Meine Erst-Augustrede 2018, gehalten in Riehen (BS)

Die Festansprache gehört zum Ersten August wie Schweizerfahne, Feuerwerk und Landeshymne. Als dieses Jahr die Gemeinde Riehen (BS) mich anfragte, ob ich die Festrede an der Erst-Augustfeier in Riehen halten möchte, sagte ich deshalb gerne zu: Es ist mir eine Ehre. Zudem ist es lehrreich, ab und zu selbst eine Rede zu halten und nicht, wie sonst, Reden für andere zu schreiben. Gelernt habe ich, dass so ein Festzelt eine echte Bewährungsprobe für eine Rede ist. Da steht die Blasmusik im Zentrum und der Weisswein und die Geselligkeit. Eine Rede funktioniert da nur, wenn Sie gut verständlich ist und auf den Punkt kommt. Meine kleine Rede schlug sich wacker – so schien mir wenigstens. Sie war danach etwas zerknittert, aber wohlauf. Wollen Sie einen Blick reinwerfen? Hier ist sie:

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Ich und die Anderen

Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft: Es gibt bei uns keine klaren Autoritäten mehr, es gibt keine verbindlichen Wahrheiten, keine allgemeine Weltsicht, keine verbindliche Religion oder Kultur. Da ist überall Vielfalt. Und es gibt keinen Weg zurück in eine nicht-pluralisierte, in eine homogene Gesellschaft. Das ist der Ausgangspunkt von Isolde Charims Überlegungen.

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Warum es Heimat nur in der Vergangenheit gibt

Bald ist 1. August – Zeit für ein paar Zeilen über Heimat. Immer mehr Menschen fühlen sich in ihrer Heimat gestört durch Zugewanderte, Fremde, Andere. Entsprechend kritisch werden die behandelt. Die sollen sich doch bitte anständig integrieren. Doch was ist mit uns selbst? Was ist, so kurz vor dem 1. August gefragt, mit uns Schweizern? Gab es diese Schweizer Heimat je, von der wir immer reden, – oder ist das alles vielmehr eine Frage der Gewöhnung? Gedanken über die anderen und uns und die Heimat aus Anlass des Schweizer Nationalfeiertags.

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Fünf Lebensbilder an Stelle eines Wochenkommentars

Einen eigentlichen Wochenkommentar gibt es heute nicht – der Wochenkommentar macht Sommerferien. Dafür gibt es aktuelle Lesetipps. Heute: fünf Biografien – also fünf höchst anregende Lebensbilder. Alle fünf haben mich inspiriert, jedes auf seine Weise. Das erste Buch hat mich in einer alten Liebe bestätigt – und das fünfte ist zart im Thema, aber wuchtig in der Wirkung. Wenn Sie trotzdem einen Wochenkommentar lesen möchten, empfehle ich Ihnen diese drei Kommentare der letzten Wochen, die immer noch aktuell sind:

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Fünf Denkanstösse an Stelle eines Wochenkommentars

Einen eigentlichen Wochenkommentar gibt es heute nicht – der Wochenkommentar macht Sommerpause. Dafür gibt es aktuelle Lesetipps. Heute: fünf Denkanstösse – also fünf höchst anregende Sachbücher. Es sind Bücher, nach deren Lektüre sie die Welt anders sehen werden. Das erste Buch eröffnet Ihnen die Welt der Tiere auf eine ganz neuartige Weise: Es widmet sich den Sprachen der Tiere, aber dies aus philosophischer Sicht. Das fünfte Buch widmet sich dem drängendsten Problem unserer Zeit: dem Verhältnis von Europa zu Afrika und der Verantwortung, die Europa aus der Kolonialzeit zu tragen hat. Ein schwieriges Thema – es ist deshalb gut, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Roman handelt.

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Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan

In erschreckendem Tempo öffnen sich in und um Europa Gräben. Zum Teil sind es alte Gräben, die wir längst zugeschüttet glaubten, zum Teil sind es neue Risse, die sich zwischen Ländern und Völkergemeinschaften auftun. Manche der Gräben verlaufen entlang von Grenzen, andere gehen mitten durch Ortschaften, ja durch Familien.

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Wohlstand auf Kosten unserer Werte

Europa hat sich in den letzten Wochen selbst abgeschafft: Die EU-Länder haben der Europäischen Charta ins Gesicht gespuckt, in der von der unteilbaren und universellen Würde des Menschen die Rede ist. Die Länder der EU wollen mit den Flüchtenden nichts zu tun haben, sie am liebsten bereits in Nordafrika festhalten. Die Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer betrachten sie als Flüchtlings-Shuttles. In Deutschland macht das böse Wort vom Asyltourismus die Runde. In der Schweiz ist abschätzig von Wirtschaftsflüchtlingen die Rede. Gemeinsam ist beiden Ländern das grosse Schulterzucken: Was geht uns das an? Hauptsache, Ferien. Und mit den Flüchtenden ertrinkt im Mittelmeer die Menschlichkeit.

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Wurzeln. Die trügerischen Mythen der Identität

Es ist wieder oft von Tradition die Rede. Von unserer Herkunft, unseren Wurzeln. Maurizio Bettini erklärt und dekonstruiert in diesem klugen Buch das so verführerische Bild der kulturellen Wurzeln. Er vermutet, dass das neu erwachte Interesse an der Tradition eine Reaktion ist auf die zunehmende Homogenisierung von Ländern und Kulturen.

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Die scheinheiligen Patrioten

Die Fifa behauptet, ihr Fussballfest sei sauber. Gefühle ja, aber streng geregelt. Doch das ist scheinheilig: Die nationalen Hochgefühle fördern Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit. All die Fahnen, Flaggen und Farben an der Fussball-WM mögen vor Ort harmlos aussehen. Das patriotische Allotria führt in der Welt jedoch zu Nationalismus und Ausgrenzung. Das haben in der Schweiz die Reaktionen auf die Doppeladlergeste von Xhaka und Shaqiri gezeigt. Und die Zeit für Spiele mit dem nationalistischen Feuer könnte ungünstiger nicht sein.

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Kein Grabjubel für die BaZ: Eine Replik zu Roland Stark

Jeweils am Donnerstag wetzt Alt-SP-Grossrat Roland Stark in der BaZ seinen Griffel und kolumniert über alles und jeden. Manchmal lustig, manchmal daneben und manchmal, wie heute, völlig daneben. Heute mokiert sich Stark über ein Medienfest, das die Organisation Rettet Basel morgen Freitag auf dem Dreispitz aus Freude darüber ausrichtet, dass Christoph Blocher sich medial aus Basel zurückzieht. Stark schreibt zwar, er habe ein gewisses Verständnis für die harten Vorwürfe an die Adresse der BaZ. Aber: Die Jubelarien und zynischen Sprüche über deren Verschwinden zeugen von medienpolitischer Verantwortungslosigkeit und Unreife.

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