Schlagwort-Archive: Schweiz

Schafft die Nationalfeiertage ab!

Wir befinden uns mitten in der Saison der Nationalfeiertage: Am 4. Juli haben die USA gefeiert, heute, am 14. Juli, feiert Frankreich, am 1. August feiert die Schweiz. In allen Ländern sieht das ähnlich aus: Fahnen schwingen, Schultern klopfen, Reden, Trinken, Feuerwerk. Die Feiern übertünchen, dass die Nationen zufällige Produkte der Geschichte sind und dass wir heute eigentlich etwas ganz Anderes feiern sollten.

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Warum Selbstbestimmung nur gemeinsam geht

In unserem Land bestimmen wir! Auf diese Formel lassen sich die Forderungen bringen, die diese Woche Donald Trump in Polen, SVP-Präsident Albert Rösti in Bern und Oskar Kämpfer, der Präsident der Baselbieter SVP, in Liestal geäussert haben. Trump, Rösti und Kämpfer geht es um die Rettung der Selbstbestimmung. Aber die ist in vielen Bereichen längst futsch: In der Wirtschaft gilt das Recht des Stärkeren. Als Mittel dagegen hilft nur, das Recht zu stärken – doch das geht nur gemeinsam.

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Drei Vorschläge für Bundesrat Schneider-Ammann

Bundesrat Johann Schneider-Ammann beantragt einen Kredit von 150 Millionen Franken für eine digitale Bildungsoffensive. Das liest sich hübsch, bringt aber rein gar nichts. Den Schweizern mangelt es nämlich nicht an digitalen Grundfertigkeiten, sondern an den Grundvoraussetzungen für die digitale Welt. Lesen und Schreiben zum Beispiel. Deshalb: Drei konkrete Vorschläge für Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

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Das löcherige Mäntelchen der Schweizer Mehrsprachigkeit

Vier Sprachen, vier Kulturen, ein Bund gleichberechtigter Staaten – das ist die Schweiz. Vielmehr: Das ist das Bild, das wir von der Schweiz hegen und pflegen. In Tat und Wahrheit ist es längst Fiktion. Oder Erinnerung. Besonders deutlich zeigt das der Umgang mit dem Französischen. Denn Hand aufs Herz: Den meisten Deutschschweizern ist Französisch Hans was Heiri. Oder?

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Max Frisch: «Wie Sie mir auf den Leib rücken!» Interviews und Gespräche

Max Frisch hat Interviews gehasst. Das vorstrukturierte Spiel aus Frage und Antwort war ihm zuwider. Lieber führte er Gespräche mit gleicher Rollenverteilung und offenem Ausgang und Verlauf. Die Interviews, die er trotzdem gegeben hat, sind deshalb keine vorgespurten Frage-Antwort-Routinen, sondern, eben: Gespräche. Den Unterschied bezeichnete er so: Interviews wollen Informationen beschaffen, Gespräche wollen Erkenntnisse befördern.

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Wie der Hass aus der Welt zu schaffen ist

Er trieft im Internet aus allen Leserkommentarspalten, er ist an vielen Parteiveranstaltungen mit Händen zu greifen, er scheint der Motor der Gegenwart zu sein: der Hass. Er ist schamlos, ungeschminkt, direkt. Und wohl kein Zufall. Eine Antwort darauf, warum der Hass heute so verbreitet ist, habe ich in einem 50 Jahre alten Text gefunden. Es ist ein Interview mit Max Frisch über den Hass. Frisch erklärt, wie der Hass aus der Welt zu schaffen ist – und warum das nicht genügt. Aber lesen Sie selbst.

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Warum für die Einbürgerung der Wille genügen sollte

Die Schweiz steht nicht zu ihren Kindern: Selbst die Enkel von Einwanderern müssen hohe Hürden überwinden, um den Schweizer Pass zu erlangen. Dass widerspricht dem, was die Schweiz ausmacht. Wer die Schweiz wirklich ernst nimmt, sollte alle Hürden für Einbürgerungswillige abschaffen – bis auf eine: sie müssen zur Schweiz gehören wollen. Warum der Wille für die Einbürgerung genügen sollte.

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Was, bitteschön, sind «hiesige Werte»?

Die Schweiz soll Zuwanderer und Flüchtlinge auf «hiesige Werte» einschwören. Immer häufiger ist dabei auch von «christlichen Werten» die Rede. Das Baselbiet will den Vorrang der «hiesigen Werte» sogar in Gesetz und Verfassung verankern. Bloss: Was sind «hiesige Werte»? Mir scheint, der Weihrauch, mit dem dieses Anrufen der Werte verbunden ist, soll bloss vernebeln, dass da gar keine Werte sind, auf die man sich berufen könnte. Ausser vielleicht das Bankgeheimnis, die Marktwirtschaft und ein kalter Egoismus. Aber es gibt einen Ausweg.

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Kleine Schweiz – was nun?

Liebe macht blind. Auch Heimatliebe. Und sie macht aus einem Zwerg einen Elefanten. Deshalb röhrt es von rechts, die Schweiz sei auf die Welt nicht angewiesen. Blöd nur, dass Schweizer, die sich in die grosse Welt wagen, unsanft auf dem Boden landen. Diese Woche ist das dem Schweizer Fussballdominator FC Basel passiert: Zu Hause ein Riese, in London ein Zwerg. Was wir daraus lernen können? Dass die Schweiz nur eine Zukunft hat, wenn sie sich mit dieser Welt verbindet. Unser Land hat die Wahl zwischen Zukunft dank radikaler Offenheit – oder Vergangenheit à la Ballenberg. Aber lesen Sie selbst.

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Wie der Nationalrat Schweizermacher spielt

Diese Woche hat der Nationalrat das revidierte Ausländergesetz beschlossen und eine Verpflichtung zur Integration ins Gesetz geschrieben. In der Debatte wurde deutlich: Vor allem der SVP geht es nicht um Integration, also um das Eingliedern, sondern um Assimilation, also um das Angleichen, das Anpassen an das Hiesige, Schweizerische. Was immer das sei. Das geht aus einer Analyse von Schlüsselsätzen in den Voten hervor. Aber lesen Sie selbst.

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