Schlagwort-Archive: Demokratie

Warum die «Basler Zeitung» und Facebook uns schaden

Viele Basler jubeln: Christoph Blocher und Markus Somm sind mit ihrer rechtsbürgerlichen «BaZ» gescheitert und haben ihre Zeitung an Tamedia verkauft. Auch wenn Blocher und Somm ihre politischen Ziele nicht erreicht haben – Jubel ist nicht angebracht: Sie haben tiefe Spuren hinterlassen. Der Misserfolg der «BaZ» in der Region Basel hat nämlich dieselbe Konsequenz wie der Erfolg von Facebook in der ganzen Schweiz: Es ist Öffentlichkeit vernichtet worden. Das schadet uns; der ganzen Gesellschaft, insbesondere aber der Demokratie. Warum wir starke Medien brauchen, die in der Lage sind, Öffentlichkeit herzustellen.

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Die Medien drängen uns in den Meinungssumpf

Blosse Informationen waren gestern: Heute wird gemeint. Und zwar grossflächig. Denn Meinungen bringen mehr Aufmerksamkeit als blosse Informationen. Also berichten die Medien nicht nur, sie werten auch immer mehr. Und zwar nicht erst im Kommentar, sondern schon im Titel. Mit fatalen Folgen. Denn wenn es keine Informationen mehr gibt, sondern nur noch Meinungen, ist nichts mehr sicher, auch die Wissenschaft wird zur blossen Meinung. Willkommen im Meinungssumpf.

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Bildung als Provokation

Bildung ist derzeit eine Art politisches Allheilmittel. Digitalisierung? Migrationsprobleme? Armut? Kein Problem, das sich nicht mit Bildung bekämpfen liesse. Bildung ist also zum Aspirin-Äquivalent der westlichen Politik geworden.

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Warum die Demokratie gebührenfinanzierte Medien braucht

Es ist eine dieser Binsenweisheiten, die Politiker in Sonntagsreden gerne einsetzen wie ein welkes Sträusschen am Revers: Die Demokratie braucht die Medien. Bloss: Der vielgerühmte Markt ist nicht mehr in der Lage, jene Medienleistungen zu finanzieren, von der gerade eine direkte Demokratie abhängig ist. Denn die kommerziellen Medien der Schweiz sitzen in gleich drei Fallen.

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Fünf Denkanstösse an Stelle eines Wochenkommentars

Einen eigentlichen Wochenkommentar gibt es heute nicht – der Wochenkommentar macht Sommerpause. Dafür gibt es Denkanstösse in Form von aktuellen Lesetipps. Heute: fünf Sachbücher, die sich alle irgendwo im Spannungsfeld von Politik und Philosophie ansiedeln lassen. Auch das fünfte, das auf den ersten Blick von Religion und Evolution handelt – das sind heute höchst politische Themen. Wenn Sie trotzdem einen Wochenkommentar lesen möchten, empfehle ich Ihnen diese Kommentare, die sich alle mehr oder weniger direkt mit dem 1. August beschäftigen:

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Trump will Kohle machen – doch die Welt geht unter

Flankiert von Kumpels aus amerikanischen Kohlebergwerken hat Donald Trump diese Woche die Umwelt- und Energiepolitik von Barack Obama beerdigt. Den Kohlearbeitern versprach er, dass das ihre Jobs zurückbringen werde. Doch das wird nicht funktionieren. Im Gegenteil. Mit der Entscheidung setzt Trump etwas viel Grösseres aufs Spiel, als ein paar Jobs in amerikanischen Minen: die Welt. Mindestens die Welt, wie wir sie kennen. Das lehrt uns die letzte Klimaveränderung, die sich im 17. Jahrhundert ereignete. Aber lesen Sie selbst.

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Warum Gegenpropaganda nicht gegen Propaganda hilft

Der «Blick» hat die Türken in der Schweiz aufgefordert, «Nein» zum türkischen Verfassungsreferendum zu stimmen. Die Zürcher, die Deutschen und die Niederländer haben Reden türkischer Politiker unterbunden. Ha: Dem Erdo haben wirs gezeigt. Doch war das wirklich richtig? Reagiert so eine freie und tolerante Gesellschaft? Der Muselmann soll mal Demokratie lernen? Das kann nicht sein. Freiheitsrechte sind vor allem da wichtig, wo es unbequem wird. Auch in der Schweiz. Anmerkungen zur Redefreiheit.

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Zur Ehrenrettung der Bürokratie

Die Politik hat ein Lieblingsschimpfwort: Bürokratie. Bürgerliche Parteien rufen zum Bürokratieabbau auf, wettern gegen Beamte und gegen die Verwaltung. Jedem Stimmbürger muss klarwerden: Die Bürokratie ist des Teufels. Doch ist sie das wirklich? Was wäre denn die Alternative zur Bürokratie? Und geht das überhaupt, Demokratie ohne Bürokratie? Eine kleine Ehrenrettung eines grossen Begriffs.

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Warum Populisten die Demokratie zu Grabe tragen

Donald Trump ist ganz sicher ein Populist, Christoph Blocher auch, Erdoğan und Orbán ebenfalls. Populisten haben den Anspruch, den alleinigen, richtigen Willen des wahren Volkes zu vertreten – und werden gerade deshalb zu Totengräbern der Demokratie. Denn es gibt in einer pluralistischen Gesellschaft das Volk so wenig wie den einen Volkswillen. Ein Pamphlet wider den Populismus.

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