#Verantwortungslücke 2: Wem schuldet Peter Thiel Rechenschaft?

Publiziert am 21. August 2026 von Matthias Zehnder

Vor dem Haus von Peter Thiel in Buenos Aires versammelte sich diese Woche eine seltsame Gruppe: Demonstranten in Gandalf-Kostümen protestierten mit Transparenten, auf denen «You shall not pass!» stand. Fans von «Der Herr der Ringe» wissen: Das ruft Gandalf, als er bei der Flucht aus den Minen von Moria das Monster Balrog auf der Brücke von Khazad-dûm stoppt. Anlass für die Demonstration sind Investitionen von Peter Thiel in Argentinien, insbesondere eine Beteiligung von 76 Millionen Dollar am Ölkonzern Vista Energy. Thiel sollte deshalb Anfang September zusammen mit Präsident Javier Milei an einem Wirtschaftsgipfel in Buenos Aires auftreten. Kurz nach dem Protest sagte er ab: Er könne aufgrund von Terminkonflikten nicht teilnehmen. Ein Zusammenhang mit den Protesten gebe es (natürlich) nicht. Es ist, zumal in Europa, keine grosse Nachricht. Doch sie weist auf eine sehr grundsätzliche Frage hin: Wem schuldet Peter Thiel Rechenschaft? Vielleicht zucken Sie jetzt die Schultern und sagen: «Niemandem!» Peter Thiel ist ein erfolgreicher und schwerreicher Unternehmer – solange er sich an die Gesetze hält, darf er tun und lassen, was er will. Das geht niemanden etwas an. Doch so einfach ist es nicht.

2001 schaute die Welt live im Fernsehen zu, wie nacheinander mehrere Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers krachten. Der Anschlag kam aus heiterem Himmel: Niemand sah die Gefahr kommen. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Geheimdienste eine ganze Reihe von Informationen dazu gehabt hätten. Bloss war niemand in der Lage, daraus ein Bild zusammenzusetzen. Das gab Peter Thiel zu denken. Er fragte sich, ob die Mustererkennung zur Betrugsbekämpfung, wie sie bei seiner Firma PayPal erfolgreich eingesetzt wurde, auch im Kampf gegen Terrorismus nützlich sein konnte. Als eBay 2002 PayPal kaufte, hatte er die Mittel dafür, seine Ideen zu verwirklichen: Peter Thiel gründete 2004 die Firma Palantir Technologies.

Die Firma ist nach den «Palantíri» benannt, den sieben Sehersteinen aus Tolkiens «The Lord of the Rings». In «Der Herr der Ringe» ermöglichen es die mythischen Steine, über grosse Entfernungen hinweg alles zu sehen. Genau das ist das Ziel von Palantir: Die Technologieplattform soll seinen Nutzern einen umfassenden Einblick in komplexe Daten ermöglichen. Die Gandalf-Demonstranten in Buenos Aires versuchen also, Peter Thiel mit seinen eigenen Bildern zu schlagen. Aber warum protestieren sie?

Millionen für Schieferöl

Peter Thiel hat 76 Millionen Dollar in den argentinischen Ölkonzern Vista Energy investiert. Das Unternehmen ist der grösste Schieferöl-Produzent in Argentinien. Peter Thiel investiert damit in die Förderung fossiler Brennstoffe im Vaca-Muerta-Schieferölfeld. Das stösst Klima- und Umweltpolitikern sauer auf. Und nicht nur ihnen: Wenige Monate vorher hatte Peter Thiel eine Villa in Buenos Aires gekauft und sich mit dem argentinischen Präsidenten Javier Milei getroffen. Um was es bei den Gesprächen ging, ob Thiel und Milei über einen Deal oder gar über Steuererleichterungen verhandelt haben, ist nicht bekannt. Womit wir wieder bei der Frage sind: Was geht uns das an? Wem schuldet Peter Thiel Rechenschaft?

Rechenschaft ablegen meint, die Gründe für das eigene Handeln zu erklären und die Verantwortung für das Ergebnis zu übernehmen. Rechenschaft umfasst also nicht nur das Übernehmen der Verantwortung für eine Handlung, sondern auch das Schaffen von Transparenz darüber. Börsenkotierte Unternehmen legen den Aktionären gegenüber Rechenschaft ab, indem sie quartalsweise detaillierte Zahlen vorlegen. Der Staat legt seinen Bürgern gegenüber präzise offen, wie die Steuergelder verwendet werden.

Rechenschaft in fünf Punkten

Mark Bovens, Professor für öffentliche Verwaltung an der Universität von Utrecht, hat sich eingehend mit der Definition von Rechenschaft beschäftigt. Für ihn geht Rechenschaft über Verantwortung hinaus. Er nennt fünf Aspekte von Rechenschaft:

1. Es gibt ein Forum, also ein Gegenüber wie ein Parlament, ein Gericht oder die Öffentlichkeit

2. Der Akteur ist dazu verpflichtet, sich zu erklären

3. Das Gegenüber darf fragen

4. Das Gegenüber kann urteilen

5. Das kann zu konkreten Folgen führen

Für Mark Bovens ist Rechenschaft also nicht dasselbe wie Transparenz. Es genügt nicht, die Öffentlichkeit zu informieren oder ihr das Recht einzuräumen, Fragen zu stellen. Es besteht eine Pflicht zur Auskunft, die Öffentlichkeit kann darüber urteilen und es kann zu Konsequenzen führen.

Wenn wir die Ereignisse in Argentinien anhand der fünf Punkte von Mark Bovens überprüfen, schaut ein bescheidenes Resultat heraus. In Buenos Aires gab es ein Forum: die Demonstranten vor der Villa. Sie durften Fragen stellen und haben sich dafür sogar als Gandalf verkleidet. Damit sind Punkt 1 und Punkt 3 erfüllt. Aber Peter Thiel war nicht verpflichtet zu antworten (Punkt 2). Niemand vor dieser Villa konnte feststellen, dass etwas falsch war (Punkt 4). Und es hatte keine Konsequenzen (Punkt 5). Dass Peter Thiel den Termin abgesagt hat, ist eher ein Ausweichmanöver. Macht zwei von fünf Punkten. Die Gandalfe haben nicht verloren, weil sie zu wenige waren. Sie haben verloren, weil es für Peter Thiel keine Pflicht zur Rechenschaft gibt.

Es kommt nicht auf die Absicht an

Die Frage ist, für wen diese Pflicht zur Rechenschaft gilt. Die klassisch liberale Tradition nimmt vor allem den Staat in die Pflicht. Die öffentliche Macht hat die Pflicht, der Öffentlichkeit Rechenschaft darüber abzulegen, wie diese Macht ausgeübt wird. In seinem Buch «The Digital Republic» weitet Jamie Susskind diese Rechenschaftspflicht auf alle Menschen und Unternehmen aus, die eine quasi öffentliche Macht ausüben können. Er sagt, Freiheit gehe überall dort verloren, wo ein systemisches Machtungleichgewicht herrscht, das es einer Person oder einem Unternehmen erlaubt, willkürlich in das Leben der anderen einzugreifen.

Entscheidend ist dabei, dass es nicht auf die Absicht dessen ankommt, der so viel Macht hat. Jamie Susskind schreibt, das Problem sei nicht Mark Zuckerberg, sondern die Idee eines Mark Zuckerberg, also die Macht, die er hat. Philip Pettit formuliert es in «Republicanism» aus der Sicht des machtlosen Bürgers so: Ein Sklave mit einem gütigen Herrn ist immer noch ein Sklave. Freiheit dürfe deshalb nicht vom Wohlwollen der Mächtigen abhängen. Die Pflicht zur Rechenschaft ist darum keine Frage der Tat, sondern eine Folge der Macht.

Macht konzentriert sich

Deshalb demonstrieren die Gandalfe vor der Villa von Peter Thiel und deshalb zitiert der amerikanische Kongress immer mal wieder Mark Zuckerberg vor einen Ausschuss. Unser Problem ist, dass sich Macht heute viel stärker konzentriert. Ursache dafür sind die Skaleneffekte der digitalen Welt. Die grossen Tech-Unternehmer sind deshalb nicht mehr einfach private Akteure auf einem neutralen Markt. Sie besitzen die Plattformen, wo der politische Diskurs stattfindet. Sie können damit das politische Rederecht der Bürger direkt beeinflussen.

Wir Bürgerinnen und Bürger sind auf diese privaten Infrastrukturen angewiesen. Die Plattformen sind so gebaut, dass der Einzelne sie kaum oder nur mit unzumutbar hohen Verlusten verlassen kann. Netzwerkeffekte und Skaleneffekte haben also dazu geführt, dass wir abhängig geworden sind von den Plattformen: Facebook und Instagram, YouTube und TikTok sind zu Infrastrukturen der Öffentlichkeit geworden. Aber es sind keine öffentlichen Infrastrukturen.

Gewinn vor Gemeinwohl

Es sind private Unternehmen (und Unternehmer). Bei ihnen geht Gewinn vor Gemeinwohl: Ein Privatunternehmen ist primär seinen Aktionären und dem Profit verpflichtet, nicht demokratischen Prinzipien oder dem Wohlergehen einer Gesellschaft. Besonders gut sichtbar ist das an den Algorithmen, die auf Polarisierung und Empörung ausgelegt sind, weil das zu mehr Aufmerksamkeit und Interaktion führt. Aus Sicht der Unternehmen ist das logisch, weil das ihre Kassen füllt.

Und was ist mit Peter Thiel und Palantir? Da geht die Abhängigkeit noch weiter. Bei Facebook oder YouTube bin ich Nutzer: Ich habe ein Konto eröffnet und damit den Geschäftsbedingungen zugestimmt. Ich rufe die App auf und konsumiere die Inhalte. Das mache ich alles freiwillig, ich könnte – mindestens theoretisch – in meinem Leben diesen Netzwerken den Stecker ziehen. Bei Palantir ist das anders: Da bin ich nicht Nutzer, sondern Gegenstand des Netzwerks. Ich habe kein Konto, ich habe nie etwas zugestimmt, ich erfahre auch nichts und ich kann auch nicht austreten.

Freiheit ohne Demokratie?

Umso mehr wären Palantir und Peter Thiel zur Rechenschaft verpflichtet. Wie schneidet Thiel in Bezug auf die fünf Aspekte der Rechenschaft von Mark Bovens ab? Oberflächlich betrachtet, ist Palantir so transparent wie jede andere börsenkotierte Firma: Es gibt SEC-Filings bei der amerikanischen Börsenaufsicht, Unterlagen für Aktionäre, Jahresberichte und Informationen über die Technologie. Auch Peter Thiel sagt offenherzig, was er will.

Schon 2009 veröffentlichte Thiel einen Essay, in dem er schrieb: «Ich glaube nicht mehr daran, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.» Politik und Technologie befänden sich in einem «tödlichen Wettlauf». Der Ausgang sei ungewiss:

[[Anders als in der Politik könnten in der Welt der Technologie die Entscheidungen einzelner Menschen nach wie vor von entscheidender Bedeutung sein. Das Schicksal unserer Welt könnte von den Bemühungen einer einzigen Person abhängen, die die Maschinerie der Freiheit aufbaut oder verbreitet, die die Welt für den Kapitalismus sicher macht.|Peter Thiel: The Education of a Libertarian. 2009]]

Er sieht sich selbst als einen jener Menschen, die sich um das Schicksal der Welt bemühen. Nur ziehen Peter Thiel und die Welt daraus konträre Schlüsse: Peter Thiel folgert daraus, dass er deshalb der Welt keine Rechenschaft schuldet – und wir sehen es genau umgekehrt. Die Gandalf-Demonstration vor seiner Villa hat ihn jedenfalls mit dem Wunsch der Welt nach Rechenschaft konfrontiert. Peter Thiel hat darauf reagiert, indem er den geplanten öffentlichen Auftritt abgesagt hat. Er hat sich der Rechenschaft entzogen.

Ausstieg oder Protest

Der amerikanische Ökonom und Sozialwissenschaftler Albert O. Hirschman (1915–2012) hat untersucht, wie die Menschen reagieren, wenn die Qualität einer Organisation, eines Unternehmens oder eines Staates nachlässt. Etwas vereinfacht gesagt unterscheidet er primär zwei Reaktionen. Er nennt sie Exit und Voice:

Exit: Der Ausstieg ist die klassische Reaktion in der Wirtschaft: Wenn der Kunde nicht zufrieden ist, wechselt er zur Konkurrenz, kündigt das Abo oder verlässt die Organisation. Kundinnen und Kunden nutzen so ihre Freiheit.

Voice: Widerspruch und Protest sind die politische Form der Reaktion: Der Mensch bleibt Mitglied und versucht, durch Kritik, Verhandlungen oder Protest Veränderungen herbeizuführen. Staatsbürger können ja dem Staat nicht einfach künden.

Im Verhältnis zu den grossen US-Techfirmen haben sich die Reaktionen ins Gegenteil verkehrt: Weil die Unternehmen so gross und so wichtig sind, können wir Nutzerinnen und Nutzer nicht einfach aussteigen. Als Bürger eines Staates bleibt uns nur der Protest. Umgekehrt ist es bei den grossen Tech-Unternehmern: Sie sind so reich und so mächtig, dass ihr Verhältnis zu den Staaten dem Verhältnis eines Kunden zu einer Firma entspricht. Wenn ihnen etwas nicht passt, gehen sie einfach. So hat es Elon Musk gemacht, als er seine Firmen nach Texas zügelte und so macht es Peter Thiel, wenn er sich dem Protest in Argentinien entzieht. Er hat übrigens längst nicht mehr nur einen amerikanischen Pass, sondern auch einen neuseeländischen.

Bei Palantir übrigens gibt es weder Exit noch Voice: Es gibt keinen Vertrag, den man kündigen könnte, und es ist kein Widerspruch möglich, weil wir es gar nicht erfahren, wenn wir erfasst worden sind. Das Problem ist also nicht, dass Palantir nicht antwortet, das Problem ist, dass wir gar nie in die Lage kommen, Fragen zu stellen.

Palantir in Zürich

Und warum geht uns das etwas an? Weil Zürich der «Dreh- und Angelpunkt für Palantir» in Europa ist, wie die «Republik» schreibt. Damit wird die Tätigkeit des Unternehmens auch zu einer Angelegenheit des Landes. Der Grund ist das Söldnergesetz. Die «Republik» schreibt, davon seien Unternehmen betroffen, die «von der Schweiz aus private Sicherheits­dienst­leistungen im Ausland erbringen». Logistische Unterstützung, etwa der Aufbau und die Instandhaltung von IT-Infrastruktur, falle unter dieses Söldnergesetz, deshalb könne es sein, dass Palantir seine Tätigkeiten «anmelden und durch eine Schweizer Behörde genehmigen lassen» müsse. Mit anderen Worten: Palantir müsste dann in der Schweiz Rechenschaft ablegen.

Gegen die Berichterstattung der «Republik» über Palantir hat das Unternehmen vor dem Zürcher Handelsgericht geklagt und verlangt, dass es Gegendarstellungen von Palantir publiziert. Mitte Juni hat das Gericht 22 von 23 Klagepunkten abgewiesen. Wenn wir also fragen, wem Peter Thiel Rechenschaft schuldet, haben wir in der Schweiz eine Antwort: dem Zürcher Handelsgericht. Nur ist Palantir dort nicht als Beklagter erschienen, sondern als Kläger. Der Konzern hat das Gericht selbst angerufen, weil es ihm nützte.

Der Sauron-Effekt

Peter Thiel hat mit dem Namen «Palantir» die Wirkung des Unternehmens wohl präziser getroffen, als ihm lieb ist. Bei Tolkien dienen die Sehersteine nämlich nicht nur zur Beobachtung, sondern auch zur Beeinflussung. Als Saruman den Stein erhält und hineinschaut, gerät er unter die Kontrolle von Sauron. Weil Denethor, der Truchsess von Gondor, den Stein benutzt, altert er rapide und endet in Verzweiflung und Selbstmord.

Saruman und Denethor sehen nur, was Sauron sie sehen lässt. Die Einzelheiten stimmen immer, aber sie sind perfide ausgewählt. Die Täuschung entsteht nicht durch Falschinformation, sondern durch kuratierte Wahrheit. Saruman und Denethor merken das nicht, weil sie es nicht überprüfen (oder nicht überprüfen können).

Die Regel für den Alltag

Die entscheidende Frage, die uns im Alltag weiterhilft, ist deshalb nicht, ob stimmt, was da steht. Die Frage, ob es ein Mensch oder ein Unternehmen gut meint, hilft auch nicht. Entscheidend ist, wer den Menschen oder die Unternehmung stoppen könnte. Letzte Woche habe ich Sie dazu aufgefordert, das Subjekt zu suchen. Die Frage war also: Wer handelt? Diese Woche lautet die Frage (leicht zugespitzt): Suchen Sie den Dativ. Die Frage lautet also: Wem gegenüber handelt der Mensch oder das Unternehmen?

Es genügt nicht, wenn eine Firma schreibt: «Wir nehmen unsere Verantwortung wahr.» Die Frage ist: Wem gegenüber? «Wir stehen für unsere Werte ein.» Aber wer darf die Firma dabei prüfen? «Wir setzen auf Transparenz.» Und wer beurteilt das? Mark Bovens hat Rechenschaft als Teil einer Beziehung definiert: Es geht deshalb nicht nur um das Wer und das Was, sondern auch um das Wem.

Im Alltag ist es gar nicht so einfach, die Kriterien für Rechenschaft im Auge zu behalten. Mark Bovens definiert Rechenschaft als Beziehung mit fünf Bestandteilen. Fällt einer aus, gibt es keine Rechenschaft mehr, auch wenn alle anderen intakt sind. Es ist eine Kette, die am schwächsten Glied reisst. In einem kleinen Denkwerkzeug habe ich Ihnen acht Übungsfälle aufbereitet. Sie können selbst entscheiden, ob die Rechenschaftskette, wie sie Mark Bovens vorschlägt, durchgehend hält, oder ob sie, wie im Fall von Peter Thiel in Buenos Aires, bricht.

Die Rechenschaftskette

Unser Problem ist, dass immer mehr digitale Unternehmen die Staaten wie Kunden behandeln und ihre Kundinnen und Kunden wie Bürger eines Staates. Auf schreckliche Weise könnte die These von Peter Thiel, dass Freiheit und Demokratie nicht mehr miteinander vereinbar seien, eingetroffen sein. Allerdings aus einem ganz anderen Grund, als er meint: Demokratien sind heute oft zu schwach, um von den grossen Tech-Unternehmen Rechenschaft einzufordern und so unsere Freiheit zu schützen.

Basel, 21.08.2026, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch

Serie

Die Verantwortungslücke

# Beitrag Denkwerkzeug
1 #Verantwortungslücke 1: Was wusste Sam Altman? Der Steinwurf
2 #Verantwortungslücke 2: Wem schuldet Peter Thiel Rechenschaft? Die Rechenschaftskette

 

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Quellen:

Bild: Peter Thiel glaubt nicht daran, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.. (KEYSTONE/EPA/Jim Lo Scalzio)
Aytac, Ugur (2024): Digital Domination: Social Media and Contestatory Democracy, in: Political Studies, 72,1, 2024, S. 6–25, https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/00323217221096564 [20.08.2026].
Bovens, Mark (2007): Analysing and Assessing Accountability: A Conceptual Framework1, in: European Law Journal, 13,4, 2007, S. 447–468, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-0386.2007.00378.x [21.08.2026].
Fichter, Adrienne; Meyer, Marguerite; Naegeli, Lorenz; Oertli, Balz; Steiner, Jennifer (2025): Warum Palantir zum Risiko für die Schweiz wird, in: Republik, 2025, https://www.republik.ch/2025/12/09/warum-palantir-zum-risiko-fuer-die-schweiz-wird [21.08.2026].
Hirschman, Albert O. (2004): Exit, voice, and loyalty: responses to decline in firms, organizations, and states, Cambridge, Mass 2004.
Hoeksema, Bernd (2023): Digital Domination and the Promise of Radical Republicanism, in: Philosophy & Technology, 36,1, 2023, S. 17, https://link.springer.com/10.1007/s13347-023-00618-7 [20.08.2026].
Pettit, Philip (1997): Republicanism: A Theory of Freedom and Government, Oxford 1997 Oxford Political Theory Ser.
Susskind, Jamie (2022): The Digital Republic: On Freedom and Democracy in the 21st Century, New York 2022.
The Education of a Libertarian, in: Cato Unbound, 2009, https://www.cato-unbound.org/2009/04/13/peter-thiel/education-libertarian [21.08.2026].
Streit nach Artikel – «Republik» siegt vor Gericht gegen Tech-Konzern Palantir, in: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 2026, https://www.srf.ch/news/schweiz/streit-nach-artikel-republik-siegt-vor-gericht-gegen-tech-konzern-palantir [21.08.2026].
Peter Thiel Targeted by Gandalf Protest Group in Argentina, in: Yahoo News, 2026, https://www.yahoo.com/news/videos/peter-thiel-targeted-gandalf-protest-232823552.html [21.08.2026].
Peter Thiel drops Argentina event as protests target his investments – UPI.com, in: UPI, https://www.upi.com/Top_News/World-News/2026/08/19/latam-argentina-peter-thiel-gandalf-protest/2571787164162/ [21.08.2026].


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3 Kommentare zu "#Verantwortungslücke 2: Wem schuldet Peter Thiel Rechenschaft?"

  1. Lieber Matthias Zehnder,
    Grossartig, dass ich das gelesen habe (obwohl ich anderes zu tun hätte :-D). Beim Begriff der „Rechenschaft“ hatte ich eine Verstehens-Lücke, ich begreife das erst richtig (bzw. deutlich besser als zuvor) durch diesen Artikel und das interessante Denkwerkzeug: Ganz herzlichen Dank!
    Andres Hsu

  2. Matthias Zehnder hat hier einen sehr klugen und einleuchtenden Wochenkommentar geschrieben. Er beschränkt sich mit gutem Grund auf das Thema Verantwortlichkeit und Verantwortung und geht auf Peter Thiels pseudo-theologische Ansichten, nach denen eine Regulierung von Big Tech das „Werk des Antichrist“ (Tages-Anzeiger, 14.04.2026) sei, hier nicht weiter ein. Ich möchte mir einen anderen Hinweis erlauben. In der deutschen Verfassung steht ein wichtiger Satz, der oft vergessen wird: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ (Grundgesetz Art. 14 Abs. 2) In meinen Augen passt das zur – ja, nennen wir es doch beim Namen: zur völligen Verantwortungslosigkeit Peter Thiels. Statt mit irgendeinem „Antichrist“ und dem angeblich bevorstehenden Weltuntergang könnte sich ja mal mit der christlichen Soziallehre beschäftigen.

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