Schlagwort-Archive: Heimat

Schafft die Nationalfeiertage ab!

Wir befinden uns mitten in der Saison der Nationalfeiertage: Am 4. Juli haben die USA gefeiert, heute, am 14. Juli, feiert Frankreich, am 1. August feiert die Schweiz. In allen Ländern sieht das ähnlich aus: Fahnen schwingen, Schultern klopfen, Reden, Trinken, Feuerwerk. Die Feiern übertünchen, dass die Nationen zufällige Produkte der Geschichte sind und dass wir heute eigentlich etwas ganz Anderes feiern sollten.

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Schutz und Freiheit?

Wir tun heute so, als hätte es das heutige Verständnis von Staaten, von Landesgrenzen und von Staatsbürgerschaft schon immer gegeben. Doch das ist nicht so. Die Staatsbürgerschaft, wie wir sie heute kennen, wird erst im 20. Jahrhundert zum Zeichen für politische Zugehörigkeit – und ihr Entzug zum Mittel für den politischen Ausschluss.

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Warum für die Einbürgerung der Wille genügen sollte

Die Schweiz steht nicht zu ihren Kindern: Selbst die Enkel von Einwanderern müssen hohe Hürden überwinden, um den Schweizer Pass zu erlangen. Dass widerspricht dem, was die Schweiz ausmacht. Wer die Schweiz wirklich ernst nimmt, sollte alle Hürden für Einbürgerungswillige abschaffen – bis auf eine: sie müssen zur Schweiz gehören wollen. Warum der Wille für die Einbürgerung genügen sollte.

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Was, bitteschön, sind «hiesige Werte»?

Die Schweiz soll Zuwanderer und Flüchtlinge auf «hiesige Werte» einschwören. Immer häufiger ist dabei auch von «christlichen Werten» die Rede. Das Baselbiet will den Vorrang der «hiesigen Werte» sogar in Gesetz und Verfassung verankern. Bloss: Was sind «hiesige Werte»? Mir scheint, der Weihrauch, mit dem dieses Anrufen der Werte verbunden ist, soll bloss vernebeln, dass da gar keine Werte sind, auf die man sich berufen könnte. Ausser vielleicht das Bankgeheimnis, die Marktwirtschaft und ein kalter Egoismus. Aber es gibt einen Ausweg.

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Kleine Schweiz – was nun?

Liebe macht blind. Auch Heimatliebe. Und sie macht aus einem Zwerg einen Elefanten. Deshalb röhrt es von rechts, die Schweiz sei auf die Welt nicht angewiesen. Blöd nur, dass Schweizer, die sich in die grosse Welt wagen, unsanft auf dem Boden landen. Diese Woche ist das dem Schweizer Fussballdominator FC Basel passiert: Zu Hause ein Riese, in London ein Zwerg. Was wir daraus lernen können? Dass die Schweiz nur eine Zukunft hat, wenn sie sich mit dieser Welt verbindet. Unser Land hat die Wahl zwischen Zukunft dank radikaler Offenheit – oder Vergangenheit à la Ballenberg. Aber lesen Sie selbst.

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Wie der Nationalrat Schweizermacher spielt

Diese Woche hat der Nationalrat das revidierte Ausländergesetz beschlossen und eine Verpflichtung zur Integration ins Gesetz geschrieben. In der Debatte wurde deutlich: Vor allem der SVP geht es nicht um Integration, also um das Eingliedern, sondern um Assimilation, also um das Angleichen, das Anpassen an das Hiesige, Schweizerische. Was immer das sei. Das geht aus einer Analyse von Schlüsselsätzen in den Voten hervor. Aber lesen Sie selbst.

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An Stelle einer 1. August-Ansprache: Heimat – eine Utopie

Heimat hat wieder Hochkonjunktur. Das ist am 1. August nicht einfach logisch, sondern Ausdruck einer Blickrichtung: Die Schweiz schaut wieder vermehrt zurück und sehnt sich nach einer intakteren Welt. Das muss nicht sein. Heimat liesse sich auch anders verstehen, nicht als vergangenheitsorientiertes Wohlfühlkonzept, sondern als Bringschuld.

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Potz Heimatland

Nachdem sich der Pulverdampf des ersten August etwas verzogen hat und wir die Reden und Raketen überstanden haben, ist es Zeit, ohne Höhenfeuerhitze über einige Aspekte von Heimat und Heimatland nachzudenken. Da ist zunächst die simple Feststellung, dass Heimat und Heimatland nicht dasselbe sind und es keineswegs vaterlandsverräterisch ist, dies festzustellen. Daran krankt der erste August vielleicht am meisten: dass alle das Heimatland feiern, aber die Heimat meinen.

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Am 1. August…

…1386 eröffnet der Tod von Herzog Leopold von Österreich, der in der Schlacht von Sempach gefallen ist, Basel die Möglichkeit, die Reichsvogtei Grossbasel zu erwerben und die Herrschaft über das Kleinbasel zu übernehmen.

…1545 beschliesst der Rat zu Basel, dass es den Bürgern und allen Einwohnern der Stadt künftig bei einer Strafe von fünf Pfund verboten ist, Bettler zu beherbergen.

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Lieber Urs Fischer

Das war kein schöner Anblick, das Transparent, das am Donnerstag am Stadioneingang aufgehängt wurde, während Sie drinnen, im Medienraum, den Journalisten als neuen FCB-Trainer vorgestellt wurden. «Fischer, nie eine vo uns!!!» stand in mannsgrossen Lettern auf weisser Blache. Und es sind nicht nur Hardcore-Fans aus der Muttenzer-Kurve, die Sie ablehnen, weil Sie Zürcher sind, weil Sie für den FCZ gespielt  und weil Sie den FCZ trainiert haben. Es gibt auch viele «normale» Basler, welche die Augen verdreht haben bei der Nachricht, dass ein Zürcher die Spielleitung beim FCB übernimmt. Es ist dies etwas peinlich, ziemlich seltsam und natürlich unhöflich. Die negativen Reaktionen auf Ihre Wahl haben weniger mit Fussball als mit Basel und seinem Selbstverständnis zu tun. Ich möchte Ihnen diese Reaktion deshalb kurz erklären.

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