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Die Medien drängen uns in den Meinungssumpf

Blosse Informationen waren gestern: Heute wird gemeint. Und zwar grossflächig. Denn Meinungen bringen mehr Aufmerksamkeit als blosse Informationen. Also berichten die Medien nicht nur, sie werten auch immer mehr. Und zwar nicht erst im Kommentar, sondern schon im Titel. Mit fatalen Folgen. Denn wenn es keine Informationen mehr gibt, sondern nur noch Meinungen, ist nichts mehr sicher, auch die Wissenschaft wird zur blossen Meinung. Willkommen im Meinungssumpf.

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Die Zeit der Anker-Medien ist vorbei — jetzt kommen Anker-Inhalte

Es gab eine Zeit, da schalteten die Schweizerinnen und Schweizer um 12’30 Uhr die Radioapparate ein, um das „Rendezvous am Mittag“ zu hören, die mittägliche Radiosendung des Schweizer Radios DRS. Dabei herrschte andächtige Stille — wer zu laut mit Messer und Gabel klapperte, wurde mit strafenden Blicken zur Ruhe gebracht. Ähnliches wiederholte sich am Abend, entweder um 18’00 Uhr zum „Echo der Zeit“, oder um 19’30 Uhr zur „Tagesschau“. Das ist heute nicht mehr so: Die Sendungen verlieren Hörer und Zuschauer, die Rituale sind erodiert.

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Gibt es noch Massenmedien?

Zunächst: Ich verwende hier den Begriff „Massenmedien“ falsch. Gemeint ist nicht das, was man im medientheoretischen Sinn als „Massenmedium“ bezeichnet (also ein Medium, das potenziell gleichzeitig eine Masse von Menschen erreicht, weil es sich im weitesten Sinn um ein Broadcast-Medium handelt, also um ein Medium, das sich dadurch auszeichnet, dass ein Inhalt einmal gefertigt und dann gleichzeitig an viele Menschen verbreitet wird). Nein, ich meine eigentlich: Gibt es noch Medienprodukte, die eine Masse von Menschen, die Mehrheit an einem Ort, erreichen?

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