Monatsarchive: Mai 2016

Der Protz

Morgen beginnt am Bundesstrafgericht in Bellinzona der Prozess gegen den Basler Börsenguru Dieter Behring. 800 Millionen Franken beträgt die Deliktsumme, die Rede ist von bis zu 2000 Geschädigten. Behring wollte einst den «genetischen Code der Börse» geknackt haben. Seinen Basler Kunden zog er Millionen aus der Tasche. Wie konnte es nur so weit kommen?

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Genug der Landwirtschaft: es ist Zeit für «Stadtwirte»

Ganz Europa ist am Montagabend ein Stein vom Herzen gefallen: Österreich hat nicht Norbert Hofer von der Rechtspartei FPÖ zum Bundespräsidenten gewählt, sondern den grünen Alexander Van der Bellen. Noch am Sonntagabend lag Hofer vorne. Brieflich Abstimmende vor allem aus den Städten haben das Resultat gekehrt. In Österreich öffnet sich damit, wie in der Schweiz, ein tiefer Graben zwischen einem rechts-konservativen Land und links-liberalen Städten. In Österreich konnten die Städte sich durchsetzen. In der Schweiz sind die Städte politisch vom Land dominiert. Davon profitiert vor allem die Landwirtschaft. Deshalb ist es jetzt Zeit für ein neues Konzept: Das Konzept einer «Stadtwirtschaft». Mit Verfassungsauftrag, versteht sich.

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Geschichte ist nicht Schicksal? Dann lasst uns eingreifen!

Wäre Adolf Hitler zu verhindern gewesen? Wäre Hitler heute zu verhindern? Auf jeden Fall. Geschichte ist kein unvermeidbares Schicksal. Wir haben unsere Geschichte in der Hand. So sah es der deutsch-amerikanische Historiker Fritz Stern. Seine wichtigste These war: Es hätte auch anders herauskommen können – wenn nur jemand die Verantwortung dafür übernommen hätte. Diese Woche ist Fritz Stern neunzigjährig in New York gestorben. Seine Mahnung bleibt bestehen.

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Warum Populisten die Demokratie zu Grabe tragen

Donald Trump ist ganz sicher ein Populist, Christoph Blocher auch, Erdoğan und Orbán ebenfalls. Populisten haben den Anspruch, den alleinigen, richtigen Willen des wahren Volkes zu vertreten – und werden gerade deshalb zu Totengräbern der Demokratie. Denn es gibt in einer pluralistischen Gesellschaft das Volk so wenig wie den einen Volkswillen. Ein Pamphlet wider den Populismus.

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Geranien, Minarette, Stacheldraht: Über das Fremde in der Schweiz

In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» erklärte Andreas Glarner Anfang Woche: Die Schweiz muss ihre grüne Grenze mit einem Stacheldrahtzaun abriegeln. Glarner ist nicht irgendwer, sondern der Asylverantwortliche der SVP. Und die Forderung stand nicht etwa am Schluss des Interviews als Wunsch unter ferner liefen. Das war seine Antwort auf die Frage: Welche Asylpolitik schlagen Sie denn vor? Stacheldraht.

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