Archiv der Kategorie: Journalismus

AZ und NZZ dürfen heiraten

Die Wettbewerbskommission (Weko) erhebt keine Einwände gegen das Joint Venture von AZ Medien und NZZ sowie gegen die Übernahme von Goldbach durch Tamedia. Doch die Weko erteilt den Segen mit deutlichem Grummeln und dem Hinweis darauf, dass es nur eine wettbewerbsrechtliche Genehmigung sei und keine medienpolitische Beurteilung. Das Grummeln ist sympathisch und macht die Sorge der Weko über den Zustand der Medienlandschaft Schweiz sichtbar. Das Grummeln macht aber auch sichtbar, dass die Markt-Definition der Weko aus einer vergangenen Zeit stammt: Google und Facebook, Internetangebote generell, kommen in der Begründung nicht vor. Damit zeigt die Weko, dass sie auf einem Auge blind ist.

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Die Newsroom-Diskussion: Eine Antwort an Alexandra Stark

Alexandra Stark hat auf ihrem Blog Reloaded meinen letzten Wochenkommentar über die Industrialisierung des Journalismus kritisiert. Ich erlaube mir, Alexandra auf diesem Weg zu antworten, mit dem Ziel, die Diskussion darüber zu vertiefen. Auch aufgrund vieler anderer Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen scheint mir, dass das Thema aktuell und wichtig ist (und dass wir Journalisten und Autoren die Diskussion darüber nicht bloss den Medienmanagern überlassen dürfen). Also: Hier meine Antwort an Alexandra Stark.

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Die Weko macht der «BaZ» Probleme

Indem die Weko es besonders richtig machen will, macht sie es besonders falsch: Die Weko prüft die Übernahme der «BaZ» durch Tamedia vertieft. Meine kleine Analyse.

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Kein Grabjubel für die BaZ: Eine Replik zu Roland Stark

Jeweils am Donnerstag wetzt Alt-SP-Grossrat Roland Stark in der BaZ seinen Griffel und kolumniert über alles und jeden. Manchmal lustig, manchmal daneben und manchmal, wie heute, völlig daneben. Heute mokiert sich Stark über ein Medienfest, das die Organisation Rettet Basel morgen Freitag auf dem Dreispitz aus Freude darüber ausrichtet, dass Christoph Blocher sich medial aus Basel zurückzieht. Stark schreibt zwar, er habe ein gewisses Verständnis für die harten Vorwürfe an die Adresse der BaZ. Aber: Die Jubelarien und zynischen Sprüche über deren Verschwinden zeugen von medienpolitischer Verantwortungslosigkeit und Unreife.

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Warum der Lärm um den Doppeladler-Jubel scheinheilig ist

Eigentlich könnten die Schweizerinnen und Schweizer heute feiern. Die Schweizer Nationalmannschaft steht mit einem Bein im Achtelfinal: Gegen Costa Rica genügt jetzt ein Unentschieden. Eigentlich grossartig – aber: Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri haben nach ihren Toren einen Doppeladler gezeigt. Xhaka und Shaqiri fehlt die politische Sensibilität, rügt die NZZ die beiden Spieler in einem Kommentar. Die Aargauer Zeitung / bz Basel schreibt von einer Provokation und dass die beiden Fussballer damit die Diskussionen um Identität, um Herkunft und Heimat wieder neu entflammen. Und SVP-Natiuonalrätin Natalie Rickli schreibt sogar, sie könne sich nach dem Doppeladlerzeichen nicht richtig freuen, weil die beiden Fussballer ihre Tore ja offensichtlich nicht für die Schweiz, sondern für den Kosovo geschossen hätten:

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SRG-Generaldirektor Gilles Marchand:
«Wir brauchen wieder mehr ‹Idée Suisse› bei der SRG»

SRG-Generaldirektor Gilles Marchand wehrt sich dagegen, dass rechte Politiker und die Verleger der SRG das Internet verbauen wollen. Er möchte in der Schweiz eine Art Netflix für die Inhalte aller SRG-Sender aufbauen. Wichtig sei, dass alle Gebührenzahler auf einer Plattform auf die Inhalte aller SRG-Sender Zugriff hätten. Es müsse wieder klar sein, dass alle SRG-Einheiten gemeinsam für die ganze Schweiz arbeiten. Er sagt deshalb im Interview mit MatthiasZehnder.ch: «Wir brauchen wieder mehr ‹Idée Suisse› bei der SRG».

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Es ist offiziell: «es ist offiziell» ist die dümmste Floskel. Ever.

Sie kennen die Einleitung sicher: «Jetzt ist es offiziell», melden Zeitungen gerne, um der folgenden Nachricht mehr Gewicht (und mehr Glaubwürdigkeit) zu verleihen. Jetzt ist es offiziell: Ab Mitte April buhlen 22 Männer um die Basler Bachelorette Adela Smajic meldet zum Beispiel die bzBasel. Die Aargauer Zeitung schreibt: Jetzt offiziell: Nancy Holten ist Schweizerin Das deutsche Nachrichtenmagazin Focus freut sich: Jetzt ist es offiziell: „Ghost“ wird das neue Musical in Hamburg und Nau.ch meldet erleichtert: Jetzt ists offiziell: Bachelor Joel und Ludmilla sind kein Paar Ich meine, es ist offiziell: «Es ist offiziell» ist die dümmste Floskel, die ein Medium verwenden kann und ich sage Ihnen auch, warum das so ist.

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Die «Aufmerksamkeitsfalle» in «10vor10» auf SRF

«Fördern die Medien Populismus?» fragt «10vor10» und weiter: «Sie poltern und wettern gegen «die da oben»: Populismus – ein Phänomen im Auftrieb. Nach Trump in den USA sind auch in Europa populistische Politiker auf die Bühne getreten. Wie entsteht Populismus? Ein neues Buch sagt, die Medien seien schuld. «10vor10» hinterfragt die These.»

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Zu Gast im «Medienclub»

medienclub

Am Dienstag, 29.11.2016, war ich zu Gast im «Medienclub» auf SRF. Zusammen mit Matthias Ackeret, Chefredaktor «Persönlich» und Moderator Blocher-TV, Michèle Binswanger, Journalistin «Tages Anzeiger» und Michael Hermann, Politikwissenschaftler, haben wir unter der Leitung von Franz Fischlin über die Rolle der Medien bei der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten diskutiert.

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Aufmerksamkeit kontra Vertrauen

Nach dem Suizid von Swisscom-Chef Carsten Schloter wusste eine ganze Reihe von Journalisten sofort, warum Schloter sich umgebracht hatte: Burnout. Allenthalben tauchten Zitate aus Interviews auf, die beweisen sollten, dass der Swisscom-Chef nicht mehr weiter wusste und ausgebrannt war. Freihändig stellten Medien die Diagnose Burnout, suchten die Ursache im sich beständig schneller drehenden Wirtschaftsleben und setzten die Verben dazu nicht einmal in den Konjunktiv. Dazu gab es Interviews mit Spezialisten zu Depression und Managerkrankheiten wie dieses hier. Heute ist bekannt geworden, dass Schloter einen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Offenbar hat er die Trennung von seinen Kindern nicht verdaut. Die Ursache für den Suizid (wenn es den eine einzige Ursache gibt) scheint eher im Privatleben zu suchen zu sein.

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