Moderation FairMedia-Kongress

Am Freitag, 23, Juni 2017, habe ich den FairMedia-Kongress über Fake News in Basel moderiert. Nach einer kurzen Einleitung von Nationalrat Beat Jans (SP, BS) gaben drei Inputreferate drei ganz unterschiedliche Einführungen ins Thema:

Vinzenz Wyss, Professor für Journalistik an der ZHAW gab unter dem Titel Was ist wahr an «Fake News» und worin liegen die Chancen an diesem Diskurs? eine Einführung in den wissenschaftlichen Kontext und die Klassifizierung der Falschnachrichten.

Katharina Kleinen-von Königslöw, Professorin für Kommunikationswissenschaft, insb. digitalisierte Kommunikation und Nachhaltigkeit, an der Universität Hamburg, untersuchte das Phänomen Fake News in Ihrem Referat Wenn Qualität nicht mehr zählt? Über die Informationsauswahl in sozialen Netzwerken aus der Sicht der Benutzer.

Andre Wolf, Mitarbeiter bei «Mimikama», dem Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, gab unter dem Titel Falschmeldungen, Fakes und Fake News: Übersicht zur Pluralität der (Des-) Informationsphänomene in sozialen Netzwerken einen konkreten Einblick in Art und Entstehung von Fake News im deutschsprachigen Raum.

An der anschliessenden Podiumsdiskussion (Bild) diskutierte die folgende Runde unter meiner Leitung über Fake News:

  • Esther Girsberger, Ex-Chefredaktorin «Tages-Anzeiger» und Inhaberin von Speakers.ch
  • Pascal Sigg, Mitgründer des Online-Magazins Coup und Dissertand über Wahrheitsansprüche in literarischen Reportagen der US-Postmoderne
  • Min Li Marti, Nationalrätin (SP, ZH) und Verlegerin und Chefredaktorin der Wochenzeitung P.S.
  • Dominique Strebel, Studienleiter MAZ, Recherchetrainer und Vorstandsmitglied des Schweizer Recherchenetzwerkes investigativ.ch
  • Hans Voigt, Gründer und Ex-Chef von Watson.ch

Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, was Fake News eigentlich sind, ob sich dagegen etwas machen lässt und ob die falschen Nachrichten eher Chance oder Gefahr für die Medien sind. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass verlässliche Informationen eine Grundbedingung für das Funktionieren einer Demokratie sind, dass aber auch das Publikum Verantwortung übernehmen müsse. Je besser der Bildungsstand, desto kleiner sei die Gefahr, auf falsche Nachrichten hereinzufallen.

Wahrheit entpuppte sich dabei als schwierigen Begriff. So kann es durchaus sein, dass aus wahren Einzelbestandteilen (willkürlich oder unwillkürlich) ein falsches Gesamtbild zusammengesetzt wird. So oder so: eine spannende Diskussion.

Die Tagung war von FairMedia organisiert worden. Siehe www.fairmedia.ch

Dieser Beitrag wurde unter Vorträge abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.