Blind im Wandel

Die Schweiz befindet sich selbstverschuldet in einer Sackgasse. Das Land, so Steffen Klatt, ist satt und zufrieden geworden – und unbeweglich. Für Klatt steht die Schweiz deshalb beispielhaft für jene Staaten in Europa, die sich nicht an wandelnde Umstände anpassen können – oder nicht anpassen wollen. Stefan Klatt macht in seinem Buch rasch klar: In der Schweiz fehlt der Wille.

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Keine Hauptstadt für die Schweiz – auch keine Medienhauptstadt

Es ist immer wieder eine lustige Frage: Welche Stadt ist die Hauptstadt der Schweiz? Antwort: Keine. Die Schweiz hat seit 1803 keine Hauptstadt mehr. Bern ist lediglich Bundesstadt. Und die Schweiz hat nicht nur politisch keine Hauptstadt, sondern auch kulturell und wirtschaftlich. Unser Land ist bis auf die Knochen föderal: Die Kompetenzen sind verteilt. Dass sich Zürich in grossen Schritten zur Medienhauptstadt der Schweiz entwickelt, passt deshalb nicht zur Schweiz. Ja, es ist nicht nur unpassend, es ist kontraproduktiv.

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1291. Geschichte eines Jahres

Für Schweizerinnen und Schweizer ist klar: 1291 ist das Gründungsjahr der Eidgenossenschaft. Die Jahreszahl gilt geradezu als Chiffre für Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität. Doch hat die Zahl 1291 zu Recht einen so hohen Stellenwert in der Schweiz?

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Computer statt Sturmgewehre

Die EU will halbautomatische Waffen mit hoher Ladekapazität verbieten. Die Schweiz muss die Regeln übernehmen, wenn sie im Schengenraum verbleiben will. Der Bundesrat hat zwar butterweiche Ausnahmeregeln für das Schweizer Sturmgewehr verhandelt, trotzdem wehrt sich die Schweizer Waffenlobby Pro Tell mit Händen und Füssen gegen das neue Waffenrecht. Sie verteidigt die Vorstellung von einem Bürger, der frei ist, weil er bewaffnet ist. Das ist nicht nur gefährlich, sondern im 21. Jahrhundert geradezu absurd. Auch die Schweiz muss endlich einsehen, dass unsere Freiheit längst nicht mehr vom Sturmgewehr im Putzschrank abhängig ist. Viel wichtiger wäre es, für mehr Freiheit und Sicherheit im digitalen Raum zu sorgen.

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Talk «diskussionswürdig» mit Roger Schawinski über «Verschwörung»

Roger Schawinski hat ein neues Buch geschrieben: Verschwörung! Die fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt handelt von Verschwörungstheoretikern und der Kunst, in der grossen Medienaufregung die Wahrheit herauszufinden. Im Rahmen von «diskussionswürdig – Matthias Zehnder im Gespräch mit interessanten Autorinnen und Autoren», meiner Veranstaltungsreihe im Kulturhaus Bider&Tanner, habe ich mit Roger Schawinski über sein Buch gesprochen. Aber hören Sie selbst (nein, die Aufnahme ist nicht perfekt geschnitten und so, das kommt noch).

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Verschwörung! Die fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt

Roger Schawinski, Radio-Pionier, Radio-Besitzer und Talkshow-Host, hat (kurz nach seinem NoBillag-Titel) ein neues Buch geschrieben: «Verschwörung!» dreht sich um die «fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt». Was als Titel selbst etwas verschwörerisch tönt, entpuppt sich als kluges, mit leichter Hand geschriebenes Buch über vergangene und aktuelle Verschwörungstheorien und die zum Teil fatale Rolle, welche die Medien dabei spielen.

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Wir brauchen einen Artikel über Informationssicherheit in der Verfassung

Verschwörungstheorien, Hexenjagden – manchmal kommt man sich derzeit vor wie im Mittelalter. Seit der Aufklärung war unsere Gesellschaft von Vernunft geprägt. Doch plötzlich zählen Gefühle mehr als harte Fakten. Und das ist erst der Anfang. Denn die Lügen und Fake News gedeihen da besonders gut, wo Menschen schlecht informiert sind. Für gute Information könnten starke Medien sorgen – aber die Medien schwächeln. Ihr Geschäftsmodell ist kaputt. Es ist Zeit, dass die Schweiz ihre Medien ähnlich gut behandelt wie die Landwirtschaft: Wir brauchen analog zum Artikel 104a über Ernährungssicherheit einen Artikel über Informationssicherheit in der Verfassung!

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Die Daten, die ich rief: Wie wir unsere Freiheit an Großkonzerne verkaufen

Deutsche (und Schweizer) schwitzen gerne in einer Sauna. Amerikaner finden es seltsam, dass sich wildfremde Menschen dabei völlig nackt ausziehen und sich in aller Nacktheit gemütlich beim Schwitzen Gesellschaft leisten. Für Deutsche und Schweizer ist das kein Problem, weil die Nacktheit in einem abgeschlossenen Raum stattfindet, in völliger Privatheit. Umso schockierter war Katharina Nocun, als sie feststellte, dass in der Umkleidekabine ihrer Lieblingssauna Videoüberwachungskameras angebracht waren.

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Gegen ein Internet mit Leitplanken und Airbag

Wir hatten einst die Hoffnung, das Internet sei ein globaler, freier Ort der gleichberechtigten Meinungsäusserung. Jetzt müssen wir feststellen, dass das Netz fest in der Hand von einigen wenigen Grossfirmen ist und die Staaten dieser Welt das ungebärdige Netz eingezäunt haben. Ein Internet mit Leitplanken, Sicherheitsnetz und Airbag – wir haben uns das anders vorgestellt. Was die Alternative wäre? Statt in Zensurtechnik im Netz sollte das Geld in die Bildung der Menschen fliessen. Was meinen Sie?

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Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Wenn Ihnen beim Stichwort Migration nur Italiener, Türken und Tamilen einfallen, dann sollten sie dieses Buch lesen. Es erzählt die Geschichte der Migration in der Schweiz und beginnt damit beim römischen Reich. Es beweist damit, dass die Geschichte der Schweiz ohne Migration nicht denkbar ist. Das sind sich viele Menschen heute nicht bewusst: Sie verstehen Migration als zeitgenössisches Phänomen.

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