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IBM
frisiert Computerchips
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| Chemischer Trick soll Chips um einen Drittel schneller machen | ||
| Datum: | 13.06.2001 | |
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Tageszeitungen
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IBM-Forscher wollen das Moorsche Gesetz neu schreiben: Mit einem chemischen
Trick haben sie es geschafft, Computerchips ohne Änderung des Bauplans
um 35 Prozent schneller zu machen. Sie haben dazu den Chip-Baustoff Silizium
modifiziert: Im "Strained Silizium" fliessen die Elektronen
schneller. IBM-Forscher haben einen Weg gefunden, wie sie Computerchips ohne Änderung
des Bauplans schneller machen können: Silizium, der Baustoff der
Computerchips, wird dabei so ausgedehnt, dass die Elektronen auf weniger
Widerstand stossen und deshalb schneller fliessen können. Die "Strained
Silicon"-Technologie soll laut IBM bis 2003 produktionsreif sein. Die neue Technologie macht sich die Tendenz von Atomen zu nutze, sich
im Verbund gegeneinander auszurichten. Wenn Silizium oben auf einem Trägermaterial
liegt, dehnen sich die Atome im Silizium, um sich mit den darunter liegenden
Atomen abzugleichen. Chemiker bezeichnen diese Reaktion als Dehnung oder
"Straining" von Silizium. Im "Strained Silicon" treffen
die Elektronen auf weniger Widerstand und fliessen deshalb um bis zu 70
Prozent schneller. Dadurch erhöht sich auch die Arbeitsgeschwindigkeit
von Chips bei gleicher Baugrösse laut IBM um bis zu 35 Prozent. Dieser Erfolg darf durchaus als spektakulär bezeichnet werden. Laut
Moors Gesetz verdoppelt sich die Arbeitsgeschwindigkeit von Computerchips
alle 18 Monate - aber nur dann, wenn die Chips kleiner werden und deshalb
auf derselben Fläche mehr Transistoren unterbringen können.
Weil die Miniaturisierung schon derart weit fortgeschritten ist, dass
die Techniker an atomare Grenzen stossen, wird jeder Geschwindigkeitsfortschritt
immer teurer. Mit den gedehnten Silizium schlagen die IBM-Forscher Moores
Gesetz ein Schnäppchen: Die Chips werden schneller, obwohl sie gleich
gross bleiben. Für die Computerbenutzer bedeutet das, dass bald günstige,
schnellere Chips auf den Markt kommen werden. Vor allem Notebookbenutzer
sollen schnell von der neuen Technik profitieren, weil "Strained
Silicon"-Chips mehr Rechenkraft versprechen, ohne gleichzeitig mehr
Strom zu verbrauchen. Im Jahr 2003 will IBM die ersten Chips mit "Strained
Silicon" auf den Markt bringen: Server-Chips mit Taktraten zwischen
4 und 5 GHz. Die neue Technik soll sogar Handheld-Prozessoren mit Taktraten
von bis zu 1 GHz möglich machen. |
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| Alle Texte (c) Matthias Zehnder. Reproduktion in allen Medien nur mit schriftlicher Erlaubnis. | ||