Die Meinung der anderen

Warum schaffen es Impfgegner, Ängste vor Impfungen zu verbreiten, obwohl ihnen alle Wissenschaftler widersprechen? Warum glauben wir vor allem Informationen, die uns in unserer Meinung bestärken?

Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Tali Sharot findet anhand eigener Forschungsergebnisse verblüffende Antworten auf diese Fragen. In Studien und Versuchen hat sie die Hirnmechanismen untersucht, die hinter unseren Ansichten stecken. Sie zeigt, wie wir andere Menschen prägen können — und wie wir von ihnen geprägt werden. Denn es ist geradezu erschreckend, wie subjektiv unser Hirn Informationen filtert. Wir alle biegen uns die Welt nach unserer Meinung zurecht – und lassen uns willfährig von Meinungen anderer anstecken. Wir alle sind mächtig voreingenommen und lassen uns willig führen – und verführen. Tali Sharots Buch öffnet die Augen für die Beeinflussung, die uns im Alltag widerfährt. Entwicklungen wie der Brexit oder die Wahl von Donald Trump erscheinen nach der Lektüre in anderem Licht. Man wird sensibler für die Manipulation im Alltag – erfährt aber zugleich, dass niemand sich dieser Manipulation wirklich entziehen kann. Erschreckend und sehr lesenswert!

Tali Sharot: Die Meinung der anderen. Wie sie unser Denken und Handeln bestimmt – und wie wir sie beeinflussen. Siedler, 304 Seiten, 34.90 Franken; ISBN 978-3-8275-0081-6

Erhältlich ist das Buch hier: https://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783827500816

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Buchtipp zum Wochenkommentar vom 1.12.2017: Die Medien drängen uns in den Meinungssumpf

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Ein Kommentar zu Die Meinung der anderen

  1. Cornelis Bockemühl sagt:

    In einem anderen Blogeintrag schreiben Sie: „Blosse Informationen waren gestern: Heute wird gemeint. Und zwar grossflächig.“. Bliebe noch hinzu zu fügen: ausser informieren und meinen kann man auch noch denken – was vermutlich noch weniger gepflegt wird. Das merkt man schon daran dass oft gesagt wird „Ich denke…“ wenn eigentlich gemeint wäre „ich meine…“.

    Hier bringen Sie nun zur Illustration das Beispiel von den „Impfgegnern“, die sich selber lieber „Impfkritiker“ nennen, was für mich auch nicht viel andere klingt. Hier würde zumindest ich gerne weder einfach „meinen“ („dafür“ oder „dagegen“ sein – als Zustand), sondern mit denkenden und urteilsfähigen Menschen mir ein Urteil von Fall zu Fall bilden – ohne sofort taxiert zu werden: „aha – muss wohl ein Gegner sein – also auf ihn mit Geschrei!“. Ok, im privaten Umfeld geht das zur Not noch.

    Man kann andere Themen finden wo „denken“ auch schon nicht mehr sozial im öffentlichen Raum respektiert wird – sagen wir mal einfach israelische Politik und Antisemitismus. Oder Bildungspolitik. Aber es gibt viele weitere.

    Kurz: Zuerst wird das Denken ausgeschalten, dann die Information (die ohne Denken vermutlich kaum überlebensfähig ist) – und am Ende überlebt nur noch die Meinung. Die dann letztlich auch nur noch der sozialen Zuordnung dient…

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