Walter Faber glaubte, sein Ich komme ohne den Körper aus. Schweiss, Magen, Bartstoppel waren für ihn nur störendes Beiwerk. Er wollte ein Ich ohne Körper sein. Genau das ist heute die künstliche Intelligenz: ein Ich ohne Leib. Und genau deshalb schafft sie nicht, was Sie schaffen.
Echtes Schreiben stammt aus einem fühlenden, sterblichen Körper, der in der Welt steht. Der Faber-Test hilft Ihnen, in zwei Schritten dahin zurückzufinden.
Schritt 1 · Das Körper-Logbuch
Vor dem Schreiben: ein kurzes Fühlen nach innen. Es geht nicht darum, was Sie sehen und hören, sondern darum, wie es Ihrem Körper gerade geht. Danach schreiben Sie fünf Minuten ohne Pause.
Schritt 2 · Der Faber-Test
Nach dem Schreiben: Sie lesen Ihren Text noch einmal und prüfen ihn an sechs Achsen. Das Werkzeug zeichnet daraus einen Stern. Je voller der Stern, desto stärker ist Ihr Schreiben in Ihrem Körper verwurzelt.
Fühlen Sie nach innen
Halten Sie bei jeder Frage ein paar Sekunden inne und spüren Sie wirklich nach. Notieren Sie stichwortartig, die Felder sind nur für Sie, nichts wird gespeichert.
Atem & Herzschlag
Wie geht Ihr Atem? Schnell, flach, ruhig, tief? Spüren Sie Ihren Herzschlag?
Magen & Körpermitte
Hunger, Sattheit, Anspannung, Übelkeit, Ruhe? Was meldet Ihre Körpermitte?
Energie & Müdigkeit
Sind Sie frisch, wach, alert, schwer, zittrig, erschöpft, schwach?
Anspannung & Schmerz
Wo zwickt, drückt, spannt es? Wie fühlen sich Rücken, Handgelenk, Kiefer, Schultern, Becken an?
Grundton
Wie ist Ihre vegetative Grundstimmung? Suchen Sie nicht nach einem präzisen Wort, schreiben Sie auf, wie Sie sich fühlen.
Fassen Sie Ihr Innengefühl in einen Satz
Dieser Satz begleitet Sie ins Schreiben, Sie begegnen ihm am Ende des Tests wieder.
Fünf Minuten, ohne abzusetzen. Korrigieren Sie nichts, lassen Sie alles stehen. Sie können hier im Feld schreiben oder von Hand — der Timer startet, sobald Sie zu tippen beginnen.
Sechs Achsen
Lesen Sie Ihren Text noch einmal und beantworten Sie für jede Achse ehrlich: Nein – Ansatzweise – Ja. Niemand liest mit, es wird nichts gespeichert. Es geht um Ihr eigenes Urteil über Ihr Schreiben.