#MeToo: Was ich als Mann dazu zu sagen habe

Zuerst haben mich die sexuellen Belästigungen von Harvey Weinstein und die #MeToo-Kampagne nicht interessiert. Dann habe ich gemerkt, dass uns das alle angeht – aber ich war hilflos, wie ich als Mann darauf reagieren soll. Mit der Zeit haben sich mir drei grundsätzliche Fragen gestellt: Was können wir tun? Was ist erlaubt? Und: Wie nur sollen wir unsere Söhne erziehen? Ein Versuch, diese drei Fragen zu beantworten.

Als ich zum ersten Mal von Harvey Weinstein und seinen sexuellen Übergriffen hörte, hat mich das nicht weiter interessiert. Weinstein war für mich wieder so ein amerikanischer Widerling, wie auch Fox-News-Anchor Bill O’Reilly einer war oder Bill Cosby. In Amerika ist so ein Widerling sogar Präsident geworden und dies, obwohl alle wussten, wie er über Frauen spricht und wie er mit Frauen umgeht: Für Donald Trump gehört Grabschen ganz selbstverständlich dazu, damit hat er sich wiederholt gebrüstet und trotzdem ist er gewählt worden. Kurz: Weinstein war für mich ein Widerling, ich blätterte (oder klickte) weiter.

Doch dann startete die amerikanische Schauspielerin Alyssa Milano auf Twitter den Hashtag #MeToo: Frauen, denen schon einmal etwas ähnliches passiert war wie den Opfern von Harvey Weinstein, sollten sich mit dem Hashtag #MeToo melden. Auf diese Weise könne das Problem nicht mehr kleingeredet werden.[1] Es meldeten sich Tausende von Frauen. Auch Frauen aus der Schweiz und aus Deutschland, denen ich auf Twitter oder Facebook folge. Ich merkte: Das ist definitiv kein Weinstein-Problem und es ist auch keine amerikanische Eigenart. Das Problem ist grösser. Es ist ein Problem der Männer.

Definitiv ein Problem aller Männer.

Am Basler PreacherSlam hat die Slampoetin Lisa Christ[2] einen Text vorgetragen, der sich um #MeToo dreht. Sie erzählte, wie eine Kollegin ihr mit 16 empfahl, auf dem Nachhauseweg von der Party die Schuhe auszuziehen, weil sie ohne Schuhe besser davonrennen könne. Sie schilderte, wie oft sie schon betatscht, begrabscht und bedrängt worden ist. Nicht irgendwo in Hollywood. Hier, in Basel, an Partys in der Schweiz, in der Stadt auf der Strasse, im Zug. Lisa Christ beendete ihren Slam mit dem Aufruf: Tut endlich etwas Tapferes. Schaut nicht länger weg. Mir ist klar geworden: Das ist definitiv ein Problem aller Männer.

Aber was können wir tun? Wir durchschnittlichen Männer, ohne viel Macht oder Ansehen? Der amerikanische Architekt Thomas Wall lancierte den Hashtag #IHave – also: Ich habe, im Sinne von: Auch ich habe es getan. Unter diesem Hashtag bekennen sich Männer dazu, übergriffig geworden zu sein, gegrabscht zu haben, sexistische Witze geäussert zu haben. Ein Anfang? Wohl mehr eine Art Ventil. Im schlimmsten Fall ist so ein öffentliches Kurzbekenntnis sogar kontraproduktiv: eine Art Selbstabsolution.

Die erste Frage: Was können wir tun?

Was also können wir tun? Gemeinsam ist den Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen Harvey Weinstein oder Bill O’Reilly, dass die Männer viel Macht hatten. Macht über die Karrieren von Frauen. Das schreibt auch Alice Schwarzer in ihrem Buch über sexuelle Belästigung, das sie nach der Affäre Brüderle in Deutschland herausbrachte: Es geht hier nicht um Sex, es geht um Macht.[3] Mir scheint aber ein anderer Punkt noch wichtiger zu sein: Weinsteins «Besetzugscouch» war offenbar berüchtigt. Im Artikel über Harvey Weinstein auf Wikipedia[4] werden mittlerweile 70 (!) Schauspielerinnen aufgeführt, die er belästigt haben soll.

Möglich war das nur, weil sein Umfeld ihn deckte. Seine Angestellten organisierten die «Dates» mit den Schauspielerinnen sogar, wenn eine Frau sich wehrte, schafften seine Leute die Vorwürfe mit Geld aus der Welt. Ähnlich bei Bill O’Reilly: TV-Sender Fox hat Anfang Jahr den Vertrag mit O’Reilly verlängert, obwohl der Sender wusste, dass O’Reilly Belästigungsklagen aussergerichtlich beigelegt hatte. O’Reilly wurde erst entlassen, als Werbekunden Druck auf den Sender machten.[5]

Die sexuelle Omertà: das Kartell des Schweigens

Weinstein und O’Reilly wurden also von ihrem engsten Umfeld geschützt durch eine sexuelle Omertà, eine Schweigepflicht, der sich alle Mitarbeiter unterzogen. Diese Omertà galt nicht nur bei Fox News und bei der Weinstein Company. Diese Omertà gibt es auch bei uns. Belästigung wird verschwiegen. Die Opfer schämen sich wohl oft, vor allem aber schweigt das Umfeld. Die Assistenten des Chefs, die mitbekommen, wenn eine junge Frau mit zerzauster Frisur aus dem Chefbüro kommt. Die Zugpassagiere, die den zudringlichen Mann neben dem Mädchen lieber übersehen, als sich einzumischen. Die Partygäste, die finden, ein bisschen Grabschen gehöre halt dazu. Und vor allem die anderen Männer, die Kumpel, die mit schmierigem Grinsen zuhören, wenn sich ein Kollege mit einem Übergriff brüstet. In «Das fliegende Klassenzimmer» lässt Erich Kästner Professor Kreuzkamm sagen: An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern. Das gilt auch und gerade für sexuelle Belästigung. Gefordert sind wir alle, als Freunde, als Mitarbeiter, als Kollegen – und zwar als Zeugen.

Die zweite Frage: Was ist erlaubt?

Viele Männer stellen sich jetzt Fragen. Was ist (noch) erlaubt? Was ist schon ein Übergriff? Darf der Blick noch sein? Ist ein Kompliment bereits eine Belästigung? Die Schwierigkeit ist, dass es dafür keine einfachen Rezepte gibt, weil vieles von der Situation abhängig ist. Dabei kommt es vor auf das Machtverhältnis zwischen Mann und Frau an. Je mächtiger der Mann, desto weniger darf er sich erlauben.

Für den Alltag gilt wohl eine Regel, die schon Alexander Spoerl in «Memoiren eines mittelmässigen Schülers» formuliert hat: Tu mit deiner Freundin nicht, was du nicht willst, dass es ein anderer mit deiner Schwester tut. Bloss etwas allgemeiner formuliert: Verhalte Dich allen Frauen gegenüber so, wie du es von Männern erwartest, dass sie sich deiner Schwester (oder deiner Tochter) gegenüber verhalten.[6] Das ist manchmal nicht so einfach. Wir Männer sind nun mal Ölgötzen und merken vieles nicht. Da hilft es vielleicht, bei der Frau nachzufragen: Sorry, hat Dich der Witz verletzt? Oder Männern nachzuhelfen: Ey, Alter, das war zu viel. Nimm Dich zurück. Vielleicht noch eine kleine Zusatzregel für Männer auf dem Balzpfad: Flirten ist Kommunikation und in der Kommunikation kommt es immer auf den Empfänger an. Ich habe das aber anders gemeint, ist immer der Fehler des Senders, nie des Empfängers.

Die dritte Frage: Wie nur sollen wir unsere Söhne erziehen?

Bleibt meine dritte Frage: Wie nur sollen wir unsere Söhne erziehen? Denn wir leben in einer bigotten Welt. Auf dem Titelblatt der Zeitung die Schlagzeile über Harvey Weinstein, zwei Seiten weiter die Werbeanzeige mit der Frau die, verführerisch lächelnd und mit schwindelnd tiefem Décolleté, Werbung für eine Biermarke macht. Oder für ein Auto. Oder einen Schokoriegel. Wir predigen unseren Kindern Respekt und Gleichstellung – Filme, Werbung und Internet zeigen etwas ganz anderes. Sexismus findet nicht nur im Büro von Harvey Weinstein statt. Sexismus ist überall, auf Plakatwänden, im Kino, in Zeitschriften, im Fernsehen.

Diese Woche haben die Universitäten Hohenheim und Münster eine Studie zu Pornografie im Internet veröffentlicht. Eines der Resultate: Ein Drittel der 14- bis 15-Jährigen hat im Internet bereits Hardcore-Pornografie gesehen. Besonders bedenklich: Der erste Kontakt mit Pornografie findet laut Studie immer früher statt und zwar oft ungewollt.[7] Wir predigen Wasser, aber die Welt ist voller Wein. Wie wollen wir als Eltern uns da für ein respektvolles Miteinander einsetzen?

Ich habe nur eine Antwort darauf: Wir müssen es bedingungslos vorleben. Mir ist klar, dass das ebenso hilflos wie anspruchsvoll ist. Aber ich sehe keinen anderen Weg. Es gibt, bekanntlich, nichts Gutes, ausser: man tut es. Das Rezept dafür ist klar: Bedingungslose Gleichberechtigung. Mann und Frau sind gleichgestellt. Punkt.

Basel, 27. Oktober 2017, Matthias Zehnder mz@matthiaszehnder.ch

PS: Nicht vergessen – Wochenkommentar abonnieren. Kostet nichts, bringt jede Woche ein Mail mit dem Hinweis auf den neuen Kommentar und einen Buchtipp. Einfach hier klicken.

Quellen:

[1] http://www.bunte.de/stars/star-news/alyssa-milano-weinstein-skandal-mit-einem-hashtag-sorgt-sie-fuer-weitere-aufklaerung.html

[2] https://www.lisachrist.ch/

[3] Alice Schwarzer (Hrsg.): Es reicht! Gegen Sexismus im Beruf. Kiepenheuer & Witsch, 176 Seiten, 13.50 Franken; ISBN 978-3-462-04588-8

https://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783462045888

[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Harvey_Weinstein

[5] https://www.nzz.ch/panorama/sexuelle-belaestigung-fox-verlaengerte-vertrag-mit-star-moderator-oreilly-trotz-kenntnis-neuer-vorwuerfe-ld.1323548

[6] Bill O’Reilly hat übrigens eine Tochter, Madeline, geboren1998. Harvey Weinstein hat sogar vier Töchter aus zwei verschiedenen Ehen.

[7] Vgl. http://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=9182

Dieser Beitrag wurde unter Wochenkommentar abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Kommentare zu #MeToo: Was ich als Mann dazu zu sagen habe

  1. Ueli Keller sagt:

    Nach meinen Erfahrungen ist Sexismus oft ein Salz in der Suppe der Macht. Andere Zutaten sind beispielsweise: Arroganz, Geld, Gier, Herrschsucht und Verlogenheit. Gekocht wird eine Machtsuppe oft von Männern, und gegessen manchmal auch gerne von Frauen. So kann das gehen. Und es ist wahrscheinlich nur graduell und individuell, aber generell und grundsätzlich nicht veränderbar. Weil die Menschheit genetisch so determiniert scheint, dass die Mehrheit es immer wieder so haben will.

  2. Beatrice Isler sagt:

    Lieber Matthias, dein Artikel berührt mich nicht nur, sondern ich stehe voll und ganz dahinter. Mütter von Töchtern – wie ich es eine bin – müssen sich diesen Erziehungsfragen auch stellen. Es übersteigt meinen Horizont, warum eine Frau sich sexuell nötigen lässt, um sich einen Karrieresprung zu verschaffen. Ich begreife eine Vorzimmerdame nicht, die ihren Chef bei seinen amourösen Machtspielen deckt. Ich denke, wir müssen Mädchen so stärken, dass sie sich nicht über ihre Sexualität, über ihren Körper, das geschminkte Gesicht, die neuesten Klamotten definieren, sondern über ihre inneren Stärken, ihr Wissen, ihre Empathie u.v.m.
    Immer wieder hörte ich den Spruch „Männer haben Angst von gescheiten Frauen“. Ist das so? Ich kann es nicht beurteilen. Auf jeden Fall aber werden wir von den Männern, den Medien, der Werbung auf unsere Weiblichkeit reduziert, dabei ist diese nur ein kleiner Teil unseres Selbst, unserer Persönlichkeit. Und leider gibt es Frauen, die machen mit. Du beschreibst die Werbung mit Décolleté und Verführung und ich frage mich, ob hier umgedacht werden müsste? Was hat eine Sexypose mit Autos zu tun? Warum verknüpft die Menschheit Sexualität und Verführung mit irgendwelchen Gegenständen? Sind wir hier „Opfer“ von schlauen Werbern? Aber haben denn die Werber nicht genug Kreativität, sich andere Werbestrategien auszudenken? Es ist doch sowas von platt, wenn sich eine Minirock-Dame über ein neues Auto lehnt…. Und warum um Himmels Willen machen diese Damen das überhaupt mit? Womit wir wieder bei der Erziehung der Töchter wären…

  3. Thomas Zweidler sagt:

    M. Zehnder fragt „Wie sollen wir unsere Söhne erziehen?“. Es sind nicht nur die Söhne, die auf Irrwegen sind. Auch Töchter orientieren sich am täglichen Medien-Aufgeil-Zirkus; wie das Beispiel einer fragenden B. Isler richtig verdeutlicht: „Es ist doch sowas von platt, wenn sich eine Minirock-Dame über ein neues Auto lehnt…. Und warum um Himmels Willen machen diese Damen das überhaupt mit? Womit wir wieder bei der Erziehung der Töchter wären…“ Gerne rede ich in meinem Umfeld nicht mehr von „Erziehen“, sondern von „Begleiten“, von „Begleitung“….
    Aber irgendetwas läuft schief in der „Kita“-Aufzucht-Generation…
    Darf man sich in der unsrigen, heutigen Gesellschaft überhaupt noch GEGEN „Tagesstätten“, „Kinderhäuser“, „Krippenhäuser“, „Tageschule“, „Horte“ und „Kinderheime“ äussern oder wird man vom „Shitsturm“ der sich selbstverwirklichenden Eltern, welche immer glänzen, gebodigt? In der „Weltwoche“ vergangener Woche standen unter dem Titel „Die Klammerkinder“ interessante Zeilen: „Kinder klammern sich früh morgens beim „in die Kita bringen“ und spät Abends beim Abholen sehr an die „Eltern“. Es wird die berechtigte Frage gestellt, ob beim Bereitmachen am Morgen und ins Bett stecken am Abend noch genug Zeit für Empathie und Liebe dem Nachwuchs gegenüber bleibt. Es wird festgestellt, dass bei den „Eltern“ nach ihrem langen „Arbeits“tag die empathischen Fähigkeit abnimmt.
    Ein Rundumblick in die Zeitungen von heute und morgen lässt an unserer, dieser Entwicklung zweifeln, Vergewaltigung, Raub, Überfälle und Mord sind an der Tagesordnung: „Sonntags-Zeitung“: „Sie klauen und fahren schwarz. Der Anteil straffälliger Mädchen hat sich in der Schweiz verdoppelt. Mit Ladendiebstählen profilieren sie sich in der Clique.“
    „Sonntags-Zeitung“ von Morgen: „Warum Männer (also unsere heutigen Erzieher oder Begleiter…..) lieber Arbeiten anstelle Vaterschaftsurlaub zu beziehen!“
    „BZ-Basel“: „Ein 25-jähriger Mann ist am Samstagmorgen in Basel von einem Unbekannten angegriffen und beraubt worden. Dabei zog er sich Verletzungen zu. Die beiden Männer hatten sich zuvor in einer Bar an der Rebgasse kennen gelernt und sich nach dem Besuch eines weiteren Lokals in die Rosentalanlage begeben. Nachdem es dort zu einem Streit gekommen war, begab sich der 25-jährige auf den Messeplatz. Vor dem Hotel Hyperion griff ihn der Unbekannte an, schlug ihn und nahm ihm Tasche, Jacke und Portemonnaie. Darauf ergriff er die Flucht. Die von einem Passanten alarmierte Polizei fahndete erfolglos nach dem Räuber.“
    STOP! Jetzt wird’s für Gewisse „Linke“ und „Berufssoziale“ heiss:
    Dass die ganze Gewalt, Vergewaltigungen nicht nur „Hausgemacht“ sind, sondern – dies „schleckt keine Geiss weg – auch grösstenteils „Importiert“ ist und auch kein rein Schweizerisches, sondern zu einem Europäisches Problem wurde, las man letzhin in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Im Berliner Tiergarten, gleich neben Merkels Kanzlerpalast (der Leitzentrale der EU also) herrschen barbarische, anarchische Zustände wie im Mittelalter. Ergebnisse der internationalen kulturellen Vielfalt und Erziehung zum G r u s e l n :
    „NZZ“ (…): „Ein Obdachloser leerte eine Bierflasche über den Kopf einer Gartenarbeiterin. In der Bierflasche war der Urin des Mannes. GRÜNEN-Ortsbürgermeister Dassel von Berlin-Mitte: „Aggressive Obdachlose aus EU-Ländern abzuschieben, sollte kein Tabu mehr sein. Die polnische Regierung könne ihr soziales Problem nicht in Berliner Grünflächen lösen.“
    Der unheimliche Tiergarten ist Nachts, wenn sich die Stricher, vor allem afghanische Flüchtlinge, an die Strasse stellen und für 20 Euro verkaufen.
    Am Abend des 5. Septembers war die Kunsthistorikerin Susanne F. im «Schleusenkrug» eingekehrt. Auf ihrem Heimweg wurde sie erwürgt, für 50 Euro und ein Handy. Der mutmassliche Täter, ein 18-jähriger Tschetschene, wurde in Polen verhaftet und sitzt jetzt in Berlin in Untersuchungshaft. Im November des vergangenen Jahres hatte sich GRÜNEN-Bürgermeister von Dassel schon einmal an die Medien gewendet, weil sich im Tiergarten «die Tötung von dort lebenden Tieren zur Nahrungsbeschaffung» gehäuft habe. Konkret hatten Obdachlose offenbar Schwäne und andere Vögel gefangen und grilliert.“
    Heute Berlin – Morgen Basel? WO ENTWICKELT SICH DAS ALLES NOCH HIN?

  4. Gerda Schönholzer sagt:

    Ich stimme dem Kommentar von Herrn Stehlin zu. Auch mich ärgern die belanglosen Kommentare von Herrn Zweidler, die nichts mit dem Thema zu tun haben. jedes mal. Entweder ist er zu dumm den Text zu verstehen, oder es ist reine Profilierungssucht. Meine Erfahrung ist „me too“. Ich war früher oft Opfer sexueller Belästigung. Nun hat mich das Alter für die Männer unsichtbar gemacht. Es hat auch seine Vorteile.

  5. Ponzini Sandra sagt:

    Meine Gedanken dazu

    Wir leben in einer verkehrten Welt. Nichts ist mal so, wie es war, und wir sind wie Fahnen im Wind. Wir werden von dem einen Extrem in das andere geschleudert, sodass die globale Mehrheit der Menschen gar nicht mehr mitkommt. Das, was seit hunderten von Jahren gut war, und eigentlich in unseren Genen verankert ist, soll urplötzlich anders sein. Wertvorstellungen werden über den Haufen geworfen, und neue Ideen herbeigezüchtet. So auch die ganze Mann-Frau Thematik.
    Die ganze Welt schreit auf, in Amerika hat mal wieder ein Mann Frauen sexuell belästigt, die Medien suhlen sich darin. Und ganz viele Frauen in der hiesigen Ecke unserer runden Kugel wollen jetzt Gleiches erlebt haben. Ich frage mich: Was ist wirklich geschehen?
    Früher mal war es ganz einfach, Mann lernt Frau kennen, vielleicht bei einer Tanzveranstaltung, eines Konzertes oder wo auch immer. Der Mann umwarb die Frau, lud sie zum Essen ein, man traf sich mehrere Male, bis der Vater der potentiellen Braut um die Hand der jungen Frau gebeten wurde. Es folgten Hochzeit, gemeinsame Wohnung, Kinder. Man sprach miteinander, der Alltag war so selbstverständlich unkompliziert geregelt. Klar, es war sicher nicht immer einfach, alles hat seine zwei Seiten. Und es ist auch eine gute Sache, dass die Frauen stimmen können, arbeiten dürfen, und offen unsere Meinungen kommunizieren dürfen. Nur wurde aus diesen gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten Extreme geschaffen, die alles andere als natürlich sind. Die Frauen wollen umworben werden, aber bitte ohne Komplimente, sie wollen Kinder kriegen, und trotzdem vollzeitlich arbeiten, einen muskulösen Mann mit handwerklichen Fähigkeiten, aber er soll bei Mozart und Windeln waschen bitte unbedingt an vorderster Front gefühlsmässig dabei sein. Es beginnt sich zu wandeln, die Männer müssen sich behaupten. Frauenquoten, Frauengruppen, Männer benötigen Selbsthilfegruppen, weil sie einer sexuellen Belästigung bezichtigt wurden; und das nur weil sie einer Arbeitskollegin gesagt haben ihre Schuhe seien toll. Frauen beklagen sich, sie seien sexuelle Objekte der Begierde, aber kleiden sich zu einem simplem Wocheneinkauf wie eine Dame aus dem liegenden Gewerbe, die um 02h morgens bei der Claramatte auf Freier warten. Es soll mich niemand falsch verstehen, ich finde Übergriffigkeiten sehr widerlich.
    Egal von welchem Geschlecht sie ausgehen. Ja, Männer sind Frauen körperlich meist überlegen, und trotzdem ist es genau so übergriffig, wenn die Damen im Vorzimmer des Chefs mit Nierengurt statt Rock kokettiert. Riskiert Mann einen Blick, muss er damit rechnen, der Nötigung angeklagt werden. Die echter Opfer jedoch werden nicht angehört, ganz wie in der Geschichte mit dem Jungen, und dem Wolf auf dem Berg. Wie leicht werden Frauen bei solchen Aktionen wie „#meToo“ zu Trittbrettfahrerinen, nur weil sie vielleicht vor einiger Zeit mal ein eigentlich nett gemeintes Kompliment erhaltenes haben, etc.
    Erbärmlich, dass wir Politiker haben, die auf Frauenquote statt auf Qualifikation achten. Wir haben noch nicht begriffen, dass es Beide braucht, Mann und Frau, oder Frau und Mann. Und bevor wir uns einen Duden mit neuen Geschlechterwörtern zu Gemüte führen müssen, (die Salzstreuerin, die Tischin, der Bananer, der Wohniger etc.pp.) gäbe es wichtigere Dinge die wir auf dieser Welt klären müssen.

  6. Kurt Pflugi sagt:

    Die Genderpionierin und US-Philosophin Judith Butler meint, angesprochen auf die
    Zunahme sexueller Gewalt (veröffentlicht in der bz vom 1.November 2017:“Analysieren wir das Problem doch strukturell, schauen wir, wie sexuelle Gewalt zugelassen und reproduziert wird. Machen wir nicht eine einzelne Person zum Sündenbock. Es geht um schrankenlosen Wohlstand, rechten Populismus, die Missachtung der konstitutionellen Demokratie: Sie sind kriegerisch, frauenfeindlich, rassistisch. Diese Formen der Macht müssen wir beobachten und uns fragen: Wie ist es möglich, dass genug Menschen für Trump stimmten und sich von seinen Ansichten
    überzeugen liessen? Was müssen wir ihnen entgegenhalten? Wie können wir sie von ihren Überzeugungen abbringen?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.