Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Wenn Ihnen beim Stichwort Migration nur Italiener, Türken und Tamilen einfallen, dann sollten sie dieses Buch lesen. Es erzählt die Geschichte der Migration in der Schweiz und beginnt damit beim römischen Reich. Es beweist damit, dass die Geschichte der Schweiz ohne Migration nicht denkbar ist. Das sind sich viele Menschen heute nicht bewusst: Sie verstehen Migration als zeitgenössisches Phänomen.

In der Tat zeichnet sich die heutige Schweiz durch ein hohes Migrationsgeschehen aus: Ein Drittel der gegenwärtig in der Schweiz lebenden Bevölkerung ist in den letzten fünfzig Jahren eingewandert oder besitzt einen eingewanderten Elternteil, ein Viertel ist im Ausland geboren. Diese hohen Migrationsanteile sind nicht auf irgendein Politikversagen zurückzuführen, im Gegenteil: Die Migration ist eine direkte Folge der wirtschaftlichen Wachstumsphase. Das Buch zeigt, dass das auch früher so war: In die Geschichte der Schweiz waren Phasen hoher wirtschaftlicher Dynamik immer auch Epochen mit intensivem Migrationsgeschehen, zum Beispiel das Zeitalter der Hochkonjunktur von 1950 bis 1975, oder die dynamische Wachstumsphase der Städte vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. Aber auch die Gesellschaften der frühen Neuzeit und des Mittelalters waren viel mobiler, als wir uns das heute vorstellen. Und schon im Mittelalter waren die Städte Brennpunkte der Migration. Der spannende Rundgang durch die Schweizer Migrationsgeschichte führt dazu, dass man die heutige Migration und ihre Probleme mit anderen Augen sieht – und gelassener wahrnimmt. Das Buch negiert die Probleme nicht, aber es zeigt, dass sie alles andere als neu sind.

André Holenstein, Patrick Kury, Kristina Schulz: Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hier + jetzt Verlag, 304 Seiten, 39 Franken; ISBN 978-3-03919-414-8

Erhältlich ist das Buch hier: https://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783039194148

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Buchtipp zum Wochenkommentar vom 18. Mai 2018: Wie christlich ist die Schweiz?

Eine Übersicht über sämtliche Buchtipps samt Link auf den zugehörigen Wochenkommentar finden Sie hier:

https://www.matthiaszehnder.ch/category/buchtipp/

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Ein Kommentar zu Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart

  1. Thomas Zweidler sagt:

    Ich habe das Buch nicht gelesen. Deshalb kann ich dazu nichts sagen. Aber beim Text, welcher hier auf das Buch hinweist, möchte ich noch meine Gedanken anbringen: Da heisst es „…..Sie verstehen Migration als zeitgenössisches Phänomen“. Ich habe beobachtet, dass viele „die Migration“ auch als „nur gutes“ Phänomen betrachten, bereichernd, multikulturell. Leider gibt es ganz traurige Seiten: Leute, die sich ein Leben lang nicht wohlfühlen in der neuen Heimat. Leute, die wenn sie alt sind ab 80 Jahren nur noch von ihrem Herkunftsort reden, als ob sie dort sind. Die nie angekommen sind in der CH, die sterbend gerne zurück möchten, die es schier zerreisst. Die ihre eigenen Kinder nicht verstehen können, warum sie jetzt plötzlich nur noch Schweizer Marotten angenommen haben (… und CH-Klamotten dito.) Ist es gut, wenn am Nordkap mir ein „Tamile“ ein Fischbrötchen verkauft. Möchte ich das Fischbrötchen nicht lieber von einem Einheimischen gereicht erhalten. Und würde der „Tamile“ nicht lieber an seinem Heimatstrand in der Wärme etwas zubereiten und verkaufen. Thema Umwelt: Der „Tamile“ fliegt mehrmals pro Jahr heim, mit dem Flugzeug. Ist das gut? ALL DIES WIRD ZU OFT AUSGEBLENDET, deshalb schrieb ich es hier und hoffe, das Buch bald lesen zu können und dort nicht nur ROSAROTE Buchstaben zu ersichten.
    „dass man die heutige Migration und ihre Probleme mit anderen Augen sieht“ steht weiter im „Marketing“-Text. Auch da muss man aufpassen: War früher, bei diesem Thema wird gerne bis ins römische Reich zurückgegriffen, das CH-Gebiet ein dünnbesiedeltes Stück Erde und unterentwickelt etc., ist die heutige, jetztige (Benzin-)Schweiz überbevölkert, Dicht an Dicht und ein ewig hungriges Gebilde nach MEHR. Mehr Geld, mehr Autos, mehr Häuser, mehr Menschen (11 Mio-Schweiz), mehr Einnahmen, mehr Ausgaben, mehr Eintritte, mehr Übernachtungen, mehr ÖV, mehr Umsatz…. mehr mehr mehr.
    Und dafür WENIGER Lebensqualität. Und zwar für alle. Für die Einheimischen wie für die Migranten.

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