Einsamkeit – die unerkannte Krankheit

Nein, mit diesem Buch bin ich nicht einverstanden. Trotzdem empfehle ich es Ihnen zur Lektüre. Psychiater Manfred Spitzer spricht mit der These der Einsamkeit als Krankheit viele Probleme unserer Zeit an, er macht das durchaus unterhaltsam und mit vielen wissenswerten Details.

Es stimmt, dass Menschen «Gemeinschaftstiere» sind, die leiden, wenn sie einsam sind. Ich teile bloss seine alarmistische These nicht, dass wir zunehmend vereinsamen, dass also früher alles besser war. Schon gar nicht teile ich seine Behauptung, dass daran die digitalen Medien schuld sind. Es stimmt, dass Menschen, die übermässig Bildschirmmedien konsumieren, mit der Zeit vereinsamen. Das heisst aber nicht, dass digitale Medien einsam machen, dass soziale Medien grundsätzlich des Teufels sind. Da gehen mit Manfred Spitzer zuweilen die Pferde durch und er behauptet Kausalitäten, wo eigentlich nur Korrelationen vorliegen. Er wird zum Maschinenstürmer, wo eine blosse Warnung vor Übermass ausreichen würde. Wer darüber hinwegsehen kann, ist mit dem Buch als interessante Anregung gut bedient. Spitzer bietet viele spannende Wissenshäppchen und setzt gute Denkanstösse. Wer erwartet, dass alles haargenau stimmt, was in dem Buch steht, dem würde ich eher abraten.

Manfred Spitzer: Einsamkeit – die unerkannte Krankheit; schmerzhaft, ansteckend, tödlich. Droemer/Knaur, 320 Seiten, 23.10 Franken; ISBN 978-3-426-27676-1

Erhältlich ist das Buch hier: https://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783426276761

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Buchtipp zum Wochenkommentar vom 04. Mai 2018: Digitale Medien führen nicht zu Einsamkeit. Im Gegenteil.

Eine Übersicht über sämtliche Buchtipps samt Link auf den zugehörigen Wochenkommentar finden Sie hier:

https://www.matthiaszehnder.ch/category/buchtipp/

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