Olivia Ruffiner: «Es kann nicht sein, dass Medien junge Menschen verlieren.»
Das 374. Fragebogeninterview, heute mit Olivia Ruffiner, Wirtschaftsjournalistin für Tech, Industrie und KI bei der «Handelszeitung». Sie beginnt den Tag mit lokalen Medien wie dem «Winti-Brief» von WNTI. «Ich fange gerne regional an und globalisiere mich im Laufe des Tages. Meistens bin ich spätestens beim Pendeln bei Bloomberg oder der ‹New York Times› angekommen.» Von den sozialen Medien habe sie langsam aber sicher genug, insbesondere von Facebook: «Es ist und bleibt für mich eine Ansammlung von Wutbürgern, die ihrem Frust in der Kommentarspalte freien Lauf lassen.» Fake News oder Desinformationen bezeichnet sie grundsätzlich als «Gefahr für die Medien, denn sie beschädigen das Vertrauen in Medien generell.» Für die «Handelszeitung» hat sie über das Phänomen der «Liars Dividend» berichtet: «Die Forschung zeigt, dass Menschen, die einmal durch ein gefälschtes Video getäuscht wurden, danach zunehmend auch echte Inhalte anzweifeln.» Das führe zu einem «breiteren Kreis des Misstrauens» und treffe «am Ende auch alle, die sorgfältig arbeiten.» Dass junge Menschen immer weniger journalistische Medien konsumieren, findet sie «verheerend». Das führe «zu einer Beteiligungslücke in der Politik, ausgerechnet bei der Generation, die am längsten mit den Entscheiden leben muss.» Es könne nicht sein, dass Medien junge Menschen verlieren. «Die Lösung für dieses Problem kenne ich auch nicht. Ich denke aber, dass wir die sozialen Medien als seriöse Distributionskanäle wahrnehmen müssen und nicht nur mit Softnews und Comedy bespielen sollten.»
Welches Medium darf bei Dir zum Frühstück nie fehlen?
Das erste was ich am Morgen lese ist der «Winti-Brief» von WNTI. Ich fange gerne regional an und globalisiere mich im Laufe des Tages. Meistens bin ich spätestens beim Pendeln bei Bloomberg oder der «New York Times» angekommen. Auch habe ich mehrere Newsletter abonniert, die ich am morgens durchsehe. Am Wochenende lese ich zum Frühstück mehrheitlich Print, darunter die «Handelszeitung», «Bilanz» und die «WoZ» oder ich schmökere im Kulturmagazin «Coucou».
Wie hältst Du es mit Facebook und Instagram, X, Bluesky, Threads und Mastodon, LinkedIn, YouTube und TikTok?
Ich spüre wie es mich zunehmend von diesen Plattformen wegzieht. Facebook musste ich mir tatsächlich erst herunterladen, damit ich meinen ersten Job in der Medienbranche überhaupt ausführen konnte. Es ist und bleibt für mich aber eine Ansammlung von Wutbürgern, die ihrem Frust in der Kommentarspalte freien Lauf lassen. X habe ich sehr rege genutzt, aber ich gehöre zu denen, die nach Musk gegangen sind. Zuerst dachte ich, Threads könnte diese Lücke füllen, aber das kam irgendwie nie zum Laufen. Heute bin ich ich vor allem auf Instagram und LinkedIn. Ich habe auch ein Bluesky-Konto, aber ich bin dort nicht aktiv. TikTok habe ich nie heruntergeladen, es reizt mich nicht.
Wie hat sich Dein medialer Alltag seit Deinem Berufseinstieg verändert?
Ich informiere mich heute deutlich mehr, als vorher. Besonders auch über die Medienbranche selbst, ich scanne beispielsweise «persoenlich» mehrmals die Woche und folge vielen Journalist:innen auf LinkedIn. Dadurch, dass ich täglich mit Informationen arbeite, ist mir auch aufgefallen, dass ich viel kritischer damit umgehe als die Personen in meinem Umfeld. Ich habe auch erst durch meine Tätigkeit im Journalismus das Print-Produkt für mich entdeckt, vorher hatte ich mir nie die Zeit genommen, ein Heft durchzublättern, ausser die «Geo»-Magazine.
Wenn Du an die Medien in der Schweiz denkst – war früher alles besser oder schlechter?
Das kann ich nicht abschliessend beurteilen, da ich damals nicht dabei war. Ich höre aber oft über die «goldigen Jahre» der Branche, in denen durchaus noch ein Jahressalär von über 100’000 Franken für Journalist:innen drin lag und ihnen alle Türen offen standen.
Wenn ich aber heute noch höre, dass es «höchst erfreulich» und «super» sei, dass ich mich als Frau für Wirtschaftsjournalismus interessiere, dann frage ich mich, wie es für mich wohl in den 90er-Jahren gewesen wäre. Zudem höre ich in diesen Geschichten nicht selten auch von Alkohol und Zigaretten auf den Redaktionen und von einer relativ laxen Auslegung des Arbeitsrechts. Kurz gesagt: Ich denke nicht, dass alles so goldig war, wie es jetzt rückblickend erzählt wird.
Was früher sicher besser war, sind Perspektiven und Planungssicherheit. Ein Praktikum war meist ein Fahrschein für die Festanstellung. Der Weg war vorgezeichnet: Du übernimmst ein Dossier oder arbeitest dich in einen journalistischen Bereich ein, trägst zunehmend Verantwortung und wirst in zehn bis zwanzig Jahren in der Ressortleitung oder der Chefredaktion sitzen oder auf der Bühne einen journalistischen Preis entgegennehmen. Das gibt es heute nur noch selten. Viele Praktikant:innen, mit denen ich als JJS-Vorstandsmitglied gesprochen habe, finden weder Anschlusslösungen im Haus, noch eine anderweitige Festanstellung im Journalismus. Das bereitet mir Sorgen für die Zukunft.
Haben geschriebene Worte noch Zukunft?
Auf jeden Fall, die Schrift ist älter als der Journalismus oder die Druckerpresse. Selbst Tiktoks haben Untertitel.
Was soll man heute unbedingt lesen?
Streichen wir das erste Wort dieser Frage: Ich finde es spielt weniger eine Rolle was man liest, als dass man überhaupt liest. Ich konnte so ziemlich aus jedem Buch, egal ob Ratgeber, Sachbuch, Roman oder Fantasy, etwas für mich gewinnen. Bei Büchern kickt das Dopamin weniger schnell, da liegt der Griff zu den sozialen Medien nahe. Aber ich würde jedem und jeder empfehlen, ein Buch in die Hand zu nehmen.
Wer jetzt einen Lesetipp erwartet: «Das Evangelium der Aale» von Patrick Svensson war für mich eine Offenbarung. Der schwedische Journalist konnte mir ein Thema, das meinen Interessen nicht ferner läge, so gut erzählen, dass ich mein ganzes Umfeld monatelang mit Aal-Fakten unterhalten habe (für mich war es zumindest unterhaltsam).
Kannst Du schlechte Bücher weglegen oder musst Du Bücher zu Ende lesen?
Ich habe noch nie ein Buch, das ich angefangen habe, nicht zu Ende gelesen, egal wie schlecht ich es fand. Das scheint aber eher daher zu kommen, dass ich grundsätzlich angefangene Dinge zu Ende führen muss und nicht, weil ich hoffe, das das Buch besser wird. Bei Serien geht es mir genauso.
Wo erfährst Du Dinge, von denen Du nicht gewusst hast, dass sie Dich interessieren?
In Regionalzeitungen und Quartierzeitungen, in Begleittexten zu den Bildern von Fotografieausstellungen, beim Stöbern in der Doku-Mediathek von SRF Play und in Reportagen der «Annabelle», wie die von Nicole Graaf über den Spiralen-Skandal in Grönland. In den 60/70er-Jahren wurden jungen grönländischen Frauen von dänischen Ärzten ungewollt und meist unwissentlich Verhütungsspiralen eingesetzt. Ihre Reportage über Betroffene berührte mich sehr.
Wie lange gibt es noch gedruckte Tageszeitungen?
Sicher so lange, wie es die Generation, die damit aufgewachsen ist, noch gibt. Dann sind die Gewohnheitsleser:innen nicht mehr da und die Tageszeitung als Format hat ihren Dienst getan. Vom News-Wert her sind sie längst von ihren eigenen Apps eingeholt worden.
Sind Fake News eine Gefahr – oder eine Chance für die Medien?
Fake News oder Desinformationen sind grundsätzlich eine Gefahr für die Medien, denn sie beschädigen das Vertrauen in Medien generell. Für die «Handelszeitung» berichte ich viel über Tech und das bedeutet in letzter Zeit vor allem KI oder AI, wie es viele Schweizer:innen gerne nennen. In diesem Zusammenhang bin ich auf das Phänomen «Liars Dividend» gestossen. Die Forschung zeigt, dass Menschen, die einmal durch ein gefälschtes Video getäuscht wurden, danach zunehmend auch echte Inhalte anzweifeln. Ich glaube, dieser Effekt greift auch ein Stück weit bei klassischer Desinformation. Wer einmal das Gefühl hat «belogen» worden zu sein, zieht einen breiteren Kreis des Misstrauens. Das trifft am Ende auch alle, die sorgfältig arbeiten.
Wie hältst Du es mit linearem (live) Radio und Fernsehen?
Ich schaue sicher zwei bis drei Mal die Woche die Tagesschau. Ich finde das Format perfekt: Es hat einen Anfang und ein Ende, an dem ich das Gefühl habe, informiert zu sein. Es hilft mir die tagtägliche Flut von Newsmeldungen zu bewältigen und gibt mir genug Einordnung, ohne mich zu überfordern. Ansonsten schaue ich kein Fernsehen und höre eigentlich nie Radio.
Hörst Du Podcasts? Hast Du einen Lieblingspodcast?
Ich bin mehr der visuelle Mensch, ich lese lieber selbst. Wenn ich etwas höre, dann meist audio-visuell, ich brauche Bilder dazu. Beispielsweise bin ich ein grosser Fan von Late-Night-Sendungen wie «Last Week Tonight» von John Oliver.
Als ich vergangenes Jahr aber selbst einmal in die Produzentinnenrolle des Podcasts «Durchblick» geschlüpft bin, habe ich begonnen, mich mehr mit dem Format auseinanderzusetzen. Unterdessen haben sich Podcasts wie «Wirecard: 1,9 Milliarden Lügen» der Süddeutschen Zeitung und «Kampf der Unternehmen» von Wondery, in meinen monatlichen Medienkonsum dazu gesellt. Zum Einschlafen höre ich zudem noch gerne den Podcast «Wikipedia zum Einschlafen» in dem einfach Wikipedia-Artikel sehr monoton vorgelesen werden.
Was bedeutet es für die Medien (und die Gesellschaft), dass laut fög 56 % der 16- bis 29-Jährigen zu den News-Deprivierten gehören?
Ich finde es verheerend. Durch den Konsum von Medien setze ich mich mit der Welt, in der ich lebe, auseinander. Alles was ich konsumiere, gibt mir Input für meine Meinungsbildung. Daher finde ich es besorgniserregend, dass viele junge Menschen, diesen Zugang nicht haben. Es ist unterdessen gut erforscht, dass Menschen, die Medien konsumieren, auch eine höhere Wahlbeteiligung haben. In meinen Augen führt das zu einer Beteiligungslücke in der Politik, ausgerechnet bei der Generation, die am längsten mit den Entscheiden leben muss. Es kann nicht sein, dass Medien junge Menschen verlieren. Die Lösung für dieses Problem kenne ich auch nicht. Ich denke aber, dass wir die sozialen Medien als seriöse Distributionskanäle wahrnehmen müssen und nicht nur mit Softnews und Comedy bespielen sollten.
Tamedia-VR-Präsident Pietro Supino geht davon aus, dass in zehn Jahren zwischen einem Viertel und einem Drittel der Artikel im «Tages-Anzeiger» von Robotern geschrieben werden. Lässt sich Journalismus automatisieren?
Es kommt darauf an, was er zu diesem Viertel bis Drittel des «Tages-Anzeigers» zählt. Wenn er Agenturmeldungen, Abstimmungs- und Sportergebnisse sowie Börsenkurse meint, die im Millisekundentakt durchrattern, dann hat er recht, ja. Dass diese Art von Meldungen ein hohes Automatisierungspotenzial haben, ist unbestritten. Eine solche Aussage blendet aber auch den grösseren, in meinen Augen wertvolleren Teil des Journalismus aus: das Aufspüren von Geschichten und Aufdecken von gesellschaftspolitischen Reibungspunkten. Das geschieht nicht am Bildschirm, sondern draussen in der Welt.
Führt die Digitalisierung zum Tod der Medien oder im Gegenteil zur Befreiung des Journalismus?
Die Digitalisierung tötet ein Geschäftsmodell, dass jahrelang funktioniert hat. Das hat ein solcher Transformationsprozess grundsätzlich an sich. Die Frage ist in meinen Augen eher: Wie adaptieren wir am besten das Geschäftsmodell so, dass der Journalismus nicht nur überlebt, sondern auch wieder florieren kann. Hier macht die Digitalisierung auch vieles möglich und kann eine Chance sein, den Journalismus zugänglicher zu machen.
Brauchen wir in der Schweiz eine Medienförderung?
Ja, ich bin der Meinung in der Schweiz brauchen wir eine Medienförderung. Wir brauchen aber keine Subventionen für den Postversand von Zeitungen. Wir brauchen eine Medienförderung, die auch mit der Zeit und der tatsächlichen Mediennutzung mitgeht. Newsletter sind beispielsweise ein Produkt, das immer häufiger genutzt wird, aber nicht wirklich einer bestimmten Förderkategorie wie Text, Video und Audio entspricht.
Gleichzeitig geraten die Medien immer mehr unter Druck: Plattformen wie Google und Meta monetisieren journalistische Inhalte schon seit Jahren, ohne die Produzent:innen an den Gewinnen teilhaben zu lassen. KI und «Zero Click»-Antworten bei Google verschärfen das nur. Ich denke, das könnte man mit einer Art Digitalabgabe versuchen aufzufangen, damit Anteile dieser Erlöse wieder zurück zu denen fliessen, welche die Inhalte produzieren.
Schreibst Du manchmal noch von Hand?
Fast ausschliesslich. Diesen Fragebogen hier fülle ich auch gerade von Hand aus. Ich schicke dir ein Beweisfoto mit. Die erste Fassung meiner Texte ist in der Regel ebenfalls von Hand verfasst. In diesem Fall hat KI mich wahnsinnig effizienter gemacht. Statt jedes Mal das Aufgeschriebene in den Computer abzutippen, kann ich heute ein Foto vom Notizbuch hochladen und es mir «digitalisieren» lassen. Zum Glück ist meine Schrift schön genug dafür.
Ist (oder war) Donald Trump gut oder schlecht für die Medien?
Donald Trump ist (und war schon immer) ein Fluch für die Medien. Ich glaube, er ist mitunter ein Grund, wieso immer weniger Menschen Medien konsumieren. Wenn jede Aussage, jeder Truth-Social-Post und jede Zuckung dieses Mannes getickert werden, verstehe ich, wieso Menschen die Nase voll von Medien haben.
Wem glaubst Du?
Die ersten Quelle, die ich konsultiere, wenn etwas passiert ist, sind meistens das SRF und «Watson». Darum stimme ich auch Nein bei der Halbierungsinitiative, denn die SRG finanziell zu schwächen, würde eine verlässliche Informationsquelle dieses Landes kaputt machen.
Dein letztes Wort?
Danke für das Interview, es war interessant einmal auf dieser Seite des Fragebogens zu stehen.
Olivia Ruffiner
Olivia Ruffiner studierte nach einer Erstausbildung im Gesundheitswesen Sprachwissenschaften an der ZHAW. 2022 stieg sie über ein Praktikum im Social Media in die Medienbranche ein. Im Anschluss erfolgte eine Stelle am Newsdesk der «Handelszeitung», später auch beim «Blick». Für den «Blick» schrieb Olivia Ruffiner im Ratgeber-Ressort und produzierte den Podcast «Durchblick» mit. Seit November 2025 ist sie zurück bei der «Handelszeitung» und berichtet als Wirtschaftsjournalistin über Tech, Industrie und KI.
Basel, 25.02.2026, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch
Bild: zvg
Seit Ende 2018 sind über 350 Fragebogeninterviews erschienen – eine alphabetische Liste mit allen Namen und Interviews gibt es hier: https://www.matthiaszehnder.ch/aktuell/menschenmedien-die-uebersicht/
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4 Kommentare zu "Olivia Ruffiner: «Es kann nicht sein, dass Medien junge Menschen verlieren.»"
Gute Journalistin, denn sie kann in einfache Fragen wie „Wem glaubst du“ gerade noch den Schwenker gegen die „Halbierungsinitiative“ einbauen.
Herrlich auch, wie vor der Initiative plötzlich alle die Tagesschau sehen. Sogar die Jüngsten. Originell auch ein Spot des Theater Basels gegen die Initiative: Da sitzt eine sehr junge Frau und ein sehr junger Mann (mit Rastas) auf einem Requsitensofa und lieben es, „SRF“ (Tagesschau) zu schauen. Natürlich wird mit Steuergeld gelobbt, wie auch SwissOlympic (uvm) mit unserem Steuergeld Wahlkampf macht. Mich erstaunt in diesem Sumpf gar nichts mehr….
Ich für mich brauche keine „Tagesschau“ mehr, welche „ein Anfang“ und vor allem „ein Ende“ hat, dazwischen viele Lücken, begrenzt, ausgewählt, verlesen und vorgelesen. Brauche auch niemand, welcher das Näschen gepudert bekam und der Lipgloss glänzt und Herren im feinsten Zwirn mit sitzendem Scheitel, um zu erfahren wie viele Tausende wieder in der Ukraine oder Russia starben, ob die SVP nun eine gute oder schlechte Gattung beim Parteitag machte usw…
Irgendwie kommen mir alle diese Vor-Wahl-Szenerien unglaubwürdig rüber. Theater-schau-gepielt oder echt?
Beruhigt hat mich die Antwort von Fr. Ruffiner, wie lange es noch gedruckte Zeitungen gibt: „Sicher so lange, wie es die Generation, die damit aufgewachsen ist, noch gibt. Dann sind die Gewohnheitsleser:innen nicht mehr da und die Tageszeitung (…) hat ihren Dienst getan.“ Uff, dann habe ich ja Glück gehabt – solange es mich gibt gibt es auch meine Zeitung. Ein Dank an Orakel Ruffiner = was will man mehr…..
So unter uns, lieber Herr Zweidler, die «Tagesschau» erreicht im Normalfall über 50% Marktanteil bei der Gesamtbevölkerung.
Wenn Sie Nachrichten ohne Lipgloss konsumieren möchten, können Sie ja das Radio einschalten.
Dass 56 % der 16- bis 29-Jährigen keine News „konsumieren“ (wie sie es nennt), findet Frau Ruffiner „verheerend“. Ob sie es wohl wissen, und was sie dazu meinen mag, dass 20-30 % nach ihrem 9-10jährig obligatorisch verordneten Schulgebäude-Anwesenheits-Zwang – der min. CHF 100’000 an Steuern gekostet hat – nicht wirklich verstehen können, was sie gelesen haben?
Meines Wissens haben 22% der Erwachsenen und 15 % der 16- bis 65-Jährigen eine strukturelle Leseschwäche in der Schweiz.
Von «konsumieren» sprechen auch die Wissenschaftler, die das untersuchen, weil es dabei um lesen, hören und sehen geht: Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich bezeichnet mit dem Begriff «News-Deprivierte» jene Menschen, die kaum oder gar keine journalistischen Nachrichten konsumiert (weder lesen, noch hören oder sehen). Mittlerweile sind das 43 % der Bevölkerung.