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So
surfen Sie schneller
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| High-Speed-Internet in der Schweiz - die Übersicht | ||
| Datum: | 27.06.2001 | |
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Tageszeitungen
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In der Schweiz stehen heute eine ganze Anzahl Techniken zur Verfügung,
die den Internetanschluss in einen schnellen Breitbandanschluss verwandeln.
Allerdings sind nicht überall alle Techniken verfügbar - und
die schnellen Anschlüsse sind nicht billig. Von Matthias Zehnder Wer heute noch mit einem normalen Modem im Internet unterwegs ist, muss
sich öfter in Geduld üben: Immer mehr Websites sind auf sogenannte
Hig-Speed-Surfer zugeschnitten und bieten schon auf der Startseite mit
vielen bewegten Bildern, Tönen und Filmen einem analogen Modem ganz
schon was zu knabbern. Analoge Modems verwanden die digitalen Daten der Computerwelt in Töne,
die sie über eine normale Telefonleitung schicken. Am anderen Ende
fängt ein Modem die Töne auf und verwandelt sie zurück
in Computerdaten. Zwar leisten normale Modems heute 56 Kbps, sie übermitteln
pro Sekunde also 56 Kilobit. Dieses Tempo ist jedoch Theorie. In der Praxis
kommen sie auf eine Leistung von maximal 45 Kbps. Gebündelte Leitung mit ISDN Wer schneller surfen will, muss auf eine andere Technik ausweichen. Etwas
schneller und vor allem komfortabler surft es sich mit ISDN. Die digitalen
Telefonleitungen haben den Vorteil, dass auf dem normalen Kupferkabel
zwei Leitungen zur Verfügung stehen. So kann man auf einer Leitung
surfen und auf der anderen telefonieren, oder beide Leitungen zu einem
Surfkanal bündeln. Bei Benutzung von einer Leitung ist eine ISDN-Verbindung 64 Kbps schnell.
Beide Leitungen zusammen leisten 128 Kbps - allerdings unterstützen
nicht alle Provider die Kanalbündelung. Und bei der Bündelung
der Kanäle fallen auch doppelte Telefonkosten an. Asynchron schnell mit ADSL Wem das zu langsam ist, der kann auf seiner ISDN-Leitung eine sogenannte
ADSL-Verbindung aufsetzen. Die Daten werden dabei quasi unter die Gesprächsdaten
gemischt. Erst in der Telefonzentrale werden Gespräche und Datenverbindingen
auseinandergenommen. Obwohl ADSL-Verbindungen über eine normale ISDN-Leitung
laufen, lassen sich deshalb neben dem Surfen zwei Telefongespräche
führen. ADSL-Leitungen sind immer online, Telefongebühren fallen,
neben den monatlichen ADSL-Kosten, keine an. ADSL steht für "Asymmetric Digital Subscriber Line". Wie
der Name besagt, ist die Technik asymmetrisch. Das heisst, dass der Kanal
von der Zentrale zum Empfänger viel breiter ist als der Rückwärtskanal,
weil in der Regel viel mehr Daten empfangen als gesendet werden. ADSL
benutzt also quasi auch die Gegenfahrbahn der Datenautobahn. Je nach Angebot
ist der sogenannte Downlink zum Empfangen von Daten 256 Kbps bis 512 Kbps
schnell, der Uplink zum Senden von Daten ist 64 Kbps oder 128 Kbps schnell.
ADSL ist nicht überall verfügbar: Die Telefonzentrale von Swisscom
muss ADSL-fähig sein. Deshalb kann in der Schweiz nur Swisscom ADSL
anbieten. Alle Anbieter beziehen die ADSL-Leitung bei Swisscom. Ob die
Telefonzentrale hinter dem eigenen Anschluss ADSL-fähig ist, lässt
sich über die Webseite www.linecheck.ch überprüfen. Immer online übers TV-Kabel Nutzt ADSL ein unbelegtes Spektrum der Telefonleitung aus, so nutzen
Kabelmodems einen Bereich des Fernsehkabels, der vom Fernsehsignal nicht
benutzt wird. Verbindungen über das Fernsehkabel könnten bis
zu 15 Mbps schnell sein. Allerdings teilen sich diese Bandbreite alle
Abonnenten, die an einem Kabelstrang angeschlossen sind. Angeboten werden
deshalb nur dieselben Geschwindigkeiten wie bei ADSL: 256 oder 512 Kbps
zum Herunterladen und 64 oder 128 Kbps zum Senden. Zwar verfügen heute rund 2.4 Millionen Haushalte, also über
90 Prozent der Haushalte in der Schweiz, über Kabelfernsehen. Die
meisten Kabelnetze sind jedoch nicht internettauglich, weil die Daten
nur in einer Richtung fliessen können. Als eine der ersten hat die
Basler Balcab ihr ganzes Netz mit einem Rückkanal für das Internet
ausgestattet. Cablecom rüstet ihr Netz eher zögerlich mit Internettechnik
aus. Welche Orte in der Schweiz über Kabelinternet verfügen,
ist auf der neutralen Informationsplattform www.cablemodem.ch erfahrbar. Über den Himmel surfen Wer weder auf ADSL noch auf das Fernsehkabel zurückgreifen kann,
muss nicht auf schnelles Internet verzichten: Neuerdings gibt es bei spezialisierten
Anbietern wie SkyWorld die Möglichkeit, per Satellit zu Surfen. Allerdings
erfolgt dabei nur das Herunterladen der Daten über eine schnelle
Satellitenverbindung. Das Senden der Daten erfolgt meist über eine
herkömmliche ISDN-Telefonleitung. Tiscali will in den nächsten Monaten eine Breitband-Internet-Service
über Zweiwege-Satelliten anbieten. Der Service soll Ende Jahr in
ganz Europa verfügbar sein. Gedacht ist er als Alternative zu ADSL-Angeboten,
etwa für ländliche Gebiete, die kaum je mit ADSL erschlossen
werden können. Ebenfalls Ende Jahr sollen die ersten Powerline-Angebote
verfügbar sein: Mit neuen Technologien unter anderen von Siemens
und Ascom soll das Stromkabel als Träger für breitbandiges Internet
genutzt werden. Stau trotz breiter Leitung Mit einem Breitbandanschluss holt sich der Surfer praktisch die Datenautobahn ins Haus. Wie im Strassenverkehr ist der Zugang zur Autobahn nicht unbedingt mit höherem Tempo verbunden: Die Breitbandtechnik betrifft nur die Leitung zum Provider. Wenn im Internet Datenstau herrscht oder ein Server überlastet ist, tröpfeln auch auf teuren Breitbandleitungen die Daten nur paketweise in die gute Stube. ((Kasten Kosten)) |
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| Alle Texte (c) Matthias Zehnder. Reproduktion in allen Medien nur mit schriftlicher Erlaubnis. | ||