Warum wir den Klimawandel nicht den Medien überlassen dürfen

Die Schlagzeilen im Hitzesommer 2018 waren eindrücklich: So heiss war es selten, so trocken nie. Sensationell – entsprechend haben auch die Medien darüber berichtet. Doch das Klima ist eine längerfristige Angelegenheit. So richtig gefährlich wird es dann, wenn wir uns an die Hitze gewöhnt haben und die Medien längst nicht mehr darüber berichten, weil die Erwärmung zur Normalität geworden ist. Wir dürfen den Klimawandel deshalb nicht einfach den Medien überlassen.

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AZ und NZZ dürfen heiraten

Die Wettbewerbskommission (Weko) erhebt keine Einwände gegen das Joint Venture von AZ Medien und NZZ sowie gegen die Übernahme von Goldbach durch Tamedia. Doch die Weko erteilt den Segen mit deutlichem Grummeln und dem Hinweis darauf, dass es nur eine wettbewerbsrechtliche Genehmigung sei und keine medienpolitische Beurteilung. Das Grummeln ist sympathisch und macht die Sorge der Weko über den Zustand der Medienlandschaft Schweiz sichtbar. Das Grummeln macht aber auch sichtbar, dass die Markt-Definition der Weko aus einer vergangenen Zeit stammt: Google und Facebook, Internetangebote generell, kommen in der Begründung nicht vor. Damit zeigt die Weko, dass sie auf einem Auge blind ist.

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Die Newsroom-Diskussion: Eine Antwort an Alexandra Stark

Alexandra Stark hat auf ihrem Blog Reloaded meinen letzten Wochenkommentar über die Industrialisierung des Journalismus kritisiert. Ich erlaube mir, Alexandra auf diesem Weg zu antworten, mit dem Ziel, die Diskussion darüber zu vertiefen. Auch aufgrund vieler anderer Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen scheint mir, dass das Thema aktuell und wichtig ist (und dass wir Journalisten und Autoren die Diskussion darüber nicht bloss den Medienmanagern überlassen dürfen). Also: Hier meine Antwort an Alexandra Stark.

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Die Verwandlung der Dinge. Eine Zeitreise von 1950 bis morgen

Als Autor Bruno Preisendörfer 1963 zum ersten Mal zur Schule ging, steckte in seinem Schulranzen noch eine Schiefertafel mit Griffel und Schwämmchen. Das Telefon zu Hause war ein schwarzer Kasten, der ehrfurchtgebietend an der Wand hing, Musik hörte man ab Schallplatten und ein Buch bestand noch aus Leinen und Papier.

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Die Industrialisierung des Journalismus ist dessen Tod

Seit Gutenberg ist die Entwicklung der Medien eng mit dem Fortschritt der Technik verbunden. Dabei ging es immer um die Beschleunigung von Druck und Vertrieb, also der Verbreitung der Medien. Bis jetzt. Eine neue Generation von Medienmanagern will jetzt auch die Inhalte industrialisieren. Das Resultat sind Hors-Sol-Zeitungen und automatisierte Websites. Das ist effizient, aber tödlich für den Journalismus. Denn im Zeitalter von Fake News ist das wichtigste Gut der Medien ihre Glaubwürdigkeit. Und die können nur Menschen sicherstellen. Echte Menschen.

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Die Weko macht der «BaZ» Probleme

Indem die Weko es besonders richtig machen will, macht sie es besonders falsch: Die Weko prüft die Übernahme der «BaZ» durch Tamedia vertieft. Meine kleine Analyse.

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Städte für Menschen

Jan Gehl ist der Mann, der Kopenhagen zur menschenfreundlichen Stadt gemacht hat. In diesem Buch zeigt er mit vielen Bildern und Planskizzen, was eine Stadt mit menschlichem Mass ist. Er zeigt, warum es den Menschen neben den Bausünden aus den 60er Jahren nicht wohl ist. Er dokumentiert die Veränderungen, mit deren Hilfe er Kopenhagen, Melbourne und andere Städte wiederbelebt hat.

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Brief an Marcel Koller

Als Urs Fischer Trainer des FC Basel wurde, habe ich ihn (damals war ich noch Chefredaktor der «bzBasel») mit einem offenen Brief begrüsst, in dem ich ihm die Besonderheiten von Basel und seinem FCB beschrieb. Als er nach zwei erfolgreichen Jahren «verabschiedet» wurde, habe ich ihm noch einmal geschrieben. Jetzt übernimmt wieder ein Zürcher Trainer den FC Basel – es ist wieder Zeit für einen offenen Brief an den neuen Trainer des FCB.

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Für eine Stadt mit menschlichem Mass

Diesen Sommer war ich in Kopenhagen und ich muss Ihnen sagen: Ich bin begeistert. Kopenhagen fühlt sich völlig anders an als Schweizer Städte: Man fühlt sich als Fussgänger und als Velofahrer wohl und sicher. Das ist kein Zufall, sondern Konzept. Verantwortlich dafür war der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl. Er sagt: Wir müssen unsere Städte den Menschen zurückgeben. Architekten und Planer müssen ihre Häuser und Städte wieder für die Menschen planen. Er hat recht. In der Schweiz habe ich immer wieder das Gefühl, die Stadt sei eigentlich für die Autos da. Als Fussgänger und Velofahrer sei ich nur geduldet. Das muss sich ändern. Bitte bald.

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Meine Erst-Augustrede 2018, gehalten in Riehen (BS)

Die Festansprache gehört zum Ersten August wie Schweizerfahne, Feuerwerk und Landeshymne. Als dieses Jahr die Gemeinde Riehen (BS) mich anfragte, ob ich die Festrede an der Erst-Augustfeier in Riehen halten möchte, sagte ich deshalb gerne zu: Es ist mir eine Ehre. Zudem ist es lehrreich, ab und zu selbst eine Rede zu halten und nicht, wie sonst, Reden für andere zu schreiben. Gelernt habe ich, dass so ein Festzelt eine echte Bewährungsprobe für eine Rede ist. Da steht die Blasmusik im Zentrum und der Weisswein und die Geselligkeit. Eine Rede funktioniert da nur, wenn Sie gut verständlich ist und auf den Punkt kommt. Meine kleine Rede schlug sich wacker – so schien mir wenigstens. Sie war danach etwas zerknittert, aber wohlauf. Wollen Sie einen Blick reinwerfen? Hier ist sie:

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