum Geburtstag deshalb fünf Fragen (und Antworten) zu Google.

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Replik auf Peter Wanners Kommentar zu Medienförderung und SRG in der NZZ

AZ-Verleger Peter Wanner kommentiert auf der Meinungsseite der heutigen NZZ ausführlich den Entwurf des Bundes zum neuen Bundesgesetz über elektronische Medien. Was heisst kommentiert – Wanner stampft den Entwurf in Grund und Boden. Er schreibt, als ginge es ihm um die Schweiz und das Mediensystem, dabei verteidigt Wanner schlicht eigene Interessen: die eines Verlegers von gedruckten Zeitungen und die eines Besitzers mehrerer Privatradio- und TV-Stationen. Im Folgenden finden Sie sechs Zitate aus Wanners Kommentar «Heimatschutz für die SRG» (NZZ vom 27. August 2018, Seite 8, online hier) und meine Replik darauf.

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Die Daten, die ich rief: Wie wir unsere Freiheit an Großkonzerne verkaufen

Deutsche (und Schweizer) schwitzen gerne in einer Sauna. Amerikaner finden es seltsam, dass sich wildfremde Menschen dabei völlig nackt ausziehen und sich in aller Nacktheit gemütlich beim Schwitzen Gesellschaft leisten. Für Deutsche und Schweizer ist das kein Problem, weil die Nacktheit in einem abgeschlossenen Raum stattfindet, in völliger Privatheit. Umso schockierter war Katharina Nocun, als sie feststellte, dass in der Umkleidekabine ihrer Lieblingssauna Videoüberwachungskameras angebracht waren.

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