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Die Wiedergewinnung des Wirklichen

Publiziert am 21. Februar 2017 von Matthias Zehnder

Es gibt nichts, was uns mehr gehört als unsere Aufmerksamkeit, schreibt der amerikanische Philosoph Matthew B. Crawford. Im Normalfall suchen wir uns aus, worauf wir Aufmerksamkeit richten wollen. Doch immer häufiger lenken uns Reize in der Welt und in den Medien ab.

BuchtippWir verwenden einen immer grösseren Teil unserer Aufmerksamkeit darauf, diese Reize zu verarbeiten, anstatt uns fokussiert und konstruktiv mit unserer Umgebung und uns selbst zu beschäftigen. Statt dass wir uns selbst unsere Welt aneignen, wird sie uns auf zweiter Hand vermittelt – über die Medien nach den Vorgaben der Wirtschaft. Wie kann man unter solchen Bedingungen ein autonomes Selbst entwickeln? Crawford fordert: Wir müssen wieder lernen, uns zu fokussieren. Und wir müssen uns einen direkten Zugang zur Wirklichkeit erschliessen — durch konkrete Tätigkeiten, zum Beispiel ein Handwerk oder eine Sportart. Nur auf diese Weise wird es uns gelingen, zu uns selbst zu finden.

Matthew B. Crawford: Die Wiedergewinnung des Wirklichen. Eine Philosophie des Ichs im Zeitalter der Zerstreuung. Ullstein, 432 Seiten, 32.50 Franken; ISBN 978-3-550-08119-4

Buchtipp zum Wochenkommentar vom 17. Februar 2017: Wie moderne Zeitdiebe Sie beklauen