Nüchtern betrachtet: Die Folgen einer Billag-Abschaffung

Obwohl es noch ein paar Monate dauert bis zur Abstimmung, ist die Auseinandersetzung um die No-Billag-Initiative bereits sehr polemisch – und schon erstaunlich faktenfern. Werfen wir also einen möglichst nüchternen Blick auf die Folgen, die eine Annahme der Initiative für das Medienangebot im Bereich Radio und Fernsehen in der Schweiz hätte. Die Wertung der Fakten finden Sie am Schluss in fünf Sätzen.

Wie immer bei politischen Auseinandersetzungen sind auch bei der Auseinandersetzung rund um die No-Billag-Initiative viele Emotionen und wenig Fachwissen im Spiel. Versuchen wir deshalb einmal, möglichst nüchtern über die Folgen einer Annahme der Initiative nachzudenken.[1] Welche Folgen hätte ein Wegfallen des gebührenfinanzierten Rundfunks für die Medien? Konkret sind es fünf Fragen die sich stellen:

  • Wie lassen sich Rundfunk-Angebote ohne Gebühren finanzieren?
  • Welche Folgen haben diese Finanzierungsmodelle für die Angebote?
  • Was bedeutet das für die Konsumenten?
  • Was bedeutet es für die politische Schweiz?
  • Was für die kulturelle Schweiz?

Mein Ziel ist es, diese fünf Fragen möglichst ohne Wertung zu beantworten und möglichst nüchtern unbestreitbare Konsequenzen aufzuzeigen. Eine persönliche Wertung finden Sie erst am Schluss. Kommen wir also zur ersten Frage:

1) Wie lassen sich Rundfunk-Angebote ohne Gebühren finanzieren?

Ohne Gebühreneinnahmen gibt es für Radio- und Fernsehangebote zwei mögliche Einnahmequellen: Werbeeinnahmen und Pay-TV-Einnahmen. Letztlich basieren beide Einnahmemodelle auf dem Erfolg beim Publikum: Im Fall von Werbung wird die Aufmerksamkeit der Zuschauer indirekt über einen Werbeauftraggeber zu Geld gemacht, im Fall von Pay-TV-Einnahmen wird der Zuschauer direkt zur Kasse gebeten. Beide Modelle setzen damit auf Quote, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise.

Werbung im Umfeld einer Sendung kann ich dann verkaufen, wenn ich mit der Sendung eine interessante Zielgruppe zu einem grossen Prozentsatz erreiche. Ein Pay-TV-Angebot hat dann Erfolg am Markt, wenn das Angebot von einer genügend grossen Personengruppe als so interessant eingestuft wird, dass sie bereit sind, dafür zu bezahlen. Wirklich gut funktioniert das nur bei Übertragungen von Sportereignissen, die ein grosses Publikum ansprechen. Das bedeutet für die Schweiz: Fussball, Tennis, Skirennen und Eishockey wird es nur noch gegen Bezahlung zu sehen geben. Von Sky Sport gibt es bereits heute Sport im Bezahlfernsehen: Zu sehen gibt es etwa alle Spiele der Champions League und der Bundesliga sowie ATP World Tour Masters 1000, Formel 1 und Golf. Kostenpunkt: 9.90 Franken pro Tag oder 19.90 Franken im Monat.[2] Macht im Jahr 238 Franken.

Lassen sich Radio- und Fernsehsendungen mit Werbung finanzieren? Da gibt es zwei Problemfelder. Zum einen ist die Schweiz ein sehr kleiner Markt, der zudem auch noch in vier Sprachen zerfällt. In der Deutschschweiz mag ein TV-Sender eventuell noch in eine werberelevante Grösse kommen, in der Westschweiz ist das sehr schwierig und im Tessin kaum möglich. Fernsehwerbung hat auch ohne Zerschlagung der SRG in der Schweiz einen schweren Stand. Erstens führt der Trend zu zeitversetztem Fernsehen dazu, dass sich Zuschauer besser um die Werbung drücken können. Zweitens gibt es mittlerweile sehr viel effektivere Werbekanäle als Radio und Fernsehen. Im Internet erreicht ein Werbeauftraggeber mit weniger Geld potenzielle Kunden zielgenauer. Übrigens nicht über Bannerwerbung, wie sie publizistische Angebote verkaufen können, sondern vor allem über Spezialwerbeformen wie Suchmaschinenwerbung, die heute im Schweizer Internet den grössten Anteil aller Werbeformen ausmachen. Das Schweizer Fernsehen war bisher für Werbeauftraggeber eine Ergänzung, die für nationale Reputation sorgte. Sprachregionale Spartensender können das nicht mehr leisten.

2) Welche Folgen haben diese Finanzierungsmodelle für die Angebote?

Werbefinanziertes Radio und Fernsehen oder Pay-TV sind rein quotenorientiert. Für beide Finanzierungsmodelle gelten die Gesetze des Aufmerksamkeitsmarkts. Welche Folgen das hat, habe ich in meinem Buch «Die Aufmerksamkeitsfalle» beschrieben: Letztlich führt es zu einer Boulevardisierung. Fernsehen würde schriller und greller, wie das etwa in den USA zu besichtigen ist. Weder im werbefinanzierten Fernsehen noch im Bezahlfernsehen haben Angebote für Minderheiten oder Nischeninhalte eine Chance. Das gilt ganz besonders für das Bezahlfernsehen. Das funktioniert nur, wenn es genügend Menschen gibt, die den Inhalt so dringend sehen möchten, dass sie bereit sind, dafür zu bezahlen.

Sportangebote würden im Bezahlfernsehen wohl funktionieren. Zu sehen gäbe es da aber nur noch Sportarten, die viele Menschen ansprechen. Informationsangebote und Kultur funktionieren im Bezahlfernsehen nicht. Kulturangebote sind Minderheitenprogramme. Es ist absolut illusorisch, Kulturangebote in der kleinen Schweiz über den freien Markt finanzieren zu wollen. Informationsangebote funktionieren allenfalls in einem werbefinanzierten Fernsehen, aber wohl nur als Teil eines grösseren Ganzen. So könnten die deutschen Privatsender Sat.1 und RTL ihre Schweizer Fenster mit Kurznachrichten aus der Schweiz aufpeppen. Kein Schweizer Privatsender wird sich ein Korrespondentennetz leisten können. Schon gar nicht finanzieren lassen sich Radioangebote, auch Flaggschiffe wie das «Echo der Zeit» nicht. Es gibt international kein Beispiel für ein vergleichbares Radioinformationsangebot, das sich über den freien Markt finanzieren lässt – in einem so kleinen Markt wie der Schweiz schon gar nicht. Kurz: Das (Schweizer) Angebot wäre mit Sicherheit kleiner.

3) Was bedeutet das für die Konsumenten?

Das (Schweizer) Angebot wird kleiner und die Einzelteile werden teurer. Teurer im Sinne von Gebühren – oder im Sinne von Zeit, die man mit dem Anschauen von Werbung verbringen muss. Die Folge wird sein, dass Schweizer (noch) häufiger ausländische Fernsehkanäle konsumieren würden. Das wird in der Diskussion immer wieder vergessen: Die Schweiz ist keine Fernsehinsel. Schon heute sind die Marktanteile der ausländischen Sender zusammengezählt grösser als der Marktanteil des Schweizer Fernsehens.[3] In der werberelevanten Zielgruppe beträgt der Marktanteil der beiden SRF-Sender rund 22 Prozent. Schon die fünf meistgeschauten ausländischen TV-Sender haben heute kumuliert mehr Zuschauer.

4) Was bedeutet das für die politische Schweiz?

Vom Pay-TV hat die politische Schweiz nichts. Niemand bezahlt dafür, um Schweizer Politiker auf der Mattscheibe zu sehen. Werbefinanziertes Fernsehen orientiert sich an der Quote. Hohe Einschaltquoten erzielt ein Fernsehsender, wenn er Konflikte inszeniert, emotionalisiert und sensationalisiert, so, wie das die amerikanischen TV-Sender machen. Daran haben die Flügelparteien SVP und SP tendenziell ein Interesse. Die politische Mitte hat davon nichts. Für Proporzpolitik, wie sie typisch ist für die Schweiz, sind quotenorientierte Medienangebote kontraproduktiv.

5) Was bedeutet das für die kulturelle Schweiz?

Kultur und quotenbasierte Medien vertragen sich schlecht. Selbst in Abo-Tageszeitungen, die tendenziell ein intellektuelleres und zahlungskräftigeres Publikum ansprechen, haben die Kulturseiten eine «Einschaltquote» von kaum 20 Prozent. Rein werbefinanziertes Fernsehen wird sich nur um populäre Mainstream-Kultur kümmern. Die kulturelle Schweiz wird ins Internet ausweichen und vor allem direkt mit dem Publikum kommunizieren müssen. Sie wird an Öffentlichkeit verlieren.

Die Wertung

So. Bis dahin waren das einigermassen nüchterne Beobachtungen, möglichst nicht gefärbt von politischen Ansichten. Lassen Sie mich ein ebenso nüchternes Fazit ziehen: There ain’t no such thing as a free lunch. Wenn die Schweiz die No-Billag-Initiative annimmt, zahlen die Schweizerinnen und Schweizer keine Rundfunkgebühren mehr. Sie sparen damit also 365 Franken im Jahr. Das werden sie bezahlen: mit Werbung, mit Pay-TV und insbesondere mit einer Ausdünnung des Angebots in den Bereichen Information und Kultur. Mir persönlich ist das zu teuer.

Basel, 10. November 2017, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch

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Quellen/Anmerkungen:

[1] Offenlegung von Interessenbindungen: Ich bin Mitglied des Vorstands der SRG Region Basel. Der Text widerspiegelt meine Privatmeinung als Medienwissenschaftler und Publizist.

[2] Siehe https://sport.sky.ch/de/subscription

[3] vgl. http://www.mediapulse.ch/de/tv/publikationen/semesterzahlen.html

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9 Kommentare zu Nüchtern betrachtet: Die Folgen einer Billag-Abschaffung

  1. Niggi Ullrich sagt:

    Müsste resp könnte es am Schluss nicht auch heissen. Mir ist das zu billig!

    • Thomas Zweidler sagt:

      Man sollte bei Ihnen, Herr Ullrich, vielleicht noch ergänzen, dass Sie im Führungsduo der SRG Deutschschweiz als Vizepräsident amten…
      (Doch wahrscheinlich wissen das die gebildeten Leser dieses Blogs jedoch bereits.)
      „No-Billag“ bewegt, wie an den Leserkommentaren ersichtlich. Das über die SRG debattiert wird ist erfreulich und notwendig.
      Wenn schon so viel über die SRG-SRF geschrieben wird, schauen wir uns doch am besten mal eine Sendung an. Wie wärs mit „Arena – zum Thema No-Billag“ ; und lassen uns von den Argumenten hüben wie drüben bezirzen.
      https://www.srf.ch/sendungen/arena/no-billag-ja-oder-nein
      Das schöne daran: Wir als „nicht verbandelte“ (nicht Lohnempfänger) der SRG können uns danach ein eigenmächtiges, neutrales Urteil zu eigen machen.

  2. Ueli Keller sagt:

    Gut und souverän informiert sein kostet aufwändige, qualifizierte Medienarbeit: Know-how, Infrastruktur und Löhne auf Seiten der Medienschaffenden sowie Anstrengungen, Know-how und Geld auf Seiten der Mediennutzer*innen. Heisst No Billag nicht halt doch schlicht und einfach billig – billig gleichgesetzt mit: Immer noch mehr immer noch einfacher, pfannenfertiger, schneller und lustvoller bekommen … und wenig dafür tun müssen: Warum etwas bezahlen, wenn es Multimilliardäre sozusagen gratis, unendlich haufenweise und supplement liefern? Bedeutet ‚No Billag‘ nicht auch ‚No Service public‘ sowie ‚No Politik‘ und ‚No Gemeinschaft‘?

    • Christoph Meili sagt:

      Lieber Herr Keller,
      Ihr letzter Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Für die Schweiz fatal.
      Und… viele haben nicht begriffen, dass guter Journalismus kostet.
      Es leisten sich nur noch wenige Zeitungen gute Auslandkorrespondendten,
      bei der NZZ z.B. sind die Zeiten von Arnold Hottinger, Oplatka und Wieser vorbei.

  3. Beatrice Isler sagt:

    Genau!
    Ich habe mal eine riesige Diskussion mit jemandem gehabt. Er sagte, die SRG habe so unsägliche Sendungen, wie z.B. Aeschbacher oder Röbi Koller oder Jassen etcpp. Die seien einer SRG nicht würdig! Was für eine Aussage also!
    Ich hielt dagegen, dass diejenigen, welche solche Sendungen gerne schauen vielleicht schon bei der Tagesschau einschalten und dann nach der Sendung noch nicht abschalten, sondern 10vor10 angucken – Sendungen also, die der besagte Herr unbedingt behalten will. Ich gehe allerdings davon aus, dass Menschen, die auf RTL umschalten, nicht zum richtigen Zeitpunkt auf’s 10vor10 zurück schalten. Kultur- oder z.B. philosophische Sendungen gehören einfach zu einem seriösen Sender mit sauberen Recherchen und fundierten Hintergrundinformationen. Selbst eine Jass- oder eine Ländlersendung hat hier in der Schweiz seine Berechtigung! Und diese sowie sämtliche anderen Sendungen mit elend langen, unglaublich langweiligen Werbesendungen zu unterbrechen, ist sowas von mühsam.
    So breit gefächert wir Menschen sind, so breit gefächert darf, soll und muss die SRG sein, wenn sie ihren Auftrag ernst nimmt. Das heisst ganz konkret, dass die Bevölkerung diesen Auftrag stützen muss. Ich möchte keinesfalls auf das Regionaljournal oder das Echo der Zeit verzichten!

  4. Thomas Dummermuth sagt:

    Obwohl selber ganz klar ein SRG-Befürworter, stört mich, dass hier einmal mehr ein drittes Modell (neben dem werbefinanzierten und Pay-TV-Modell) unterschlagen wird: die Finanzierung durch Spenden, Beiträge von Fonds und Stiftungen, und Mitgliederbeiraägen. In der Billag-Diskussion wird immer wieder auf die USA als abschreckendem Beispiel verwiesen. Als jemand, der in den USA wohnhaft ist, weiss ich von Boulevardisierung sehr wohl ein Liedchen zu singen. Nichtsdestotrotz, was hier zu vergessen gehen scheint: wir haben in den Vereinigten Staaten durchaus ein Angebot von öffentlichen Radios und Fernsehen. Zugegeben, die Sender sind klar ein Nischenprodukt, aber was hier qualitativ geleistet wird, sowohl in landesweiter als auch lokaler Medienarbeit ist fantastisch. Die Finanzierung erfolgt grösstenteils durch Stiftungsgelder sowie Spenden freiwilliger Unterstützer (via saisonale Pledge Drives von Lokalsendern).
    Ob (und wie) das in der Schweiz funktionieren würde, ist eine ganz andere Frage. Genau die Frage, die mich hier in einer ’nüchternen Analyse‘ interessiert hätte.

    • Ueli Keller sagt:

      Das „dritte Modell“ gibt es bereits auch in der Schweiz. Mit milliardenschweren Medienspender*innen. Sie wollen damit ihren moralischen, politischen oder wirtschaftlichen Machtstatus aufrechterhalten, oder gar optimieren.

    • Lieber Herr Dummermuth

      Ja, Sie haben recht: Vielleicht gibt es einen dritten Weg? Ganz ausschliessen kann man das sicher nicht. Denken wir diesen dritten Weg nüchtern einmal durch.
      Wenn wir von Spendenfinanzierung reden, müssen wir zwei Arten unterscheiden:
      a) Finanzierung durch Grossspender/Mäzene
      b) Finanzierung durch Kleinspenden / Crowdfunding
      Für beide Modelle gibt es in der Schweiz Erfahrungen, die nicht dafür sprechen, dass die Modelle im weitesten Sinn als Ersatz für ein Gebührenmodell in Frage kommen. Modell a) kennen wir gleich doppelt in der Region Basel: Die der alternativen Szene zugerechnete Milliardärin Beatrice Oeri hat über eine Stiftung die «Tageswoche» finanziert, SVP-Politiker Christoph Blocher finanziert die «Basler Zeitung». Beide Projekte kranken daran, dass die Weltanschauung, aus der sie entstanden sind, im Produkt überdeutlich sind. Die «Tageswoche» hat sich am Markt bisher nicht durchgesetzt, die Gelder sind stark eingeschränkt worden, die Zukunft ist ungewiss. Die «Basler Zeitung» hat deutlich mehr Leser verloren als die durchschnittliche Zeitung, wird wohl demnächst eine enge Kooperation mit der Bündner «Südostschweiz» eingehen, Zukunft ebenfalls eher ungewiss. Nüchternes Fazit: Es gibt sicher Milliardäre, die sich spendenfinanzierte Medien leisten können, am Markt sind sie nicht unbedingt erfolgreich. Dazu kommt: Wenn es um Fernsehprojekte geht, reden wir von sehr hohen Beträgen – und die Schweiz hat nicht dermassen viele Milliardäre.
      Kommen wir zum Modell b), also zum Crowdfunding. Das Medienprojekt «Republik» hat in den letzten Monaten das grösste Medien-Crowdfunding realisiert, das es in der Schweiz (und laut «Republik» weltweit) je gab: Die künftige Internetzeitung hat 3,4 Millionen Franken in einem Crowdfunding eingenommen. Dazu kommen weitere 3,5 Millionen Franken von Investoren. Vgl. https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/republik-neues-medienprojekt-ueberzeugt-13-845-abonnenten-ld.1298817
      Das ist ein toller Erfolg. Es wird der «Republik» einen sorgenfreien Anfang bescheren. Bloss: 3,4 Millionen Franken sind für ein Fernsehprojekt ein Klacks. Damit kommen Sie im Fernsehen nicht weit. Das Basler Regionalfernsehen Telebasel arbeitet mit einem Betriebsaufwand von 6,7 Mio. Franken, beim Aargauer Tele M1 sind es 7,9 Mio. Franken. Beide Sender sind weit entfernt davon ein Vollprogramm zu produzieren (und beide überleben nur dank Gebühren). Das weltgrösste Mediencrowdfunding würde also gerade mal ein halbes Jahr Regionalfernsehen finanzieren.
      Was sich über Spendenmodelle am ehesten finanzieren lässt, sind Podcasts (vor allem Audiopodcasts). Anders gesagt: Spendenmodelle eignen sich dafür, je einzelne Radioformate im Rahmen eines Podcasts zu finanzieren, aber auch bei grossem Erfolg dieses Modells gibt es in der Schweiz ein Potenzial von (seien wir optimistisch) einem Dutzend spendenfinanzierten Podcasts – also einem kleinen Bruchteil der Inhalte, welche Radio SRF in allen vier Landessprachen anbietet.
      Kurz: Nüchtern betrachtet ist das Spendenmodell vielleicht eine interessante Ergänzung, aber nicht mehr. Die Schweiz ist auch dafür einfach zu klein.

      • Ueli Keller sagt:

        1 Prozent von einer Milliarde sind 10 Millionen. Damit lässt sich etwas machen. Und wahrscheinlich lässt sich die Investition in ein Medienprojekt auch noch von den Steuern absetzen?! Aber das ist nicht das Grundproblem: Sondern eine Bevölkerung, die mehrheitlich nicht wissen will, was sie nicht wissen will.

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