Martina Rutschmann: «Bei Zeitschriften und Wochenpublikationen glaube ich ans Papier»

Publiziert am 2. Januar 2019 von Matthias Zehnder

Welches Medium darf bei Dir zum Frühstück nie fehlen?

Das Radio! Und das iPad, auf dem ich diverse ePapers lese.

Im Zweifel lieber Text ohne Bild oder Bild ohne Text?

Text ohne Bild.

Was ist aktuell das Hintergrundbild auf Deinem Handy?

Ein Holzboot an einem Flussufer in Skandinavien.

Und wie tönt der Klingelton?

Irgendwas mit Bongos.

Wie hältst Du es mit Facebook, Twitter und Instagram?

Auf Twitter finde ich oft interessante journalistische Beiträge, auf die ich ohne Twitter nicht gestossen wäre. Facebook wird mehr und mehr zur Zeitverschwendung. Warum zeigen die mir ständig Hundevideos? Weil ich Hunde liebe, ja. Aber ist das ein Grund, ständig entsprechende Videos zu schauen? Nein! Zumal ich meinen eigenen Hund live beobachten kann, was schöner ist, als auf das Display zu glotzen. Facebook ist für mich als Autorin jedoch wichtig, um auf meine Bücher und Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Instagram kenne ich nur vom Hörensagen. Und das ist vorerst auch gut so.

Kannst Du schlechte Bücher weglegen oder musst Du Bücher zu Ende lesen?

Ich kann Bücher nur weglegen, wenn ich mich zu sehr ärgern muss beim Lesen. Grund dafür ist oftmals die Sprache. Zu viele Adjektive etwa verderben mir den Lesespass.

Es passiert etwas ganz Schlimmes wie 9/11. Wie informierst Du Dich?

Auf allen Kanälen, die mir zur Verfügung stehen. Zuerst immer: Radio an!

Haben geschriebene Worte noch Zukunft?

Was für eine Frage! Geschriebene Worte sind das Leben.

Was muss man unbedingt gelesen haben?

Alle Romane von Robert Seethaler und, obwohl sie extrem anstrengend sind, zumindest manche Romane von Thomas Bernhard. Und natürlich meinen Erstling «Durstig».

Papierbuch oder Kindle?

Papier!

Wie lange gibt es noch gedruckte Tageszeitungen?

Würde ich «ewig» antworten, würde ich lügen. Wobei ich tatsächlich glaube, dass sich manche wenige Tageszeitungen auch auf Papier halten können, aber längst nicht alle. Bei Zeitschriften und generell Wochenpublikationen glaube ich jedoch ans Papier.

Wie hältst Du es mit linearem (live) Radio und Fernsehen?

Radio: Ja! Da nehme ich, was kommt. Fernsehen schaue ich, wenn überhaupt, oft zeitversetzt.

Hörst Du Podcasts? Hast Du einen Lieblingspodcast?

Ich höre mir viele Radiosendungen im Nachhinein an. Das «Echo der Zeit» zum Beispiel oder Literaturbeiträge. Ausserdem liebe ich die Features deutscher Radiostationen.

Was vermisst Du?

Die absolute Unbeschwertheit.

Wann warst Du zuletzt im Kino (und welchen Film hast Du gesehen)?

Das ist viel zu lange her. Ich schaue Filme am liebsten zu Hause, dort kann ich liegen. Und rauchen zwischendurch.

Schreibst Du manchmal noch von Hand?

Jeden Tag.

Ist Donald Trump gut oder schlecht für die Medien?

Er ist schlecht für die Welt und daher logischerweise auch für die Medien.

Welches Medium begleitet Dich ins Bett?

Ist das Handy ein Medium?

Wem glaubst Du?

Meinem Mann.

Dein letztes Wort?

Ich kann mich nicht für ein Wort entscheiden. Sommer, Liebe, Freiheit.


Martina Rutschmann
Die Baslerin (*1977) sagt von sich selbst, sie sei als Schreiberin zur Welt gekommen. Nach der Ringier Journalistenschule hat sie bei verschiedenen Basler Medien gearbeitet, etwa bei der «Basler Zeitung», der «Tageswoche» oder «Telebasel». Zuletzt arbeitete sie als Redaktorin bei der «bz Basel», neu ist sie für die Schrift & Wort GmbH als Autorin und Moderatorin tätig. Egal, für welches Medium sie gerade arbeitete – es ging ihr immer darum, Geschichten zu erzählen. Mittlerweile tut sie das auch in Buchform: Ihr erster Roman «Durstig» ist 2017 bei «Zytglogge» erschienen.
www.martinarutschmann.ch


Basel, 2. Januar 2019, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch

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