Archiv der Kategorie: Wochenkommentar

Die Sache mit der Wahrheit

Heute müssen wir über die Wahrheit sprechen. Denn die Wahrheit scheint langsam aber sicher über Bord zu gehen. Immer häufiger kommt es nicht darauf an, was wahr ist, sondern welche Sicht sich durchsetzt. Sind wir tatsächlich im postfaktischen Zeitalter angekommen? Oder setzen sich bloss Einzelinteressen schamloser durch? So oder so haben wir in unserer Demokratie ein Problem, wenn wir keinen Boden aus Fakten mehr haben, auf dem wir diskutieren können, wenn also die Wahrheit nur noch Verhandlungssache ist.

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Rettet das Radio!

Alle reden von der NoBillag-Initiative – dabei aber meist nur über das Fernsehen. Vom Radio ist selten die Rede. Dabei wären die Konsequenzen einer Annahme der Initiative für das Radio katastrophal. Und zwar nicht nur für die Radiosender der SRG. Mit Werbung lassen sich höchstens Sender mit viel Musik und etwas Geplauder finanzieren. Aber nicht die Informationssendungen von Radio SRF – und schon gar nicht SRF2 Kultur. Darum: Rettet das Radio!

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Wie «staatlich» zum Schimpfwort wurde

Heute müssen wir über den Staat sprechen. Oder besser: Über seine Verunglimpfung. Denn das Wort «staatlich» ist zum Schimpfwort geworden. Wer eine Firma als «Staatsfirma» bezeichnet, meint das böse. Die NoBillag-Initianten zum Beispiel beschimpfen die SRG als «Staatssender». Wie zum Henker konnte «Staat» zum Schimpfwort werden? Darauf gibt es nur eine Antwort.

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Hört endlich auf zu hoffen!

Von Hoffnung ist zum Jahreswechsel besonders häufig die Rede: Was erhoffen Sie sich vom Neuen Jahr? Haben Sie Hoffnung auf Besserung? Hoffnung auf Frieden, auf Freude oder bloss auf ein paar Kilo weniger? Hoffnung ist populär. Doch wer nur hofft, ist hoffnungslos verloren. Hoffnung verführt dazu, die Hände in den Schoss zu legen und darauf zu warten, dass die Welt sich bessert. Deshalb: Hört endlich auf zu hoffen!

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Mein Fragebogen 2017

Ideologie ist, wenn die Antwort feststeht, bevor eine Frage gestellt wurde. Ich glaube deshalb, dass es heute zu viele Antworten gibt und zu wenige Fragen. Wichtiger, als Antworten zu geben, scheint es mir, Fragen zu stellen, das Denken in Bewegung zu setzen – also zu denken zu geben. Zum Ausklang des Jahres habe ich deshalb wieder einen Fragebogen mit 25 Fragen zusammengestellt. Sie kreisen um das Thema Wissen und Glauben. Denken Sie gut…

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Ein kleines Plädoyer für den Anstand

Wir müssen uns nichts vormachen: Anstand ist veraltet. Das Wort riecht nach Konfirmandenanzug und Mottenkugeln und macht einen so vergessenen Eindruck wie die Gideon-Bibel in der Nachttischschublade eines Hotelzimmers. Und doch ist es, wenn wir das Jahr 2017 Revue passieren lassen, genau das, was uns heute fehlt: Anstand. Innere Haltung. Zurückhaltung. Ein Plädoyer für den Anstand.

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Klärende Worte zu Sexismus und sexuellen Übergriffen

Die Affäre rund um Nationalrat Yannick Buttet im Bundeshaus hat die #MeToo-Debatte in die Schweiz gebracht. Allerdings herrscht hierzulande Verwirrung rund um Sexismus und sexuelle Übergriffe. Männer wehren sich: Man wird doch noch ein Kompliment machen dürfen. Und: Das alles sei bloss ein Missverständnis empfindlicher Frauen. Sie merken nicht, dass sie genau damit bestätigen, wie nötig eine echte Sexismus-Debatte in der Schweiz wäre. Es ist deshalb Zeit, ein paar Begriffe zu klären.

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Die Medien drängen uns in den Meinungssumpf

Blosse Informationen waren gestern: Heute wird gemeint. Und zwar grossflächig. Denn Meinungen bringen mehr Aufmerksamkeit als blosse Informationen. Also berichten die Medien nicht nur, sie werten auch immer mehr. Und zwar nicht erst im Kommentar, sondern schon im Titel. Mit fatalen Folgen. Denn wenn es keine Informationen mehr gibt, sondern nur noch Meinungen, ist nichts mehr sicher, auch die Wissenschaft wird zur blossen Meinung. Willkommen im Meinungssumpf.

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Fünf Fragen, die sich nach dem Digitaltag stellen

Diese Woche war die Schweiz digital. Sagten zumindest die Medien und der halbe Bundesrat. Bei Lichte besehen war der erste Digitaltag eine seichte Veranstaltung, die zwischen unverschämter Werbung und rührender Naivität pendelte. Die grossen Probleme sind anderswo. Rund um die Digitalisierung stellen sich in der Schweiz fünf Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind. Doch die fünfte Frage gibt Anlass zu Hoffnung.

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Warum die Demokratie gebührenfinanzierte Medien braucht

Es ist eine dieser Binsenweisheiten, die Politiker in Sonntagsreden gerne einsetzen wie ein welkes Sträusschen am Revers: Die Demokratie braucht die Medien. Bloss: Der vielgerühmte Markt ist nicht mehr in der Lage, jene Medienleistungen zu finanzieren, von der gerade eine direkte Demokratie abhängig ist. Denn die kommerziellen Medien der Schweiz sitzen in gleich drei Fallen.

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