Monatsarchive: August 2013

Die Zeit der Anker-Medien ist vorbei — jetzt kommen Anker-Inhalte

Es gab eine Zeit, da schalteten die Schweizerinnen und Schweizer um 12’30 Uhr die Radioapparate ein, um das „Rendezvous am Mittag“ zu hören, die mittägliche Radiosendung des Schweizer Radios DRS. Dabei herrschte andächtige Stille — wer zu laut mit Messer und Gabel klapperte, wurde mit strafenden Blicken zur Ruhe gebracht. Ähnliches wiederholte sich am Abend, entweder um 18’00 Uhr zum „Echo der Zeit“, oder um 19’30 Uhr zur „Tagesschau“. Das ist heute nicht mehr so: Die Sendungen verlieren Hörer und Zuschauer, die Rituale sind erodiert.

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Aufmerksamkeit kontra Vertrauen

Nach dem Suizid von Swisscom-Chef Carsten Schloter wusste eine ganze Reihe von Journalisten sofort, warum Schloter sich umgebracht hatte: Burnout. Allenthalben tauchten Zitate aus Interviews auf, die beweisen sollten, dass der Swisscom-Chef nicht mehr weiter wusste und ausgebrannt war. Freihändig stellten Medien die Diagnose Burnout, suchten die Ursache im sich beständig schneller drehenden Wirtschaftsleben und setzten die Verben dazu nicht einmal in den Konjunktiv. Dazu gab es Interviews mit Spezialisten zu Depression und Managerkrankheiten wie dieses hier. Heute ist bekannt geworden, dass Schloter einen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Offenbar hat er die Trennung von seinen Kindern nicht verdaut. Die Ursache für den Suizid (wenn es den eine einzige Ursache gibt) scheint eher im Privatleben zu suchen zu sein.

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Was zählt, sind Daten. Nicht Smartphone, Tablet & Co.

„Zwei Drittel der Weltbevölkerung haben immer mobile Endgeräte in Reichweite. Der durchschnittliche Anwender nutzt es 150 mal am Tag. Diese Zahlen sprechen Bände über die Bedeutung mobiler Technologien auf einem smarten Planeten. Dabei geht es in erster Linie gar nicht um Endgeräte. Sondern um Daten.“

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Gibt es noch Massenmedien?

Zunächst: Ich verwende hier den Begriff „Massenmedien“ falsch. Gemeint ist nicht das, was man im medientheoretischen Sinn als „Massenmedium“ bezeichnet (also ein Medium, das potenziell gleichzeitig eine Masse von Menschen erreicht, weil es sich im weitesten Sinn um ein Broadcast-Medium handelt, also um ein Medium, das sich dadurch auszeichnet, dass ein Inhalt einmal gefertigt und dann gleichzeitig an viele Menschen verbreitet wird). Nein, ich meine eigentlich: Gibt es noch Medienprodukte, die eine Masse von Menschen, die Mehrheit an einem Ort, erreichen?

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Gibt es in 20 Jahren noch gedruckte Zeitungen?

Es ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Warum arbeitest Du für eine gedruckte Zeitung? Sind Zeitungen nicht am Aussterben? Gibt es in zehn, zwanzig Jahren noch gedruckte Zeitungen? Will sagen: Braucht es sie noch vor lauter Internet und Mobile?

Ich glaube: Ja. Und das sage ich als Internet-Aficionado.

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Was ist ein Medium?

Klar: Medium ist lateinisch und bedeutet sowohl „das Mittlere“ wie „der Mittler“. Bei Zeitung, Radio und Fernsehen scheint die Angelegenheit auch einigermassen klar zu sein. Doch wie verhält es sich beim Internet? Ist das Internet ein Medium? Oder ist es das World Wide Web? Oder beides? Welche Rolle spielen Anbieter wie Google? Oder ist der Computer als Maschine das Medium? Ist demnach alles, was an einem Computer stattfindet, medial?

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