Wirz-Cocktail: Zwischen zwei Welten
Podiumsdiskussion anlässlich des Wirz-Cocktails im Zürcher “Lake Side”. Moderiert von Matthias Aebischer (SF Club) habe ich mit anderen Gästen über virtuelle Welten, speziell über Second Life, diskutiert.
Céline Grossenbacher, professionelle Avatarin, berichtete von ihren Erlebnissen in Second Life. Zu meiner Überraschung erklärte sie, ihr Avatar sehe aus, wie sie selbst.
Peter Schneider, Psychoanalytiker und Publizist, stellte hintersinnige Fragen und erklärte, dass die virtuellen Welten für die Psyche kein Risiko darstellten.
Karin Vey, IBM Research Lab Rüschlikon, schwärmte über die vielen neuen Möglichkeiten, die sich durch Second Life ergeben.
Und ich war auch zu Gast. In der Abmoderation meinte Michel Juhasz, man sei sich “trotz der Unkenrufe aus der Medienecke” (sprich von meiner Seite) einig gewesen, dass Second Life etwas tolles sei. Nun: Das habe ich nie bestritten. Ich bestritt lediglich, dass eine Präsenz in Second Life der Wirkung in Second Life wegen interessant sei. SL hat etwa 350′000 regelmässige Benutzer – weltweit, wohlverstanden. Eine SL-Präsenz kostet gut und gerne, sagen wir der einfacheren Rechnung wegen, 70′000 Franken. Wenn jeder zehnte SL-Bewohner die Präsenz wahrnähme (was sehr optimistisch ist), entspräche das zwei Franken pro Kontakt. Das lohnt sich nie und nimmer. Second Life-Präsenzen lohnen sich nur wegen der Wirkung in den Medien der realen Welt. Die Medien haben Second Life extrem stark aufgenommen, weil SL die perfekte Metapher für die virtuelle Welt ist.
jetzt kommentieren? 15. November 2007



