Monatsarchive: November 2018

Demokratie als Selbstbeschäftigung

Nächstes Wochenende stimmen wir über drei nationale Vorlagen ab. Die Lektüre des Abstimmungsbroschüre des Bundes ist ernüchternd: Sind das die grossen Probleme der Schweiz? Kuhhörner, Versicherungsdetektive und der von der SVP eingebrockte Drang nach Selbstbestimmung – wo bleiben die konstruktiven Vorlagen für die wirklichen Probleme unseres Landes? Das Klima nach diesem Dürresommer! Arbeit und Leben mit der Digitalisierung! Eine längerfristig funktionierende Altersvorsorge! Stattdessen beschäftigen wir uns monatelang mit Kuhhörnern. Nein: So wird die Demokratie zur blossen Selbstbeschäftigung des Volkes.

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Kommentar zum Stellenabbau bei CH Media

CH Media, das Joint Venture von AZ Medien und NZZ Regionalmedien, will innert zwei Jahren 200 (!) Vollzeitstellen abbauen. Betroffen von den Massnahmen sind alle Bereiche des Unternehmens, also auch die Redaktionen. Ich habe gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens die Abbaupläne kommentiert. Hier die ausführliche, schriftliche Fassung. Kurz gesagt: Es ist noch nicht vorüber, denn das Problem der Schweizer Medien sind nicht Überkapazitäten, sondern Unterfinanzierung.

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Medienmonitor Basel: Regionalmedien schwächeln

Die Gratiszeitung «20 Minuten» ist in der ganzen Schweiz und auch in der Region Basel das einflussreichste Medium. Das ist das Resultat der ersten Untersuchung über den Einfluss der Medien auf die Meinungsbildung, die das Forschungsbüro Publicom im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) durchgeführt hat. Auffallend dabei ist, wie schwach die regionalen Medien abschneiden. Telebasel und «bzBasel» tauchen erst gar nicht auf. Dabei zeichnet der Medienmonitor noch ein geschöntes Bild: Die Untersuchung blendet nämlich soziale Medien aus.

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Vermessene Zeiten

Der Basler Historiker Georg Kreis wird am 14. November 75 Jahre alt. Zum Geburtstag hat er sich eine Autobiographie geschenkt: In «Vermessene Zeiten» erinnert er sich an sein Studium und seinen Werdegang an der Universität Basel. Vor allem aber erzählt er von wichtigen Erlebnissen und Arbeiten. Etwa von der Historikerkommission ‹Schweiz – Zweiter Weltkrieg›, die nach ihrem Präsidenten «Bergier-Kommission» genannt wurde.

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Wozu eigentlich Medienvielfalt?

Die Stiftung für Medienvielfalt hat entschieden, die «TagesWoche» einzustellen. Wie schlimm ist das? Lässt sich das, unabhängig von der politischen Haltung, einigermassen objektiv bewerten? Was bedeutet das für die Medienvielfalt in Basel und in der Schweiz? Braucht es überhaupt Medienvielfalt? Und wenn ja: Wie kann sie erreicht oder geschützt werden? Versuch einer kleinen Einordnung.

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Mensch 4.0

Noch nie waren die Menschen so mächtig (oder so selbstbestimmt, um das Wort der Stunde zu wählen): Noch nie standen den Menschen so viel Wissen und so viele Möglichkeiten mit dem sprichwörtlichen Fingertipp zur Verfügung. Kein Zweifel: In früheren Zeiten waren nur die Götter so mächtig. Alexandra Borchardt schreibt deshalb: Steve Jobs hat ordentlich dazu beigetragen, Gott arbeitslos zu machen.

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Ein kleiner Nachruf auf die Tageswoche

Die Stiftung für Medienvielfalt hat entschieden, die «TagesWoche» einzustellen. Das ist nicht überraschend und trotzdem ein Schock für die Basler Medienszene. Auch wenn die Zahl der Menschen, denen die «TagesWoche» fehlen wird, überschaubar ist, wird die Zeitung in Basel eine Lücke hinterlassen. Deshalb: Ein kleiner Nachruf auf einen ungebärdigen Patienten.

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Wieviel Macht verträgt das Volk?

Die Selbstbestimmungsinitiative der SVP will der Stimmbevölkerung in der Schweiz das letzte Wort und damit alle Macht geben. Die Partei sagt, die Initiative sorge dafür, dass auch in Zukunft das Volk über sich selber bestimmen könne. Doch Demokratie heisst nicht einfach: alle Macht dem Volk. Eine Demokratie besteht aus Institutionen und mehreren Mächten, die sich gegenseitig kontrollieren. Dazu gehören auch die Medien. Gedanken zu Demokratie und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter.

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Hörbuchspezialist macht Podcasts

Im Internet wachsen die Medien zusammen: Im Web sehen die Angebote von Fernsehsendern und Zeitungen plötzlich ähnlich aus – deshalb sind sich SRG und Verleger in der Schweiz nicht grün. Dabei geht etwas vergessen, dass auch die Audiowelt sich gerade stark verändert. Da sind es Podcasts, welche die traditionellen Kanäle aufbrechen. Bestes Beispiel ist Hörbuchspezialist Audible: Seit genau einem Jahr bietet Audible ein eigenes Podcast-Angebot an und sorgt auf diese Weise dafür, dass Radio, Hörbücher und Internet sich zu einer neuartigen, digitalen Audiowelt verbinden. Den «Original-Podcasts» von Audible widmet sich deshalb mein Medientipp von dieser Woche.

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