Ronja Beck: «Das mit dem Gefordertwerden hat in der Branche bits überhandgenommen.»

Publiziert am 28. Januar 2026 von Matthias Zehnder

Das 370. Fragebogeninterview, heute mit Ronja Beck, Reporterin bei der «Republik». Sie startet am liebsten lachend in den Tag und greift deshalb zum Zmorge gern zu TikTok. «Seit Jahresbeginn schaue ich oft reflexartig in die Liveticker bei SRF News und Co. zur Brandkatastrophe in Crans-Montana. Dann beginnen meine Tage mit Trauer und Wut», sagt sie. Sie werde aber «damit aufhören müssen, will ich wieder ein glücklicher Mensch werden». Auf die Frage, wie lange es noch gedruckte Tageszeitungen geben wird, antwortet sie sibyllinisch: «Entweder liege ich hier falsch und werde dann die Doofe sein. Oder ich liege richtig und werde traurig sein.» Dass junge Menschen immer weniger journalistische Medien konsumieren, findet sie logisch: «News sind notwendig, aber kalt und hart und überall und alles in allem einfach nervig und too much. Ist so und können wir nicht ändern. Wir können sie aber mit Warmem und Gemütlichem anreichern, indem wir sie in feine Kolumnen, exzellent geschriebene Reportagen und konstruktive Explainern verpacken oder sie damit ergänzen.» Und was sagt sie zur Medienförderung? «Menschen soll man fordern und fördern. Ich glaube, das mit dem Gefordertwerden hat in der Branche bits überhandgenommen.»

Welches Medium darf bei Dir zum Frühstück nie fehlen?

Zum Zmorge verschlinge ich grosse Mengen Dopamin, also TikTok. Ich starte am liebsten lachend in den Tag. Seit Jahresbeginn schaue ich oft reflexartig in die Liveticker bei SRF News und Co. zur Brandkatastrophe in Crans-Montana. Dann beginnen meine Tage mit Trauer und Wut. Ich werde damit aufhören müssen, will ich wieder ein glücklicher Mensch werden.

Wie hältst Du es mit Facebook und Instagram, X, Bluesky, Threads und Mastodon, LinkedIn, YouTube und TikTok?

Facebook für: News tatsächlich; Lebensrealitäten von Menschen ü-50; Mutti-Gruppen

X für: Popkultur; Offizielles; Pikachu

Youtube für: Dokus; Musik; Strickvideos

TikTok für: Spass, Inspiration, Lebenslust; aber auch (ausser morgens) Menschenrechtsverletzungen und zivilen Widerstand dagegen (sehe ich dort schneller und öfter als in den traditionellen Medien)

Wie hat sich Dein medialer Alltag seit Deinem Berufseinstieg verändert?

Ich lese und schaue mehr oder weniger dasselbe, da ist jetzt einfach dieses beklemmende Gefühl in der Brust.

Wenn Du an die Medien in der Schweiz denkst – war früher alles besser oder schlechter?

Für mich als Frau ist im Zweifel früher alles schlechter gewesen.

Haben geschriebene Worte noch Zukunft?

Klar. Also die in diesem Interview hoffentlich nicht, aber andere bestimmt.

Was soll man heute unbedingt lesen?

Laminierte Sicherheitstafeln in Flugzeugen, Packungsbeilagen, Warnhinweise auf Putzmitteln, Kommentare auf TikTok. Generell Dinge, die das eigene Leben potenziell besser und/oder länger machen.

Kannst Du schlechte Bücher weglegen oder musst Du Bücher zu Ende lesen?

Ich kann wegen diesem TikTok da ja kaum gute Bücher zu Ende lesen. Letztens habe ich eines 10 Seiten vor Schluss einfach abgebrochen. Aber «Stranger Things» hat mir gezeigt, dass das vielleicht genau das Richtige war.

Wo erfährst Du Dinge, von denen Du nicht gewusst hast, dass sie Dich interessieren?

Von gutgemachten Filmen und Serien. Nach «The Big Short» habe ich jede noch so grottige Doku zur Finanzkrise geschaut und gelernt, dass nichts auf der Welt so gefährlich ist wie der Mann im Anzug. Nach «Prinzessin Mononoke» wollte ich am liebsten im Wald leben, wäre es bloss nicht so ungemütlich dort.

Wie lange gibt es noch gedruckte Tageszeitungen?

Entweder liege ich hier falsch und werde dann die Doofe sein. Oder ich liege richtig und werde traurig sein. Also platziere ich lieber ein voll nettes und unverfängliches 😊.

Sind Fake News eine Gefahr – oder eine Chance für die Medien?

Keine Ahnung, sind falsche Freunde blöd, oder vielleicht doch toll? Ist es schlecht, wenn einem der Arzt die falschen Medikamente verschreibt, oder eigentlich noch nice?

Wie hältst Du es mit linearem (live) Radio und Fernsehen?

Nehme ich sehr ernst. Bin jedes Mal zerknirscht, wenn ich den Zuschauerwettbewerb bei «1 gegen 100» auf SRF 1 verpasse.

Hörst Du Podcasts? Hast Du einen Lieblingspodcast?

Zählt Domian? Dann Domian. Die Talksendung hat mich wahnsinnig viel über Menschen gelehrt, auch wenn ich das meiste davon nicht wissen wollte oder sollte. Kürzlich habe ich eine Folge aus den frühen Nullerjahren gehört, da erzählte einer dem Jürgen Domian, wie er sich für SM-Spielchen zwei Monate lang im fensterlosen Keller eines Zahnarztes von ebenjenem hat anketten lassen. Das winzige Verliess teilte er sich mit einem Sarg. Da stiess selbst ich Domianerprobte an die Grenzen. Dann sind da die Momente, wo mir der Jürgen tierisch auf die Nerven geht. Aber ich liebe ihn dennoch.

Was bedeutet es für die Medien (und die Gesellschaft), dass laut fög 56 % der 16- bis 29-Jährigen zu den News-Deprivierten gehören?

Mit meinen 21 Jahren falle ich genau in diese Altersklasse. Was soll ich sagen: Logisch sind wir das! Aber im Ernst: News sind notwendig, aber kalt und hart und überall und alles in allem einfach nervig und too much. Ist so und können wir nicht ändern. Wir können sie aber mit Warmem und Gemütlichem anreichern, indem wir sie in feine Kolumnen, exzellent geschriebene Reportagen und konstruktive Explainern verpacken oder sie damit ergänzen. Damit kriegt man vielleicht noch die 25- bis 29-Jährigen. Alle drunter sind für immer und in jeglicher Hinsicht verloren.

Tamedia-VR-Präsident Pietro Supino geht davon aus, dass in zehn Jahren zwischen einem Viertel und einem Drittel der Artikel im «Tages-Anzeiger» von Robotern geschrieben werden. Lässt sich Journalismus automatisieren?

Lustigerweise lässt sich ein Tamedia-VR-Präsident womöglich schon heute durch «Roboter» ersetzen. Oder wurde er das längst, und setzt deshalb so ein Statement ab? Dann würd ichs verstehen.

Führt die Digitalisierung zum Tod der Medien oder im Gegenteil zur Befreiung des Journalismus?

Jesses, geht auch etwas dazwischen? Um diese Frage halbwegs seriös zu beantworten, braucht man Fakten, Zahlen, Studien, jahrzehntelange Fachexpertise. Habe ich gerade nicht zur Hand, also: 😊.

Brauchen wir in der Schweiz eine Medienförderung?

Wie heisst es: Menschen soll man fordern und fördern. Ich glaube, das mit dem Gefordertwerden hat in der Branche bits überhandgenommen.

Schreibst Du manchmal noch von Hand?

Ja, aber es macht mich und alle Lesenden traurig, weil ich eine Sauklaue habe.

Ist (oder war) Donald Trump gut oder schlecht für die Medien?

Er ist der Präsident eines Landes, wo Beamte einer Bundesbehörde täglich Menschen ihren Familien entreissen, entführen oder erschiessen – und das sind nur ein paar der vielen Fascho-Playbook-Gräueltaten, die unter seiner Führung verübt werden. Dann Epstein, Venezuela, Grönland – es stellen sich gerade echt andere Fragen.

Wem glaubst Du?

Meinen Freundinnen, meinem Freund, meiner Familie, der SBB-App.

Dein letztes Wort?

Grüess Seebach!


Ronja Beck
Ronja Beck ist Reporterin bei der «Republik». Sie hat in Basel Kunstgeschichte und Soziologie studiert, danach bei der «TagesWoche», «20 Minuten» und «brand eins» gearbeitet, und nebenher am MAZ in Luzern und an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg eine zweijährige Journalismusausbildung absolviert. Seit 2019 arbeitet sie bei der «Republik» und schreibt dort Langes aber auch (relativ) Kurzes über gesellschaftliche Themen, Popkultur, Zeitgeistliches, Wissenschaft und Varia.


Basel, 28.01.2026, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch

Bild: Nils Fisch

Seit Ende 2018 sind über 360 Fragebogeninterviews erschienen – eine alphabetische Liste mit allen Namen und Interviews gibt es hier: https://www.matthiaszehnder.ch/aktuell/menschenmedien-die-uebersicht/

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5 Kommentare zu "Ronja Beck: «Das mit dem Gefordertwerden hat in der Branche bits überhandgenommen.»"

  1. Bei der Frage nach der Förderung gibt R. Beck an dass es bei ihr in letzter Zeit mehr ums «Fordern» als ums «Fördern» ging. Es habe gar „überhandgenommen“. Einfach mal setzen lassen. Dies aus dem Mund einer 21-jährigen. Gefördert wurde sie sicher schon im Kindergarten vor nicht so langer Zeit, da auch dort heute schon (mit Tablet) voll auf Fördern gesetzt wird. Die ganze Schulzeit werden unsere Kinder gefördert, und auch im Studium – wie schön kann man das bei uns alles belegen. Sicher wurde und wird sie als Jungjournalistin bei ihren Berufsstationen auch Förderung erfahren, zumal es doch alles eher linke Medien waren/sind (oder wird man dort brutalst ausgebeutet? Das würde mich schockieren) bei welchen sie tätig war/ist. Ein bisschen «Fordern» gehört auch dazu. Was andere schon mit 15 Jahren beim Beginn einer Berufslehre erfahren ohne viel Zimperlein, kommt nun so langsam auch mit 21 auf Fr. Beck zu. So was nennt man «Leben».
    Klar schaut jeder für sich, wo er es «am Besten» hat. Dazu gehört auch dass die «Junge Journalistinnen und Journalisten Schweiz» (JJS) die «200 Fr sind genug SRG-SRF-Medien-Zwangs-Gebühren-Initiative» ablehnen. Gründe u.a. weil sie den Berufseinstieg von jungen Medienschaffenden erschwere. Als ich das hörte, war ich froh. Ich dachte schon, es seien egoistische Motive dahinter…. aber die jungen Medienschaffenden haben Angst, dass sie nachher keinen Job mehr bei der SRG erhalten. Ich durschaue, dass es also nicht so sehr eine gesamtgesellschaftliche Optik oder medienpolitische Optik ist, sondern ich empfinde dass es bei dieser «Abstimmungsempfehlung» mehr um die eigene Karriere und goldene Arbeitsposten geht…
    Auch über Trump wird geledert. «Er ist der Präsident eines Landes, wo Beamte einer Bundesbehörde täglich Menschen ihren Familien entreissen, entführen oder erschiessen» lese ich = täglich ist übertrieben, und wenn die ICE jemanden erschiesst, dann nicht aus Freude am Töten. Die Frau im Wagen missbrauchte ihren tonnenschweren SUV als Todesmaschine uns hätte einen Beamten zu Tode gefahren, mehrere Videos auch verschieden Blickwinkel lassen darauf schliessen. Dies nach stundenlangem Auffordern ihren Wagen zu verlassen, mehreren Verfolgungsfahrten nach mehreren Straftaten ihrerseits. Dies alles auch wenn die Frau so harmlos aussah.
    Es seinen «Fascho-Playbook-Gräueltaten». Im Moment leiden die Städte in den USA mehr unter dem Linksterror, Antifa usw… die sie in ihrer Gewalt halten. Das selbe kann man auch bei uns beobachten: Bern (Zerstörungs-Demo), Berlin (Linksextremer Terror Strom, Kalt, Dunkel, Tote durch Erfrieren) und Basel (weekly-Demos mit Sachbeschädigung und mehr) welche immer dem linken Spektrum zuzuordnen sind.
    Auch das Wort Epstein fiel. Es sind immer noch keine Beweise für Schlimmes mit D. Trump aufgefunden worden, die Demokraten stöbern schon wochenlang. Clinton steckt viel tiefer drin in schlimmen Posen und mit sehr junger Gesellschaft, auch Obama wurde abgelichtet. Gegen Trump hat man in diesem Fall einfach gar nichts in der Hand.
    Das Wort «Venezuela»… Der grösste Diktator den das Land je sah wurde ausgeflogen – die einfachen Venezueler jubeln, fühlen sich wie neu geboren. Es bietet Chancen, dieses Land neu Aufzubauen. Klar, die Günstlinge und Zöglinge des Verhafteten darben – doch keine meiner Hände würde ich für dieses Regime dort ins Feuer legen…
    «Grönland» fiel auch in dem Antwortenreigen von Fr. Beck… Dazu sage ich: Der US-Präsident handelt weitsichtig, vorausschauend. Besser die US-Flagge weht dort wie die Chinesische bald, die Russische… Das kleine Dänemark kann diesem riesigen Feck auf der Landkarte und seinen Bewohnern nichts garantieren. Die USA retteten Europa vor den Nazi, schützten jahrelang vor den Russen (so dass wir uns in Ruhe auf das Aufbauen und Finanzieren unserer Sozialindustrie konzentrieren konnten). Schon allein aus DANK sollten die Dänen und ganz Europa Grönland als Vorposten der USA schenken. Es gäbe Stabilität und Ordnung in die Welt. Aber nur wenn man in dieser Sache Vorausschauend und Weitsichtig denkt.
    Das Trump die hohen Medi Preise runterbringen will (unserem Preisniveau anpassen will = grandios. Dass die Wirtschaft in den USA brummt = gut. Und dass die Invasion aus dem Süden gestoppt wurde und den Schleusern ihr Millionenhandwerk gelegt wurde sowie die Drogenrouten unterbunden wurden – New Mexiko dankt, man kann wieder im Vorgarten sitzen ohne von den Drogengangs gleich erschossen zu werden – toll. Das man nun munkelt, Frankfurt (D) würde die neue Ersatz -Drehscheibe – auch «EU-Merz-Klingbeil-Mega-Toll» ?!? Ich weiss nicht so …..
    Ein Tipp an Fr. Beck: ES GIBT IMMER ZWEI SEITEN. Bei allem. Beim Müntz. Bei der Wurst. Beim Blatt Papier. Es lohnt nicht nur einseitig Informiert zu werden, auch wenn die CH-Medienlandschaft so unterwegs ist. Perlen für die andere Sicht ist (meine Nr.1) der «Nebelspalter»-Content (da dort auch der Humor in der Finsterheit nicht zu kurz kommt) sowie auch die klassische Print-«Weltwoche».
    Ein Versuch (im Netz) kostet nichts und schmeckt gut, dazu wünsche ich Ihnen für Ihre weitere Laufband alles Gute. 🍀🍀🍀

    1. Wie kommt Thomas Zweidler darauf, Frau Beck sei 21 Jahre alt? Nach Angaben der „Republik“ ist Ronja Beck Jahrgang 1992 – und selbst wenn sie erst 21 Jahre alt wäre: Berechtigt das Thomas Zweidler zu seinen durchaus ehrverletzenden [„dass es bei dieser „Abstimmungsempfehlung“ mehr um die eigene Karriere und goldene Arbeitsposten geht“] und übergriffigen Vermutungen und Unterstellungen? Und dann die, fast möchte man sagen: unvermeidliche endlose Lobeshymne auf den US-Präsidenten, dessen Namen ich vergessen habe… Grönland? Verkaufen wir doch das Wallis oder das Tessin an die USA, Mafia und ‚Ndrangheta sollten sich in Acht nehmen! [Ende Ironie.] Bei Toten, bei Erschossenen gibt es keine „zwei Seiten“, acht bis zehn Schüsse auf einen gewaltsam am Boden festgehaltenen Mann sprechen nicht für ein irgendwie professionelles Vorgehen. Welche „Lehren“ soll Frau Beck aus Herrn Zweidlers Vorwürfen und „Ratschlägen“ ziehen? Ich wäre froh, wenn Herr Zweidler seine rechtsextremen Ansichten in der „Weltwoche“ verbreitete – Missionierungsversuche gehören nicht in dieses Forum.

      1. Sehr geehrter Herr K. Streiter,
        gerne möchte ich mich in ein paar Zeilen zu Ihrem Leserkommentar äussern. Eine Äusserung, welche den Titel „Zuerst lesen – dann ledern“ tragen könnte… Denn im dieswöchigen „Menschen&Medien“-Fragebogen steht unter der Frage „Was bedeutet es für die Medien (und die Gesellschaft), dass 56 % der 16- bis 29-Jährigen zu den News-Deprivierten gehören?“ Frau Becks Antwort „Mit meinen 21 Jahren falle ich genau in diese Altersklasse.“
        Zudem gab ich Fr. Beck mit, immer jede Seite zu beleuchten. Das tut die von Ihnen finstere Weltwoche. Sie druckt aus Sicht der Ukrainer, der USA, der Russen im Ukraine-Konflikt ab. Und wird deswegen von vielen Einspur-Sicht-Menschen pauschal als „Putin-Freunde“ verunglimpft. Es geht sogar soweit, dass die Herren Köppel und Mörgeli in Ihrer Serie „Meilensteine der Schweizer Geschichte“ die Freimaurer und deren Gebäude in Zürich vorstellten. Einfach so, wie immer in diesem Sendegefäss, um das Wissen Aller zu erweitern. Tags darauf brannte das historische Freimaurer-Gemäuer in Zürichs Altstadt ab. Nun gibt es Stimmen, welche da einen Zusammenhang stricken wollen. Schlimm wäre dies, man würde sich als Journalist keine Zeile über nichts mehr getrauen zu schreiben dürfen. Bashing gegenüber einer Wochenzeitung welche zur Medienvielfalt beiträgt.
        Doch dies ist Auszuhalten. Ich bin kein Trump-Freund und auch kein Putin-Freund, ich bin wahrlich ein neutraler Schweizer. Aber ich wehre mich dagegen, einfach pauschal Trump und dessen Handeln als schlecht abzukanzeln. Und z.B. sofort dem schlimmsten Diktator ever Venezuelas zu helfen. Wissen Sie, wem Sie hier zusprechen? Das berüchtigte Gefängnis „El Helicoide“ – ein spiralförmiger Bau in der Hauptstadt ist die Hölle. Mehrere Räume (OP’s genannt) haben den Zweck, den Gefangenen die Augen auszukratzen. Schlimmer gehts nimmer. Aber klar – Trump ist dagegen der Düsterling. Unsere NGO’s kritisieren, dass Trump auf die Turbo-Schnellbote aus dem Süden auf dem Meer schoss und sie versenkte. Sie haben allesamt Drogen aller schlimmsten Arten an Bord, Millionenwerte und max. 2 Mann Besatzung. Diese Drogen würden an Millionen von US-Bewohnenden amerikanischer und US-Bewohnenden migrantischer Abstammung gehen. Sie würden Millionen Menschen ins Elend treiben. Sie würden ganze Familien zerstören, die Mütter und Väter der Abhängigen leiden und kaputtgehen lassen, sie würden auch Kinder dem Elend überlassen, deren Vater, deren Mutter an den Drogen hängen…. All das will man durch die Boote, welche Elend und Schmerz, Leid und Trauer und Tod nach Nordamerika (und Kanada) bringen verhindern. Doch da Trump es tut, sei es menschenverachtend. Tat es Obama, war es OK.
        So doch nicht, ehrlich. Stellt doch die Ideologie nicht über alles. Das Leben ist real, der Journalismus sollte ebenso real berichten. Schlimme Beispiele dass dies bei uns eben auch nicht so gut läuft gerade wieder letzten Montag: Eine SRG- «Tagesschau»-Sprecherin erklärt: «Die Asylzahlen gehen zurück.» Und weiter: «Letztes Jahr haben 26.000 Personen ein Asylgesuch gestellt – etwas weniger als im Jahr davor. Gleichzeitig haben rund 83.000 Personen die Schweiz verlassen, wie die neuesten Zahlen des Staatssekretariats für Migration zeigen.»
        Doch das sind Fake News. Denn: Im vergangenen Jahr sind 165.000 Personen (!) in die Schweiz eingewandert. 83.000 Personen haben das Land verlassen. Die Nettozuwanderung beträgt somit 82.000 Personen. Dazu kommen rund 13.000 Ukrainer mit Schutzstatus sowie 26.000 Asylgesuche.
        Und weiter leider, sehr leider bläst der Tages-Anzeiger ins selbe Horn welcher titelt: «Zehntausende verlassen die Schweiz.»
        Wie bei SRF soll damit das Narrativ der Verantwortlichen im Bundeshaus bekräftigt werden: Liebe Bürger, macht euch keine Sorgen. In Sachen Zuwanderung läuft alles nach Plan. Es kommen gar nicht mehr viele Menschen in die Schweiz.
        Und ich dachte: Aha – Die Schweiz wird wieder leerer, Autobahnen können wohl zurückgebaut werden, die Wohnungen werden leer, die SBB wird den Fahrplan ausdünnen…. – doch so ist es nicht. Wir wissen es.
        Die 10 Millionen-Initiative“ bachab zu schicken zu versuchen. Das ist es. Mit allen Mitteln. Ist das noch Journalismus? Denn glasklar verfolgt diese Beeinflussung und Lenkung ein Ziel wie erwähnt: Im Sommer kommt die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» zur Abstimmung, die die Zuwanderung steuern möchte. Das Anliegen ist beim Establishment in Medien, Verwaltung und Politik unbeliebt.
        OK – doch nun dies: Mit Fake News wird nun versucht, den Befürwortern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ist das sauber?
        Jetzt ist es am Souverän, diese Tricks zu durchschauen und die richtigen Schlüsse zu ziehen….
        Wieso diese Spielchen. Dieses Mauscheln. Dieses Tricksen? Immerhin: Der Sender brachte am Mittwochabend in der «Tagesschau» eine BERICHTIGUNG. Der Grund: Die SVP hatte eine Richtigstellung gefordert. Die Verantwortlichen im Leutschenbach wollen den Initianten der «200 Franken sind genug»-Initiative wohl nicht noch zusätzliche Munition liefern. Doch unabhängig davon: Der Schaden ist längst angerichtet.
        Und ehrlich: Macht es so wirklich Spass Journalismus zu treiben. Und erst recht: Macht es so wirklich Spass und Freude diesen zu konsumieren. Und noch dafür zu bezahlen. Mir nicht. Dies alles und noch viel mehr versuche ich der am Berginn ihrer Medien-Laufbahn-stehenden 21 jährigen R. Beck aufzuzeigen und ihr nochmals (doppelt hält besser) alles Gute zu wünschen. 🍀🍀🍀

        1. Dieser Punkt geht an Herrn Zweidler: Ja, in einer Antwort von Frau Beck heisst es, sie sei 21 Jahre alt. Die Frage ist, wie glaubwürdig diese Angabe ist: Frau Beck hat studiert, eine zweijährige Journalismusausbildung absolviert und arbeitet seit rund sechs Jahren bei der „Republik“… Da schaue ich doch lieber nach – und finde bei der „Republik“ 1992 als Geburtsjahr. Keine aufwendige Recherche, Punktabzug für Herrn Zweidler, dessen „Lebensweisheiten“ an Frau Beck völlig vorbeigehen. Wenn man das Interview genauer liest, findet man noch mehr Augenzwinkern und Flunkereien bei Frau Beck. Übelnehmen muss man ihr das nicht.
          Übrig bleibt, ich wähle jetzt bewusst das amerikanische Wort dafür: Bullshit. Wenn sich ein US-Präsident um Recht und Gesetz, um die Gewaltenteilung und um das Völkerrecht foutiert, dann gefährdet er nicht nur sein eigenes Land. Institutionen kennt er nicht, von Geschichte weiss er nichts. Und jetzt sollen wir Schweizer zwischen ihm und dem anderen Verbrecher in Moskau „neutral“ hin- und herlavieren? Das hat nichts mit Medienvielfalt, aber viel mit Desinformation zu tun. Frau Beck ist eine durchaus erfahrene Journalistin, Herrn Zweidlers „Rat“ braucht sie nicht.

  2. Vielleicht anders begründet als es die Journalistin Ronja Beck erlebt: auch mich macht es traurig und wütend, wenn ich erfahre, wie Menschen – oft von Medien und Politik gepuscht – sich kollektiv ins Vergnügen flüchten, ohne es merken zu können oder zu wollen, was das für sie und ihre Welt bedeuten kann.

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