Schlagwort-Archive: Christoph Blocher

Herr Blocher, ich habe da noch ein paar Fragen

In seinem heutigen Interview mit der NZZ wünscht sich Alt-Bundesrat Christoph Blocher ein Europa der Vaterländer. Wörtlich sagt er: Meines Erachtens wäre ein Europa richtig, wie es de Gaulle propagiert hatte: ein Europa der Vaterländer. Konkret wünscht sich Blocher, dass die EU langsam wieder aufbricht und die Nationalstaaten mehr Bewegungsraum erhalten.

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Das Volk und die Bildungselite – eine gestörte Beziehung

Die Eliten sind selbst schuld: Sie haben den Kontakt zum Volk verloren. Das war der Tenor vieler Kommentare nach der Wahl von Donald Trump. Zu diesen bösen Eliten gehören auch die Journalisten. Sie seien einseitig links und hätten Trump zu Unrecht verteufelt. Es sei deshalb Zeit, dass die Eliten umkehren und dem «Volk» zuhören. Alles falsch. Wenn wir etwas stärken müssen, dann die Bildungselite. Und wenn jemand zuhören sollte, dann das «Volk». Und die Politiker.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Präsident Trump: Die Medien sind schuld

In den letzten Tagen haben die Medien viele Gründe aufgeführt, warum Donald Trump trotz Lügen, Hass und Pöbeleien Hillary Clinton besiegt hat. Bloss sich selbst haben sie ausgespart. Denn am Grosserfolg von Donald Trump sind ganz zuvorderst die Medien selber schuld. Konkret: die Journalisten. Eine Nachwahl-Medienschelte.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare

Warum Populisten die Demokratie zu Grabe tragen

Donald Trump ist ganz sicher ein Populist, Christoph Blocher auch, Erdoğan und Orbán ebenfalls. Populisten haben den Anspruch, den alleinigen, richtigen Willen des wahren Volkes zu vertreten – und werden gerade deshalb zu Totengräbern der Demokratie. Denn es gibt in einer pluralistischen Gesellschaft das Volk so wenig wie den einen Volkswillen. Ein Pamphlet wider den Populismus.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , | 6 Kommentare

Ist das Volk wirklich klug? Oder nur langsam?

Als Deutschland am 1. September 1939 Polen überfiel, war Astrid Lindgren 32 Jahre alt, Mutter zweier Kinder und von Beruf Sekretärin. Bis auf einige Kurzgeschichten in Zeitschriften hatte sie noch nichts veröffentlicht. Am Tag, als Deutschland Polen überfiel, nahm sie ein Notizbuch zur Hand, klebte den Zeitungsausschnitt mit der Berichterstattung über den Deutschen Überfall ein und notierte dazu, was sie sich dachte. Bis Ende 1945 führte sie auf diese Weise Tagebuch. Sie wusste über den Krieg nur das, was man im neutralen Schweden aus der Zeitung erfahren konnte. Ihre Gedanken über das, was auf der Welt geschieht, sind uns so nah, weil ihre Perspektive auf das Geschehen die gleiche Perspektive ist, die wir heute auf das heutige Geschehen haben. Als die Zeitungen melden, dass die Deutschen Gasangriffe vorbereiten, schreibt sie: Die Menschheit hat nun einmal komplett den Verstand verloren. Bei der Lektüre von Astrid Lindgrens Tagebuch wird einem klar: Die Menschheit ist keinen Schritt weiter. Auch die Schweizer Bevölkerung nicht.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , , | 10 Kommentare

Wie die SVP das Wort Souveränität zum Kampfbegriff macht

Kaum ein Wort hat eine so steile Karriere gemacht in den letzten Jahren wie das Wort Souveränität. Christoph Blocher und die SVP haben das Wort zu einem eigentlichen Kampfbegriff gemacht, zu einem Heiligenschein der Schweiz, den anzutasten ein Frevel wäre. Allerdings sitzen sie dabei einem Missverständnis auf. Oder werfen sie bewusst die Dinge durcheinander und propagieren eine geissenpetrige Freiheit an Stelle der Eingebundenheit in die internationale Staatengemeinschaft?

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , , , | 9 Kommentare

Fetisch Volk. Über die Karriere eines Begriffs bei Somm und Blocher

Sie kennen das: Wer von Atomkraft redet, ist gegenüber AKWs kritisch eingestellt, wer von Kernkraft spricht, sieht kein Problem darin. Auf ähnliche Weise machen die Wörter Volk und Bevölkerung die Position des Sprechers sichtbar: Wer von Bevölkerung redet, meint die Menschen, die in der Schweiz leben, wer vom Volk oder gar vom Schweizervolk redet, meint mehr. Was genau, ist oft nicht ganz klar. Der Begriff Volk hat in jüngster Zeit eine erstaunliche Karriere hingelegt. Wobei: ganz so erstaunlich ist es nicht. Denn Volk ist zur Chiffre für einen verbrämten Schweizer Nationalismus geworden. Grund genug für eine Dekonstruktion des Begriffs.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , , | 23 Kommentare

Donald Trump, Christoph Blocher und der Gurkensalat

Die beiden Milliardäre haben eine interessante Gemeinsamkeit: Donald Trump und Christoph Blocher übergiessen die Eliten ihrer Länder mit Spott und Häme. Natürlich bringt ihnen das in erster Linie viel Aufmerksamkeit in einer Medienlandschaft, die immer stärker Klick-gesteuert ist. Vor allem aber fügen sie ihren Ländern langfristig grossen Schaden zu. Nein, nicht weil ein paar führende Persönlichkeiten beleidigt sind, sondern weil Trump und Blocher mit ihrer Kritik genau jene Strukturen unterminieren, die unsere Länder so erfolgreich machen. Ein Erklärungsversuch.

Veröffentlicht unter Wochenkommentar | Verschlagwortet mit , , | 12 Kommentare