Buchtipp

Kommunikation für die digitale Ära

Publiziert am 10. August 2020 von Matthias Zehnder

Mit E-Mail, WhatsApp, iMessage und vielen anderen Tools kommunizieren wir zwar immer mehr, haben uns aber immer weniger zu sagen. Denn die meisten Menschen nutzen diese Kanäle häufig unreflektierter und eiliger. Das Tempo der Kommunikation hat zugenommen, die Zahl der zu verarbeitenden Botschaften ist explodiert. Das Resultat sind Missverständnisse und, paradoxerweise, eine immer grössere Distanz. «Wir erkennen zunehmend, dass digitale Technologien das Zwischenmenschliche und auch uns selbst belasten, bei allen Vorteilen, die sie auch mit sich bringen», schreibt Sebastian Pflügler in seinem Buch über digitale Kommunikation. Er untersucht deshalb in seinem Buch, wie die neuen Technologien die Art und Weise, wie wir Menschen miteinander kommunizieren und interagieren, verändern und zeigt, welche Konstanten uns in der zwischenmenschlichen Kommunikation geblieben sind. Daraus leitet er ab, wie wir in der heutigen Welt mit all den Technologien gewinnbringend miteinander kommunizieren können. Welche Gesprächskompetenzen braucht es in der heutigen Zeit? Wird alles digital oder wird hat das analoge Gespräch einen so grossen Mehrwert, dass es uns erhalten bleibt? Wie verändern sich Gespräche von Angesicht zu Angesicht in einer digitalisierten Welt?

Kommunikation und Technik waren schon immer verbunden. Von der Telegrafie über das Telefon bis zu Handy und E-Mail hat die Technik den Menschen geholfen, zeit- und ortsunabhängig zu kommunizieren. Mittlerweile ist das Zeitalter der menschenunabhängigen Kommunikation angebrochen: Immer häufiger reden wir mit Maschinen. Siri, Alexa und Google Home sind erste Beispiele dafür. Pflügler plädiert dafür, die Vorteile solcher Entwicklungen zu nutzen, aber auch die negativen Tendenzen in Schach zu halten. Er schreibt: «Lassen Sie uns nicht zu einer Gesellschaft werden, in der das Reden zu Maschinen irgendwann erfüllender – da bequemer – sein wird als das Gespräch zwischen Menschen.»

Pflügler schreibt also nicht gegen Technik an, sondern plädiert für Kommunikation. Er versteht es dabei, auf gut verständliche Weise Theorie und Praxis zu verbinden und zum Nachdenken über unsere Welt anzuregen, in der so viel kommuniziert wird – und so wenig Austausch stattfindet.

Sebastian Pflügler: Kommunikation für die digitale Ära. Wie wir heute miteinander reden – und was dabei immer noch wichtig ist. Redline Verlag, 224 Seiten, 29.90 Franken; ISBN 978-3-86881-795-9

Erhältlich ist das Buch hier: https://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783868817959

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Buchtipp zum Wochenkommentar vom 7. August 2020: Der mediale Selbstversorgungsgrad der Schweiz

Eine Übersicht über sämtliche Buchtipps samt Link auf den zugehörigen Wochenkommentar finden Sie hier:

https://www.matthiaszehnder.ch/buchtipp/

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