Ich und die Anderen

Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft: Es gibt bei uns keine klaren Autoritäten mehr, es gibt keine verbindlichen Wahrheiten, keine allgemeine Weltsicht, keine verbindliche Religion oder Kultur. Da ist überall Vielfalt. Und es gibt keinen Weg zurück in eine nicht-pluralisierte, in eine homogene Gesellschaft. Das ist der Ausgangspunkt von Isolde Charims Überlegungen.

In Ihrem Buch fragt sie sich, was das genau bedeutet: Was ist eine pluralisierte Gesellschaft? Welche Auswirkungen hat das für uns alle? Und was heisst es, in einer pluralisierten Gesellschaft zu leben? Ein erstes Fazit: Die Vorstellung einer homogenen Gesellschaft war immer schon eine Fiktion. Aber es war eine Fiktion, die funktioniert hat. Der Inbegriff dieser Fiktion ist die Nation: die vorgestellte Gemeinschaft. Aber wie kommen wir dazu, die Gesellschaft vor unserer heutigen, pluralistischen Gesellschaft als homogen zu betrachten? Isolde Charim hat darauf eine einfache Antwort: Homogen ist eine Gesellschaft nicht, wenn es keine Unterschiede mehr gibt. Homogen ist eine Gesellschaft, wenn die Unterschiede sekundär werden angesichts des Gemeinsamen. Ein genau gedachtes und sorgfältig formuliertes Buch über die Pluralisierung in Gesellschaft, Religion, Kultur und Politik. Das Buch sollte für Politiker zur Pflichtlektüre erklärt werden.

Isolde Charim: Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert. Zsolnay, 224 Seiten, 31.90 Franken; ISBN 978-3-552-05888-0

Erhältlich ist das Buch hier: https://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783552058880

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Buchtipp zum Wochenkommentar vom 27. Juli 2018: Warum es Heimat nur in der Vergangenheit gibt

Eine Übersicht über sämtliche Buchtipps samt Link auf den zugehörigen Wochenkommentar finden Sie hier:

https://www.matthiaszehnder.ch/category/buchtipp/

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Ein Kommentar zu Ich und die Anderen

  1. Thomas Zweidler sagt:

    „Ich und die Anderen“. Sagt dieser Titel nicht schon alles über unsere Zeit? Gibt er nicht viel mehr (ungewollt) über die Autorin preis, als dass sie wahrhaben will?
    Lernte man nicht einmal, dass man zuerst die „Anderen“ nennt und dann „Ich“ – d.h. sich selbst.
    Lernte man nicht einmal, dass man zuerst die Gäste nennen soll und dann sich selbst…
    Früher hiess es: „Meine Kollegen und ich sind der Meinung, dass…
    heute heisst es: „Ich und meine Kollegen sind der Meinung, dass…
    oder profan zusammengefasst: „Ich, ich – alles andre isch mir gliich…“
    Mag die Autorin noch so gut ausgebildet sein, noch so an die höchsten der hohen „High-Shools“ gegangen sein, mag sie die Intelligenz mit Löffeln gegessen haben…
    Anstand und das Grundlegende kennt sie nicht. Bezeichnend und entlavend.

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