Schlagwort-Archive: Schweiz

Warum die Einigkeit zwischen Basel und Zürich ein Missverständnis ist

Es ist schon fast unheimlich, wieviel Einigkeit plötzlich zwischen Basel und Zürich besteht. Rivalität im Fussball? Banken versus Pharma? Grosser Landkanton versus Miniatur-Stadt-Kanton? Denkste. Die letzten verbleibenden Unterschiede beseitigen Bier und Weisswein, schreibt die bzBasel. Basel und Zürich seien eben zusammengewachsen, weil viele Menschen in der einen Stadt wohnen und in der anderen arbeiten, erklärt Andreas Spillmann, der Basler Direktor des Landesmuseums in Zürich gegenüber dem Regionaljournal Basel. Die Basler schwärmen in höchsten Tönen vom Sechseläuten und die Zürcher schwärmen von den Basler «Masken». So richtig haimelig.

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Warum Aufmerksamkeit der BaZ (und anderen Zeitungen) nichts bringt

Die Schweizer Zeitungen erreichen auf Papier laut Wemf insgesamt 329’000 Leserinnen und Leser weniger als noch vor einem Jahr. Zu den Verliererinnen gehört auch die Basler Zeitung: Sie weist zum ersten Mal weniger als 100’000 Leser aus. Hansi Voigt findet deshalb, dass Blochers BaZ-Experiment gescheitert sei. Was zu einem Wutausbruch von BaZ-Verwaltungsratspräsident Rolf Bollmann in der eigenen Zeitung führte. Fakt ist: Zeitungen haben massiv an Bedeutung verloren. Natürlich. Das Internet. Der Strukturwandel. Aber die Zeitungen sind auch selber schuld daran. Denn die Zeitungen meinen, es gehe um Aufmerksamkeit. Doch eigentlich geht es um Vertrauen.

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Martin Luther King hatte einen Traum. Und Sie?

50 Jahre nach der Ermordung von Martin Luther King tun sich die USA immer noch schwer mit der Umsetzung von Kings Traum: Das Land ist weit weg von einer gleichberechtigten Gesellschaft. Seit Donald Trump Präsident ist sowieso. Doch das ist kein Grund, sich in wohltuender Aufregung über die USA zu ergehen. Denn so viel besser sieht es bei uns nicht aus. Unsere «Schwarzen» sind derzeit die Muslime. Aber während die USA weiterhin den Traum des Martin Luther King träumen, sind vielen Menschen in der Schweiz die Träume abhanden gekommen. Hier wird in Franken und Rappen gerechnet und nicht geträumt. Es ist Zeit, das zu ändern.

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Eine Orange als Rezept gegen Nationalismus

Das wirksamste Rezept gegen Nationalismus ist Subsidiarität. Das ist zwar etwa so, wie wenn ein Steinerschüler den Schlägern im Quartier mit Eurythmie droht – trotzdem: Es ist der richtige Weg. Allerdings nicht nur gegen unten, sondern auch gegen oben. Und das muss die Schweiz zuerst noch lernen. Denn ausgerechnet die Schweiz, die sich als Musterschülerin der Subsidiarität gibt, tut sich bei Lichte besehen ausgesprochen schwer damit. Schuld daran sind die Orangenschnitze. Aber der Reihe nach.

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Der Gulliver-Komplex: Warum die Schweiz sich schwer tut mit Grösse

Politiker und Medien sind sich einig: Die SRG ist zu gross. Warum das so ist, kann keiner genau erklären. Aber es passt ins Bild: Die Schweizer haben ein Problem mit Grösse. Zumindest mit dem, was in der Schweiz unter Grösse verstanden wird. Es gibt drei Wege, wie man in der Schweiz trotzdem gross sein kann. Für die SRG kommt keiner davon in Frage. Oder doch?

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Mein Kommentar zur NoBillag-Abstimmung: Die «Aber» der schlechten Demokraten

Das Verdikt könnte eindeutiger nicht sein: 71,6% der Schweizer Stimmbürger stellen sich hinter die SRG. Nur gerade 28,4% der Stimmbürger wollen die Rundfunkgebühren abschaffen. Das ist, mit Verlaub, sensationell. Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich in aller Deutlichkeit für das System des gebührenfinanzierten Rundfunks ausgesprochen. Die NoBillag-Promotoren haben eine überdeutliche Abfuhr erhalten. Klar, dass die rechtsbürgerlichen SRG-Gegner jetzt die Niederlage eingestehen, ihre Knie vor dem Stimmvolk beugen und die Klappe halten. Just kidding: Es ist die grosse Zeit der Aber-Kommentare: Das Volk hat die NoBillag-Initiative abgelehnt, aber…

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Was die Schweiz im Innersten zusammenhält

Was ist es, das die Schweiz im Innersten zusammenhält? Ist es die Eisenbahn, das Telefon, der Cervelat? Wilhelm Tell, Winkelried oder Betty Bossi? Alles falsch: Es ist ein austariertes System des Ausgleichs von Interessen. Vom Finanzausgleich zwischen den Kantonen über die faire Verteilung von wichtigen Institutionen über das Land bis zum Gebührenausgleich innerhalb der SRG: Die Schweiz ist auf Solidarität gebaut. Noch. Aber die Rechte rüttelt daran und der Zeitgeist hilft dabei.

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Nach der Annahme der NoBillag-Initiative. Eine Fiktion.

Heute erzähle ich Ihnen eine Geschichte. Es ist ein Rückblick aus dem Jahr 2019 darauf, was geschah, nachdem im Frühling 2018 das Schweizer Volk die NoBillag-Initiative angenommen hatte. Denn was nach der Annahme dieser Initiative passierte, damit hatten weder die beiden Lager, noch die Experten gerechnet. Aber lesen Sie selbst.[1]

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NoBillag geht voll auf Kosten der Alten

Die Jungen schauen nicht viel SRF. Die Jungen sind im Internet. Die Jungen nutzen lieber Youtube und Apps auf dem Handy. Die Jungen holen sich auf Netflix, was sie grad wollen. OK. Aber was ist mit den «Alten»? Warum redet niemand davon, was die Schweizer Senioren verlieren würden, wenn die NoBillag-Initiative angenommen würde? Denn eins ist klar: Die Senioren wären gleich mehrfach die Verlierer bei einer Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Ein Plädoyer für eine SRG, die (auch) älteren Menschen nützt.

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Märchenstunde mit NoBillag-Initianten im «Medienclub»

Im Medienclub auf SRF haben Initianten/Befürworter und Gegner der NoBillag-Initiative miteinander darüber diskutiert, wie die Schweiz nach einer Annahme der NoBillag-Initiative aussehen würde. Dabei fällt auf, dass die Befürworter die ökonomischen Folgen der Initiative kleinreden und die Freiheit von Medien und Markt als alleinseeligmachendes Ziel verkünden. Ich habe mir die Sendung genauer angesehen. Sie finden hier die sieben dreistesten Behauptungen der Befürworter, nüchtern analysiert.

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