Monatsarchive: April 2018

Nachtrag zur Muba: Noch weniger Besucher

In meinem Wochenkommentar habe ich darüber geschrieben, dass die Muba wie die Tageszeitungen ihren eigentlichen Nutzen verloren hat und sich deshalb radikal neu denken müsse. Das hat mir in den Sozialen Medien und per E-Mail einige Kommentare eingetragen von Menschen, die betonten, dass sie nicht auf die Zeitung verzichten möchten. Dazu später mehr. Am Sonntag abend hat die Muba die Besucherzahlen bekannt gegeben. Resultat: Nur gerade 123’746 Besucherinnen und Besucher haben sich in die Messehallen locken lassen. Das sind über 20’000 Besucher weniger als im letzten Jahr – ein Besucherschwund von 15%. Die Messe schreibt zwar: Dank der interaktiven Konzepte war die Muba 2018 wieder vielfältiger und spannender, muss aber zugeben, dass viele Austeller, welche auf eine hohe Frequenz angewiesen sind, ihre Ziele nicht erreichen konnten.

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Die Mustermesse hat ausgedient – wie die Zeitung auch

Vor 50 Jahren strömte noch über eine Million Besucher an die Muba. Aus der ganzen Schweiz fuhren sie in Extrazügen nach Basel, um hier Muster von Kaffeemaschinen und Kühlschränken anzusehen. Heute suchen Herr und Frau Schweizer ihre Kaffeemaschinen im Internet. Die Messe hat ihren Nutzen verloren. Es geht ihr damit gleich wie den Tageszeitungen: Stellen, Wohnungen und Autos findet man heute im Internet – und Nachrichten auch. Wie die Mustermesse sollten sich auch Tageszeitungen von den guten, alten Zeiten endgültig verabschieden und sich rasch und radikal neu denken. Eine Möglichkeit wäre die 3E-Formel. Was das ist? Lesen Sie selbst.

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Es ist offiziell: «es ist offiziell» ist die dümmste Floskel. Ever.

Sie kennen die Einleitung sicher: «Jetzt ist es offiziell», melden Zeitungen gerne, um der folgenden Nachricht mehr Gewicht (und mehr Glaubwürdigkeit) zu verleihen. Jetzt ist es offiziell: Ab Mitte April buhlen 22 Männer um die Basler Bachelorette Adela Smajic meldet zum Beispiel die bzBasel. Die Aargauer Zeitung schreibt: Jetzt offiziell: Nancy Holten ist Schweizerin Das deutsche Nachrichtenmagazin Focus freut sich: Jetzt ist es offiziell: „Ghost“ wird das neue Musical in Hamburg und Nau.ch meldet erleichtert: Jetzt ists offiziell: Bachelor Joel und Ludmilla sind kein Paar Ich meine, es ist offiziell: «Es ist offiziell» ist die dümmste Floskel, die ein Medium verwenden kann und ich sage Ihnen auch, warum das so ist.

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The Four. Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google.

Der amerikanische Marketingspezialist und Professor Scott Galloway bezeichnet Apple, Amazon, Facebook und Google als die vier Reiter der Gegenwart, die, je nach Lesart, die vier göttlichen oder die vier apokalyptischen Reiter sind. Amazon ist heute deutlich mehr wert, als die zehn (!) nächstkleineren Konkurrenten zusammengenommen.

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Warum die «Basler Zeitung» und Facebook uns schaden

Viele Basler jubeln: Christoph Blocher und Markus Somm sind mit ihrer rechtsbürgerlichen «BaZ» gescheitert und haben ihre Zeitung an Tamedia verkauft. Auch wenn Blocher und Somm ihre politischen Ziele nicht erreicht haben – Jubel ist nicht angebracht: Sie haben tiefe Spuren hinterlassen. Der Misserfolg der «BaZ» in der Region Basel hat nämlich dieselbe Konsequenz wie der Erfolg von Facebook in der ganzen Schweiz: Es ist Öffentlichkeit vernichtet worden. Das schadet uns; der ganzen Gesellschaft, insbesondere aber der Demokratie. Warum wir starke Medien brauchen, die in der Lage sind, Öffentlichkeit herzustellen.

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Tamedia übernimmt die BaZ. Was das für Basel bedeutet

Alt-SVP-Bundesrat Christoph Blocher beendet sein Basel-Abenteuer und verkauft die «Basler Zeitung» an Tamedia. Im Gegenzug übernimmt Blocher von Tamedia deren Beteiligung am «Tagblatt der Stadt Zürich», sowie die Gratiszeitungen «Furttaler» und «Rümlanger»und in der Romandie die Beteiligungen an «GHI» und «Lausanne Cités». Markus Somm wird die «BaZ» nach der Übernahme noch sechs Monate als Chefredaktor führen und dann nach einem Sabbatical als Autor für Tamedia schreiben. Siehe hier.

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Warum die Einigkeit zwischen Basel und Zürich ein Missverständnis ist

Es ist schon fast unheimlich, wieviel Einigkeit plötzlich zwischen Basel und Zürich besteht. Rivalität im Fussball? Banken versus Pharma? Grosser Landkanton versus Miniatur-Stadt-Kanton? Denkste. Die letzten verbleibenden Unterschiede beseitigen Bier und Weisswein, schreibt die bzBasel. Basel und Zürich seien eben zusammengewachsen, weil viele Menschen in der einen Stadt wohnen und in der anderen arbeiten, erklärt Andreas Spillmann, der Basler Direktor des Landesmuseums in Zürich gegenüber dem Regionaljournal Basel. Die Basler schwärmen in höchsten Tönen vom Sechseläuten und die Zürcher schwärmen von den Basler «Masken». So richtig haimelig.

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Die Macht der Manipulation

Von Manipulation ist dieser Tage viel die Rede. Zum Beispiel soll Camebridge Analytica über Facebook Millionen von Nutzer manipuliert haben. Wie soll das funktionieren? Wer mit wenigen, aber richtigen Worten arbeitet, verbessert die Erfolgsquote von Freundschaftsanfragen auf Facebook um sagenhafte 240 Prozent, erhöht die Erfolgschance in einer Verhandlung um 25 Prozent und die Chance, dass Kunden einer Verkaufsempfehlung folgen, um 50 Prozent.

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Warum Aufmerksamkeit der BaZ (und anderen Zeitungen) nichts bringt

Die Schweizer Zeitungen erreichen auf Papier laut Wemf insgesamt 329’000 Leserinnen und Leser weniger als noch vor einem Jahr. Zu den Verliererinnen gehört auch die Basler Zeitung: Sie weist zum ersten Mal weniger als 100’000 Leser aus. Hansi Voigt findet deshalb, dass Blochers BaZ-Experiment gescheitert sei. Was zu einem Wutausbruch von BaZ-Verwaltungsratspräsident Rolf Bollmann in der eigenen Zeitung führte. Fakt ist: Zeitungen haben massiv an Bedeutung verloren. Natürlich. Das Internet. Der Strukturwandel. Aber die Zeitungen sind auch selber schuld daran. Denn die Zeitungen meinen, es gehe um Aufmerksamkeit. Doch eigentlich geht es um Vertrauen.

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Martin Luther King

Zu Martin Luther King finden Sie Dutzende von Buchtiteln. Das macht es manchmal fast so schwer, wie wenn sich keine Literatur findet: Man sieht vor lauter Bibliothek das Buch nicht mehr. Wenn Sie sich kurz und sachlich mit dem Leben und den Gedanken von Martin Luther King vertraut machen wollen, empfehle ich Ihnen das kleine Buch von Claudia Mocek, das im Hinblick auf seinen 50. Geburtstag bei Reclam erschienen ist.

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