Buchtipp

Die grosse Regression

Publiziert am 9. Mai 2017 von Matthias Zehnder

Den Anstoss zu diesem Buch gaben die Anschläge in Paris im Spätherbst 2015: Der politische, mediale und diskursive Umgang mit diesen Ereignissen liess den Eindruck aufkommen, als fiele die Welt plötzlich hinter hart erkämpfte und für gesichert gehaltene Standards zurück, schreibt Heinrich Geiselberger.

Rund um den Globus dehnen sich die Gebiete aus, in denen keine Staatsgewalt mehr für Recht und Ordnung sorgt. Die Reaktion auf die Flüchtlingsströme auf der ganzen Welt sind Zäune an den Grenzen, ja sogar Schiessbefehle. Unfähig, die globalen Ursachen von Herausforderungen wie Migration, Terrorismus oder wachsender Ungleichheit mit nationalen Mitteln anzugehen oder ihnen mit langfristigen Strategien zu begegnen, setzen immer mehr Politiker auf Law and Order im Inneren und das Versprechen, das jeweilige Land wieder «gross» zu machen. Kurz: Es sind Symptome eines Rückfalls, einer globalen Regression. Die Menschheit fällt plötzlich im grossen Stil hinter ein Niveau von Zivilisiertheit zurück, das als unverrückbar erreicht galt. In diesem Sammelband untersuchen international renommierte Forscher und Intellektuelle die Ursachen dieses grossen, globalen Rückschritts, bieten viel historischen Kontext und diskutieren Szenarien für die Entwicklung der nächsten Jahre. Das Resultat sind keine simplen Rezepte, aber viel anregende Gedanken und manch spannende Einsicht.

Heinrich Geiselberger (Hrsg.): Die grosse Regression. Eine internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit. 319 Seiten, 24.50 Franken; ISBN 978-3-518-07291-2

Buchtipp zum Wochenkommentar vom 5. Mai 2017: Das löcherige Mäntelchen der Schweizer Mehrsprachigkeit