Monatsarchive: April 2016

Über Provinzialität und Beleidigtheit als Zeichen der Schweiz

Mit einer Nachricht auf Twitter hat die Baselbieter Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer (SP) einen kleinen Aufruhr ausgelöst. Mit Bezug auf die angedachte Verlegung der juristischen und der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät nach Liestal twitterte Leutenegger-Oberholzer: Ausgerechnet Wirtschaft und Recht sollen mit der Uni BS in die Provinz. Danach war Feuer im Dach. Interessant ist die Angelegenheit, weil sie ein Grundproblem nicht nur des Baselbiets, sondern der ganzen Schweiz auf den Punkt bringt. Aber der Reihe nach.

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Westliche Werte gelten nur für Buben, nicht für Waffenhändler

Der Aufruhr über die beiden Therwiler Buben, die ihrer Lehrerin die Hand nicht geben wollten, hat mehrfach die Titelseiten der Zeitungen gefüllt: Mannhaft wehrten sich Schweizer Bürger dagegen, dass zwei muslimische Buben die westlichen Werte missachten. Problematisiert wurde dabei auch eine Moschee mit Saudi-Arabischem Hintergrund. Diese Woche hat der Bundesrat das Embargo für Waffenexporte in den Nahen Osten teilweise aufgehoben und Waffenexporte in Länder wie Saudi-Arabien im Umfang von 178 Millionen Franken bewilligt. Von Werten war dabei nicht die Rede.

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Was darf Satire? Zwischen Freiheit und Geschmack

Ein Gedicht hält Deutschland in Atem. Jan Böhmermanns Schmähgedicht auf Recep Tayyip Erdoğan ist keine gute Lyrik und stellt dennoch eine wichtige Frage: Was ist sie wert, die Freiheit von Kunst und Medien in Deutschland, ja in Europa überhaupt? Wir können uns anschliessen: Was ist mit der Schweiz? Wieviel Kunst- und Medienfreiheit verträgt unser Land – ist unser Land bereit, zu ertragen?

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Ein Handschlag, Boulevardmedien und Boulevardpolitik

Der Anlass war eine Bagatelle: Zwei Teenager in Therwil haben sich geweigert, ihrer Lehrerin die Hand zu geben. Wären die beiden zwei eingeborene Leimentaler, Buddhisten, Hinduisten oder Zeugen Jehowas gewesen, hätte es ein Gespräch mit den Eltern gegeben und einen Samstag mit dem Abwart gesetzt. Aber die beiden Buben sind Muslime. Und also setzte eine mediale Hexenjagd ein.

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Macht und Medien: Wie türkisch ist die Schweiz?

Ganz Europa lacht über den Türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Grund ist weniger die Satire des NDR auf das türkische Staatsoberhaupt, als dessen dünnhäutige Reaktion darauf. Auch die Schweiz lacht über den osmanischen Patriarchen, der nicht begriffen hat, was Pressefreiheit ist und dass Medien und Macht getrennt gehören. Doch: Sind wir in der Schweiz tatsächlich so viel besser? Sollte uns nicht eigentlich das Lachen im Hals steckenbleiben?

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