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Big
Brother im Büro
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| Immer mehr Firmen überwachen minutiös den Internetgebrauch ihrer Angestellten | ||
| Datum: | 04.07.2001 | |
| Medium: |
Tageszeitungen
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Die meisten Angestellten nutzen das Internet im Büro auch privat. Auch in der Schweiz schützen sich deshalb immer mehr Firmen vor dem Internetmissbrauch durch spezielle Blockier- und Überwachungsprogramme. Theoretisch lässt sich fast jeder Tastendruck eines Mitarbeiters im Unternehmensnetzwerk protokollieren. Von Matthias Zehnder Am Arbeitsplatz gehört das Internet heute bald so selbstverständlich
dazu wie das Telefon. Ebenso selbstverständlich nutzen immer mehr
Mitarbeiter das Internet wie das Telefon auch für private Zwecke.
Mehr als die Hälfte aller Angestellten surft täglich aus privaten
Gründen, jeder fünfte Mitarbeiter ist gar über zehn Mal
am Tag privat im Netz. Eine Untersuchung von Sterling Commerce hat daraus
einen jährlichen Arbeitsausfall von 17,2 Tagen je Mitarbeiter errechnet. Kein Wunder, wollen immer mehr Firmen wissen, was ihre Mitarbeiter im
Internet tun. In Amerika kontrollieren bereits 80 Prozent aller grossen
und mittelgrossen Firmen regelmässig oder stichprobenweise die Nutzung
von Web und E-Mail ihrer Mitarbeiter. Jede vierte amerikanische Firma
hat bereits einmal einen Mitarbeiter wegen Internetmissbrauch entlassen.
So sieht es wenigstens eine Studie der American Management Assocation
(AMA) Die Überwachung kann ernsthafte Konsequenzen haben. Die renommierte
New York Times etwa hat 23 Mitarbeitern schlicht gekündigt, nachdem
die Zeitung ihnen das Versenden von "unangemessenen und anstössigen
E-Mails" am Arbeitsplatz nachgewiesen hatte. Für das Durchforsten
des Mailverkehrs setzen viele Firmen inzwischen Spezialprogramme wie MailSweeper,
Censorware oder Investigator ein. Die Programme überwachen alle ein-
und ausgehenden E-Mails und durchsuchen sie nach verdächtigen Schlüsselwörtern
und Dateien. Blockieren einzelner Websites Die Programme beschränken sich dabei nicht auf's Beobachten. EIM-Tools
können zum Beispiel Internetangebote, welche für eine Firma
wichtig sind, auf dem zentralen Internetspeicher der Firma zwischenspeichern,
damit die Angebote für die Mitarbeiter immer schnell verfügbar
sind. Handkehrum können sie auch einzelne Internetangebote, etwa
pornografische Websites oder die Webangebote von Stellenplattformen, für
die Mitarbeiter sperren. Die meisten grossen Schweizer Firmen, von IBM bis zu den Zürich-Versicherungen,
nutzen heute EIM-Programme, um den Gebrauch des Internets bei ihren Mitarbeitern
zu kanalisieren - und zu überwachen. Die Steuerprogramme sind heute
so flexibel, dass Berechtigungen pro Arbeitsgruppe oder auch nur für
die Kaffeepause vergeben werden können. Alle EIM-Programme können
die Verwendung des Internets durch die Mitarbeiter aber auch protokollieren
und überwachen. ((Kasten)) Welche Art von Überwachung der Internetbenutzung am Arbeitsplatz
ist in der Schweiz gestattet? Welche Mittel dürfen dazu eingesetzt werden? In Deutschland fordert die CDU derzeit, dass Computer "ohne Hinzuziehung
von Staatsanwälten oder Richtern" durchsucht werden können.
Wie sieht das in der Schweiz aus? |
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| Alle Texte (c) Matthias Zehnder. Reproduktion in allen Medien nur mit schriftlicher Erlaubnis. | ||