#Herbstklassiker 2: Friedrich Dürrenmatt und der grosse Preis

Publiziert am 9. Oktober 2026 von Matthias Zehnder

In den letzten Wochen habe ich immer wieder an zwei Theaterstücke aus der Schweizer Literatur gedacht: an «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch und an «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt. Es sind zwei Klassiker der Schweizer Literatur. Die Gefahr besteht, dass wir sie deshalb musealisieren und nicht mehr für voll nehmen. Gerade diese beiden Stücke haben uns heute aber viel zu sagen. Für meine kleine Herbstserie habe ich die beiden Stücke neu gelesen. Letzte Woche habe ich mich dem so schweizerischen Biedermann gewidmet, der sich aus Angst und Eitelkeit mit den Brandstiftern in seinem Haus verbrüdert und dabei zuschaut, wie sie den Brand legen. Diese Woche nehme ich mir Claire Zachanassian und die Bürger von Güllen aus dem Stück von Dürrenmatt vor. Er schildert damit den zweiten wichtigen Mechanismus, warum Menschen plötzlich gegen ihre eigene Moral handeln. Auch hier geschieht nichts im Verborgenen. So, wie die Brandstifter offen sagen, was sie tun, sagt die Milliardärin offen, was sie will. Wo Biedermann sich Freundschaft einbildet, schwadronieren die Bürger von Güllen von Gerechtigkeit. Doch sie alle haben ihren Preis. In der zweiten Folge meiner kleinen Herbstklassiker-Serie fragen wir deshalb: Was macht uns alle zu Güllenern?

Wir wissen es alle: Politiker und Wähler sind käuflich. Nein, das ist nicht böse oder gar verleumderisch gemeint. Ich stelle mir dabei den Politiker nicht in seinem Office vor und es erscheinen Geschäftsleute, die ihm einen Goldbarren oder eine goldene Rolex-Uhr aufs Pult legen. Wobei: Das soll auch vorkommen. Die Käuflichkeit, an die ich denke, hat wohlklingende Namen. «Arbeitsplatzerhaltung» zum Beispiel, «Konjunkturpaket» oder «Innovationsförderung». Politiker (und Politikerinnen) lassen sich nicht mit Goldbarren kaufen, Wählerinnen und Wähler schon gar nicht. Unsere Währung sind Arbeitsplätze oder Wohnungen. So manche politische Idee überlebt die Ankündigung eines Arbeitsplatzabbaus nicht. Die Frage ist: Wie viele Arbeitsplätze (oder Wohnungen) braucht es, um eine politische Überzeugung ins Wanken zu bringen? Welchen Preis hat unsere Moral?

Genau davon handelt «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt. Sie erinnern sich: Die Schweizer Kleinstadt Güllen ist bankrott, der Ort ist abgehängt. An der Bahnstation halten kaum mehr Züge, die meisten fahren durch. Auch die Menschen sind abgehängt, schäbig gekleidet, ohne Perspektiven. Ein einziger Hoffnungsschimmer besteht: Die Milliardärin Claire Zachanassian, als Kläri Wäscher in Güllen aufgewachsen, hat ihren Besuch angekündigt. Die Stadt putz sich heraus, der Bürgermeister übt seine Rede, Ex-Freund Ill soll bei seiner alten Flamme zart vorfühlen, ob sie ihrer alten Heimat nicht mit einer Spende unter die Arme greifen könnte.

Da ist das Donnern des nahenden D-Zuges zu hören, Bremsen kreischen, auf allen Gesichtern drückt sich fassungsloses Erstaunen aus. Der D-Zug hält in Güllen, dem erbärmlichsten Nest der Strecke Venedig–Stockholm! Claire Zachanassian hat im Zug die Notbremse gezogen, damit sie in Güllen aussteigen kann.

CLAIRE ZACHANASSIAN Bin ich in Güllen?
DER ZUGFÜHRER Sie zogen die Notbremse, Madame.
CLAIRE ZACHANASSIAN Ich ziehe immer die Notbremse.
DER ZUGFÜHRER Ich protestiere. Energisch. Die Notbremse zieht man nie in diesem Lande, auch wenn man in Not ist. Die Pünktlichkeit des Fahrplans ist oberstes Prinzip. Darf ich um eine Erklärung bitten?

— 22

Der Zugführer droht: «Madame, das wird Sie teuer zu stehen kommen.» Aber die Zachanassian zuckt nur mit den Schultern und weist ihren Butler an, dem Zugführer ein paar Tausender zu geben.

Der Gemeindepräsident flüstert dem Zugführer etwas ins Ohr.
DER ZUGFÜHRER bestürzt Gnädige sind Frau Claire Zachanassian? Oh, pardon. Das ist natürlich etwas anderes. Wir hätten selbstverständlich in Güllen gehalten, wenn wir nur die leiseste Ahnung – Sie erhalten Ihr Geld zurück, gnädige Frau – viertausend – mein Gott.
ALLE murmelnd Viertausend.
CLAIRE ZACHANASSIAN Behalten Sie die Kleinigkeit.
ALLE murmelnd Behalten.
DER ZUGFÜHRER Wünschen gnädige Frau, daß der ›Rasende Roland‹ wartet, bis Sie Güllen besichtigt haben? Die Eisenbahndirektion würde dies mit Freuden billigen. Das Münsterportal soll sehenswert sein. Gotisch. Mit dem Jüngsten Gericht.
CLAIRE ZACHANASSIAN Brausen Sie mit Ihrem Zug davon

— 23

Schon auf den ersten Seiten macht Dürrenmatt klar, wer hier das Sagen hat: das liebe Geld. Eben noch war die Pünktlichkeit des Fahrplans das oberste Prinzip, weshalb man in diesem Land die Notbremse nie zieht, auch nicht, wenn man in Not ist. Ein paar Tausender genügen, und dieses oberste Prinzip erweist sich als Kartenhaus.

So richtig in die Vollen geht die Milliardärin später, beim Festessen im «Goldenen Apostel»:

CLAIRE ZACHANASSIAN Bürgermeister, Güllener. Eure selbstlose Freude über meinen Besuch rührt mich. Ich war zwar ein etwas anderes Kind, als ich nun in der Rede des Bürgermeisters vorkomme, in der Schule wurde ich geprügelt, und die Kartoffeln für die Witwe Boll habe ich gestohlen, gemeinsam mit Ill, nicht um die alte Kupplerin vor dem Hungertode zu bewahren, sondern um mit Ill einmal in einem Bett zu liegen, wo es bequemer war als im Konradsweilerwald oder in der Peterschen Scheune. Um jedoch meinen Beitrag an eure Freude zu leisten, will ich gleich erklären, daß ich bereit bin, Güllen eine Milliarde zu schenken. Fünfhundert Millionen der Stadt und fünfhundert Millionen verteilt auf alle Familien.
Totenstille.
DER BÜRGERMEISTER stotternd Eine Milliarde.
Alle immer noch in Erstarrung.
CLAIRE ZACHANASSIAN Unter einer Bedingung.
Alle brechen in einen unbeschreiblichen Jubel aus. Tanzen herum, stehen auf die Stühle, der Turner turnt usw. Ill trommelt sich begeistert auf die Brust.
ILL Die Klara! Goldig! Wunderbar! Zum Kugeln! Voll und ganz mein Zauberhexchen! Er küßt sie.
DER BÜRGERMEISTER Unter einer Bedingung, haben gnädige Frau gesagt. Darf ich diese Bedingung wissen?
CLAIRE ZACHANASSIAN Ich will die Bedingung nennen. Ich gebe euch eine Milliarde und kaufe mir dafür die Gerechtigkeit.

— 44

Als sie noch Kläri hiess, wurde sie von Alfred Ill geschwängert. Der stritt die Vaterschaft aber mit Hilfe von zwei bestochenen Zeugen ab. Sie wurde aus der Stadt getrieben. Der Richter von damals ist heute ihr Butler, die beiden bestochenen Zeugen sind in ihrem Begleittross. Die Milliarde für Güllen knüpft sie deshalb an die Bedingung, dass jemand Alfred Ill tötet.

Der Bürgermeister steht auf, bleich, würdig.
DER BÜRGERMEISTER Frau Zachanassian: Noch sind wir in Europa, noch sind wir keine Heiden. Ich lehne im Namen der Stadt Güllen das Angebot ab. Im Namen der Menschlichkeit. Lieber bleiben wir arm denn blutbefleckt.
Riesiger Beifall.
CLAIRE ZACHANASSIAN Ich warte.

— 49

Ganz ähnlich, wie sich in «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch die Brandstifter nicht verstecken, macht Claire Zachanassian ihr Angebot öffentlich, vor der ganzen Stadt. Natürlich lehnt der Bürgermeister ab, im Namen der Menschlichkeit. Das Nein der Bürger ist echt: Die Güllener sind keine Bösewichte. In den Anmerkungen zum Stück schreibt Dürrenmatt, die Güllener seien …

…Menschen wie wir alle. Sie sind nicht böse zu zeichnen, durchaus nicht; zuerst entschlossen, das Angebot abzulehnen, machen sie nun Schulden, doch nicht im Vorsatz, Ill zu töten, sondern aus Leichtsinn, aus einem Gefühl heraus, es lasse sich alles schon arrangieren.
— 143

Denn schon kurz nach dem Applaus, den die Bürger ihrem Bürgermeister spenden, kaufen die Kunden im Laden von Alfred Ill plötzlich besseren Tabak, Vollmilch, Schokolade und lassen anschreiben. Ill sieht auf die Füsse seiner Mitbürger und dann packt ihn das Grauen:

ILL Helmesberger!
Er bleibt stehen. Ill kommt zu ihm.
ILL Du hast neue Schuhe. Gelbe neue Schuhe.
DER ZWEITE Nun?
ILL blickt nach den Füßen des Ersten Auch du, Hofbauer. Auch du hast neue Schuhe. Er blickt nach den Frauen, geht zu ihnen, langsam, grauenerfüllt. Auch ihr. Neue gelbe Schuhe. Neue gelbe Schuhe.
DER ERSTE Ich weiß nicht, was du daran findest.
DER ZWEITE Man kann doch nicht ewig in den alten Schuhen herumlaufen.
ILL Neue Schuhe. Wie konntet ihr neue Schuhe kaufen?
DIE FRAUEN Wir ließen’s aufschreiben, Herr Ill, wir ließen’s aufschreiben.
ILL Ihr ließet’s aufschreiben. Auch bei mir ließet ihr’s aufschreiben. Besseren Tabak, bessere Milch, Kognak. Warum habt ihr denn auf einmal Kredit in den Geschäften?
DER ZWEITE Bei dir haben wir ja auch Kredit.
ILL Womit wollt ihr zahlen?
Schweigen. Er beginnt die Kundschaft mit Waren zu bewerfen. Alle flüchten.

— 59

Es gibt keinen Aufstand und kein Komplott, niemand hat beschlossen, Alfred Ill zu töten. Aber ähnlich, wie ein Börsenkurs die erwartete Entwicklung eines Unternehmens abbildet, zeigen die gelben Schuhe, was die Güllener erwarten. Börsenkurs und Schuhe werden zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung, denn je mehr Güllener sich auf Kredit etwas kaufen, desto mehr rechnen sie nicht nur mit der Milliarde, sondern sind auch auf das Geld angewiesen. Die Entscheidung über Leben und Tod des Alfred Ill fällt nicht an der Gemeindeversammlung, sondern in den Läden – ironischerweise macht auch Alfred Ill damit plötzlich gute Geschäfte. Die Güllener lügen nie. Sie verschulden sich nur. Und Alfred Ill geht durch die Hölle. Dem Pfarrer gesteht er seine Verzweiflung.

ILL Die Leute sind fröhlich. Die Mädchen schmücken sich. Die Burschen tragen bunte Hemden. Die Stadt bereitet sich auf das Fest meiner Ermordung vor, und ich krepiere vor Entsetzen.
DER PFARRER Positiv, nur positiv, was Sie durchmachen.
ILL Es ist die Hölle.
DER PFARRER Die Hölle liegt in Ihnen. Sie sind älter als ich und meinen die Menschen zu kennen, doch kennt man nur sich. Weil Sie ein Mädchen um Geld verraten haben, einst vor vielen Jahren, glauben Sie, auch die Menschen würden Sie nun um Geld verraten. Sie schließen von sich selbst auf andere. Nur allzu natürlich. Der Grund unserer Furcht liegt in unserem Herzen, liegt in unserer Sünde: Wenn Sie dies erkennen, besiegen Sie, was Sie quält, erhalten Waffen, dies zu vermögen.
ILL Siemethofers haben sich eine Waschmaschine angeschafft.
DER PFARRER Kümmern Sie sich nicht darum.
ILL Auf Kredit.
DER PFARRER Kümmern Sie sich um die Unsterblichkeit Ihrer Seele.
ILL Stockers einen Fernsehapparat.
DER PFARRER Beten Sie. Sigrist, das Beffchen.
Der Sigrist bindet dem Pfarrer das Beffchen um.
DER PFARRER Durchforschen Sie Ihr Gewissen. Gehen Sie den Weg der Reue, sonst entzündet die Welt Ihre Furcht immer wieder. Es ist der einzige Weg. Wir vermögen nichts anderes.
Schweigen. Die Männer mit ihren Gewehren verschwinden wieder. Schatten an den Rändern der Bühne. Die Feuerglocke beginnt zu bimmeln.
DER PFARRER Nun muß ich meines Amtes walten, Ill, muß taufen. Die Bibel, Sigrist, die Liturgie, das Psalmenbuch. Das Kindchen beginnt zu schreien, muß in Sicherheit gerückt werden, in den einzigen Schimmer, der unsere Welt erhellt.
Eine zweite Glocke beginnt zu läuten.
ILL Eine zweite Glocke?
DER PFARRER Der Ton ist hervorragend. Nicht? Voll und kräftig. Positiv, nur positiv.
ILL schreit auf Auch Sie, Pfarrer! Auch Sie!
DER PFARRER wirft sich gegen Ill und umklammert ihn Flieh! Wir sind schwach, Christen und Heiden. Flieh, die Glocke dröhnt in Güllen, die Glocke des Verrats. Flieh, führe uns nicht in Versuchung, indem du bleibst.

— 74

Führe uns nicht in Versuchung, sagt der Pfarrer. Doch auch die Kirche hat sich auf Kredit bereits eine zweite Glocke gekauft. Auf Deutsch ist das Wort «Schuld» doppeldeutig: Es meint die Schulden, die alle Güllener jetzt bei ihren Krämern machen, aber auch die moralische Schuld, die jemand auf sich lädt. Bei Dürrenmatt führen Schulden direkt zur kollektiven Schuld.

Natürlich versucht Alfred Ill, dem drohenden Tod zu entkommen und zu fliehen. Die Güllener stehen am Bahnhof um ihn herum und wünschen ihm gute Reise. Der Zug fährt ein. Es ist eine unheimliche Szene. Ill fürchtet, zurückgehalten zu werden. «Unsinn», sagt der Polizist. «Sie brauchen nur in den Zug zu steigen, um zu sehen, daß dies Unsinn ist.» Aber Ill schafft es nicht, in den Zug einzusteigen, er bricht zusammen.

Im dritten Akt beruft der Bürgermeister eine Gemeindeversammlung ein, grosses Brimborium, dabei sind auch der «Rundfunk, das Fernsehen, die Filmwochenschau». Der Lehrer hält eine ergreifende Rede über die Gerechtigkeit und den Reichtum an Gnade, dann stimmen die Güllener ab: «Wer reinen Herzens die Gerechtigkeit verwirklichen will, erhebe die Hand.» Alle (ausser Alfred Ill natürlich) erheben die Hand. Einstimmig sprechen sie im Chor nach, was der Bürgermeister vorsagt: Sie nehmen die Stiftung nicht des Geldes wegen an, sondern der Gerechtigkeit wegen. Denn wir «können nicht leben, wenn wir ein Verbrechen unter uns dulden – damit unsere Seelen nicht Schaden erleiden». Danach bilden die Männer eine Gasse, Ill geht hindurch, und als sie sich wieder öffnet, liegt er tot am Boden. Der Arzt stellt Herzschlag fest. Die anwesende Presse meldet: Tod aus Freude. Am Ende braucht es keinen Mörder und alle kriegen, was sie wollen: Der Pfarrer sein reines Gewissen, die Bürger ihre Milliarde, Claire ihre Gerechtigkeit.

Max Frischs Biedermann verrät seine Moral aus Angst und Dünkel. Die Güllener verraten ihre Moral auf Raten. Es gibt kein Mordkomplott. Die Güllener kaufen nur Schokolade, Tabak und gelbe Schuhe. Die Abstimmung ist nur Formsache, die Entscheidung ist längst gefallen. Die Moral ist nur Staffage. Am Ende geht es darum, dass die Rechnung beglichen wird. Claire bezahlt die Milliarde, die Güllener bezahlen ihre Schulden und Alfred Ill bezahlt mit seinem Leben. Die Rechnung geht auf. Am Ende sagen alle im Chor:

ALLE Bewahre die heiligen Güter uns, bewahre
den Frieden
Bewahre die Freiheit.
Nacht bleibe fern
Verdunkele nimmermehr unsere Stadt
Die neuerstandene prächtige
Damit wir das Glück glücklich genießen.

— 134

Güter, Frieden, Freiheit, Glück – es sind Worte, die wir auch von unseren Politikern hören. Selbstverständlich sind das alles keine bösen Menschen, durchaus nicht, sie machen nur Schulden, aus Leichtsinn, aus einem Gefühl heraus, es lasse sich alles schon arrangieren, weil irgendjemand die Rechnung bezahlt. Sie vergessen dabei, dass auch das seinen Preis hat.

Bei Max Frisch ist es die Eitelkeit und Selbstüberschätzung von Gottlieb Biedermann, die zur Katastrophe führen. Bei Friedrich Dürrenmatt sind es die gelben Schuhe: Sie sind keine Frage von Moral oder Gerechtigkeit, sondern das legitime Bedürfnis des kleinen Mannes, der sich nicht darum kümmert, welche Folgen es hat. Was mich beschäftigt: Die Brandstiftung bei Frisch und die Bestechung bei Dürrenmatt finden beide in aller Öffentlichkeit statt. Nichts ist geheim. Als würde jemand in aller Öffentlichkeit einem Politiker einen Goldbarren auf den Schreibtisch legen. Die Handlung rollt, obwohl alle gut informiert sind. Die grosse Frage ist: Was tun? Offenbar liegt es nicht an mangelnden Informationen. Woran liegt es dann?

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Der Kipppunkt des Stücks sind Tabak und Schokolade und die gelben Schuhe: Nach dem ersten Kauf auf Kredit kommt es auf die Abstimmung gar nicht mehr an. Die richtige Haltung nützt an der Gemeindeversammlung nichts mehr. Sie muss früher greifen, vor dem ersten Kauf. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wie stimme ich ab? Sondern: Was habe ich schon auf Kredit gekauft?

Damit Sie sich noch etwas ausführlicher mit Friedrich Dürrenmatt und dem «Besuch der alten Dame» beschäftigen können, habe ich Ihnen mein Herbstklassiker-Quiz gebaut: Testen Sie Ihr Klassiker-Wissen hier:

Herbstklassiker-Quiz

Die Auflösung samt Erklärung erhalten Sie am Schluss.

Basel, 09.10.2026, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch

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Quellen:

Bild: Die gelben Schuhe werden im Stpck von Friedrich Dürrenmatt zum Symbol für den erwarteten Geldsegen. Und was sind Ihre gelben Schuhe?. (mz, generiert mit ChatGPT)
Bogdal, Klaus-Michael; Dürrenmatt, Friedrich: Erläuterungen Der Besuch der alten Dame, 1998.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Besuch der alten Dame: Tragische Komödie, Zürich 2012.
Völkl, Bernd: Lektüreschlüssel Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt: Reclam Lektüreschlüssel XL: Lektüreschlüssel XL für Schülerinnen und Schüler, 101.


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Ein Kommentar zu "#Herbstklassiker 2: Friedrich Dürrenmatt und der grosse Preis"

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