Schlagwort-Archive: Flüchtlinge

Die Boulevard-Zeitung «Blick» macht jetzt auch Boulevard-Politik

Die Boulevard-Zeitung «Blick» hat einen Integrationsvertrag lanciert, den Ausländer in der Schweiz unterzeichnen sollen. Die Forderung von BLICK: Jeder Flüchtling soll diesen Vertrag unterschreiben. Als Bekenntnis zu den Werten dieses Landes, schreibt das Blatt. Grund für die Aktion: Behörden müssten sich mit Bewohnern herumschlagen, die oft schon seit Jahren in der Schweiz seien, aber keine Landessprache sprechen, ausschliesslich in ihrem Kulturkreis verkehren und keine Ahnung hätten von den hiesigen Regeln, Sitten und Gebräuchen. Die meisten Politiker verschliessen davor die Augen. Jeder Schweizer kennt das Problem, fast jeder nennt es als Problem – aber die Volksvertreter wollen es nicht sehen. Deshalb nehme der «Blick» das Thema jetzt an die Hand.

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Mein Fragebogen 2016

Wenn die Welt heute an etwas leidet, dann sind es zu viele Antworten – vor allem zu viele einfache Antworten, die von sich behaupten, immer und überall richtig zu sein. Wichtiger, als Antworten zu geben, scheint es mir, Fragen zu stellen, das Denken in Bewegung zu setzen – also zu denken zu geben. Zum Ausklang des Jahres habe ich deshalb wieder einen Fragebogen mit 25 Fragen zusammengestellt. Sie kreisen um die Themen Geld und Glück. Denken Sie gut…

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Was, bitteschön, sind «hiesige Werte»?

Die Schweiz soll Zuwanderer und Flüchtlinge auf «hiesige Werte» einschwören. Immer häufiger ist dabei auch von «christlichen Werten» die Rede. Das Baselbiet will den Vorrang der «hiesigen Werte» sogar in Gesetz und Verfassung verankern. Bloss: Was sind «hiesige Werte»? Mir scheint, der Weihrauch, mit dem dieses Anrufen der Werte verbunden ist, soll bloss vernebeln, dass da gar keine Werte sind, auf die man sich berufen könnte. Ausser vielleicht das Bankgeheimnis, die Marktwirtschaft und ein kalter Egoismus. Aber es gibt einen Ausweg.

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Hätte Wilhelm Tell der Lehrerin die Hand gegeben?

Stellen Sie sich vor, Sie müssten Hals über Kopf Ihr Haus verlassen. Sie haben gerade noch Zeit, eine Tasche zu packen. Was nehmen Sie mit? Und wenn Sie sich das überlegt haben – was bedeutet das für Ihr Leben, so lange Sie nicht flüchten müssen? Und was bedeutet es für unseren Umgang mit den Menschen, die in die Schweiz geflüchtet sind? Der Kanton Basel-Landschaft hat diese Woche darauf geantwortet: Er verlangt künftig den korrekten Gruss. Per Gesetz. Und das im Land, das sich auf die Geschichte von Wilhelm Tell beruft und seine Weigerung, korrekt zu grüssen.

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Machen Sie auch Ferien am Meer der Toten?

Das Mittelmeer ist und bleibt die Traum-Feriendestination der Schweizer. Doch das Mittelmeer wird immer mehr zum Meer der Toten. Allein im Mai 2016 sind 1138 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Seit Anfang 2014 haben fast 10’000 Menschen auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer ihr Leben verloren. Viele Schweizer kümmert das offenbar nicht. Hauptsache, ihr Dorf bleibt flüchtlingsfrei – und die Drinks am Strand schön kühl.

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Geranien, Minarette, Stacheldraht: Über das Fremde in der Schweiz

In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» erklärte Andreas Glarner Anfang Woche: Die Schweiz muss ihre grüne Grenze mit einem Stacheldrahtzaun abriegeln. Glarner ist nicht irgendwer, sondern der Asylverantwortliche der SVP. Und die Forderung stand nicht etwa am Schluss des Interviews als Wunsch unter ferner liefen. Das war seine Antwort auf die Frage: Welche Asylpolitik schlagen Sie denn vor? Stacheldraht.

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Ein kleiner Weihnachtskommentar

Die Bilder und Berichte über syrische Flüchtlinge erinnern mich seit Tagen immer wieder an die Weihnachtsgeschichte. Erst hat mich das irritiert. Was haben syrische Flüchtlinge schon mit Maria und Josef und dem Jesulein gemeinsam? Dann habe ich die Weihnachtsgeschichte noch einmal gelesen – und gestaunt. Nein, Sie müssen nicht gläubig sein und auch kein Christ, um diesen Kommentar zu lesen. Denn die Weihnachtsgeschichte, wie sie seit hunderten von Jahren im „Abendland“ erzählt wird, ist so tief mit unserer Kultur verwoben, dass wir auf jeden Fall von ihr beeinflusst sind, ob wir nun daran glauben oder nicht.

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Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

«Gutmensch», das ist heute ein Schimpfwort. Es wird in der Debatte um Ausländer und Flüchtlinge meist von rechts gegen links angewendet und ist in der Regel böse gemeint. Ein Gutmensch, das ist nach dieser Lesart ein Mensch, der es gut meint, aber nicht gut macht: ein naiver Weltverbesserer, einer, der auf andere reinfallt, auf Flüchtlinge zum Beispiel, die doch in Wirklichkeit (wenigstens der Wirklichkeit derer, welche die Gutmenschen kritisieren) «Wirtschaftsflüchtlinge» seien. Ein Gutmensch ist ein Biedermann, der die Brandstifter ins eigene Haus lasst und ihnen noch Bier serviert. Ein sentimentaler Weichling, der von der harten Realität einer darwinistischen Welt übermannt wird. Ein Ahnungsloser, ein Träumer, kurz: ein Schwächling.

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