Schlagwort-Archive: Erich Kästner

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.

Ich liebe Erich Kästner. Marcel Reich-Ranicki schrieb über ihn: «Erich Kästner ist ein wehmütiger Satiriker und ein augenzwinkernder Skeptiker.» Kästner wollte nie aufhören zu glauben, dass die Menschen besser werden, «wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht.»

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Ist das Volk wirklich klug? Oder nur langsam?

Als Deutschland am 1. September 1939 Polen überfiel, war Astrid Lindgren 32 Jahre alt, Mutter zweier Kinder und von Beruf Sekretärin. Bis auf einige Kurzgeschichten in Zeitschriften hatte sie noch nichts veröffentlicht. Am Tag, als Deutschland Polen überfiel, nahm sie ein Notizbuch zur Hand, klebte den Zeitungsausschnitt mit der Berichterstattung über den Deutschen Überfall ein und notierte dazu, was sie sich dachte. Bis Ende 1945 führte sie auf diese Weise Tagebuch. Sie wusste über den Krieg nur das, was man im neutralen Schweden aus der Zeitung erfahren konnte. Ihre Gedanken über das, was auf der Welt geschieht, sind uns so nah, weil ihre Perspektive auf das Geschehen die gleiche Perspektive ist, die wir heute auf das heutige Geschehen haben. Als die Zeitungen melden, dass die Deutschen Gasangriffe vorbereiten, schreibt sie: Die Menschheit hat nun einmal komplett den Verstand verloren. Bei der Lektüre von Astrid Lindgrens Tagebuch wird einem klar: Die Menschheit ist keinen Schritt weiter. Auch die Schweizer Bevölkerung nicht.

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